Zu zweit oder ganz alleine

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Porträts präsentiert Dr. Frank Freytag in seiner Ausstellung.

Neu-Isenburg - Einen besonderen Blick auf Menschen, einzeln oder zu zweit, werfen zwei außergewöhnliche Foto-Ausstellungen in den nächsten Wochen in Neu-Isenburg. Beckus Beckmann und Norbert Holick präsentieren ihr Gemeinschaftsprojekt „Couples“ (Paare).

Der Lebenszyklus ist das Leitmotiv der Schau „Momento“ des Neu-Isenburger Künstlers und Mediziners Dr. Frank Freytag. Die Ausstellung „Couples“, die am Freitag, 12. Februar, um 18 Uhr im Rathausfoyer eröffnet wird und bis zum 27. Februar zu sehen ist, umfasst Fotos von jeweils zwei Menschen, die in Beziehung zueinander oder zu ihrer Umwelt stehen. Dabei geht es jedoch nicht um die klassische Paarbeziehung, wie der Titel nahelegen könnte. Beckmann und Holick: „Zwei Individuen sind die kleinste Gruppe, die erfordert, dass jedes Teil mit dem anderen kommuniziert beziehungsweise sich zu dem anderen verhält. Gemeinsam, allein zu zweit, gegeneinander – manchmal erscheinen Paare auch erst durch den Blickwinkel des Betrachters. Aber immer erfolgen Reaktionen, die sich nur in einem Moment ausdrücken und danach vergangen sind.“

Auf diesen Themenkreis haben die Fotografen ihre Blicke gerichtet und Ergebnisse erzielt, die manchmal nachdenkenswert, manchmal anrührend und manchmal komisch sind – wie das Leben eben ist. Beckus Beckmann (Jahrgang 1961) und Norbert Holick (1957) haben beide an der Technischen Hochschule Darmstadt studiert und sind als Architekten tätig. Seit Jahrzehnten beschäftigen sie sich in Fotoarbeiten und Malerei mit den Themen Spuren und Vergänglichkeit. Damit wollen sie bei den Betrachtern Assoziationen zu eigenen Erlebnissen und Emotionen wecken.

Die nächste Ausstellung in der Städtischen Galerie gestaltet Dr. Frank Freytag, der sich nicht nur einen Namen als Mediziner und Künstler, sondern auch mit dem Hilfsprojekt „Capodanca“ für benachteiligte Kinder im Norden Brasiliens gemacht hat. In einer der ärmsten Regionen des südamerikanischen Landes sind auch die Bilder der Ausstellung entstanden. Zu sehen sind eindringliche Porträts, auf das Wesentliche reduziert. Freytag gelingt es, einen Blick hinter die Fassade der gezeigten Menschen, in ihr Seelenleben zu werfen. Zu sehen sind Männer und Frauen, die das Leben gezeichnet hat, die sich aber nicht unterkriegen lassen und ihre Würde behalten haben. Freytag möchte mit den Porträts den Betrachter sensibilisieren. Er will keinen billigen Voyeurismus, keine Bilder von Leid und Elend. Die Bilder sind sein persönliches Memento im Sinne von Andenken, Erinnerung. Die Vernissage ist am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr in der Stadtgalerie im Alten Schulhaus. Schulgasse 1. Die Schau wird im Anschluss bis zum 6. September zu sehen sein. (hok)

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