Rewe-Vertreter und Polizeichefin stehen im Gravenbrucher Ortsbeirat Rede und Antwort

Fragen nach Sicherheit und Nahversorgung

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Die bauliche Hülle ist nahezu fertiggestellt, Ende September soll die von Rewe genutzte Fläche übergeben werden. Die Bäume rechts werden alle gefällt und durch neue ersetzt, da deren Wurzeln zu stark beschädigt wurden. 

Drei Themen ziehen großes Interesse der Gravenbrucher auf sich bei der Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstagabend: Wann eröffnet der Rewe-Markt? Welche Ergebnisse gibt es aus dem Parkraumkonzept? Und wie ist die Sicherheitslage im Stadtteil?

Gravenbruch – Mit dem im Neubauprojekt des Investors Metin Altuntas integrierten Rewe-Markt am Dreiherrnsteinplatz entsteht derzeit der für Gravenbruch lang ersehnte Nahversorger. Tarik Mattausch, der neue Rewe-Expansionsmanager, stellt den Mitgliedern des Ortsbeirats sowie den vielen Zuhörern den neuesten Sachstand vor: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan und sollen am 30. September unsere Räumlichkeiten vom Bauherrn übergeben bekommen.“ Nach der Übergabe der Räume beginnt dann – unter der Regie von Rewe selbst – der weitere Ausbau. „Dabei liegt die größte Herausforderung im Einbau der Kühl- und Kältetechnik“, erklärt Mattausch. Wenn dieser Zeitaufwand mit der Firma abgeklärt sei, erst dann könne auch ein definitiver Eröffnungstermin genannt werden. „Wir haben ja am 14. Oktober den großen Infoabend für Gravenbruch, auch da werden wir dabei sein – und dann den genauen Termin für die auch für uns wichtige Eröffnung nennen“, kündigt er an. Mattausch geht freilich davon aus, dass dies noch vor Weihnachten sein wird – ja sein muss. Die Innenausgestaltung werde nach dem neuesten Rewe-Marktkonzept erfolgen und soll viele offene und lichte Flächen bieten. Eine Getränke-Abteilung ist vorgesehen und es soll ein „Bäckerladen“ mit kleinem Café integriert werden. Rewe wolle den Gravenbruchern „einen schönen, gastlichen Markt mit zeitgemäßer Aufenthaltsqualität“ bieten, so Mattausch.

„Bei mir gibt es nur um echte Zahlen ohne jegliche persönliche Wertung“

Wie es um die Sicherheitslage im Stadtteil bestimmt ist, darum geht es anschließend: Die Leiterin der Polizeistation Neu-Isenburg, Susanne Wendt, präsentiert die „Polizeistatistik 2018“ für Gravenbruch. Bekanntlich ist das Empfinden über die Sicherheitslage auch subjektiv. „Bei mir gibt es nur um echte Zahlen ohne jegliche persönliche Wertung“, betont Wendt. Laut der 2018er-Statistik gab es im gesamten Zuständigkeitsbereich von Neu-Isenburg 2 376 Straftaten, davon entfielen 196 auf Gravenbruch. „Das sind gerade mal 8,25 Prozent, somit ist Gravenbruch ein sehr sicherer Ort zum Leben“, so Wendt. Die Aufklärungsquote lag hier im Bereich des Gesamtdurchschnitts, nämlich bei 61,7 Prozent.

Den höchsten Anteil an den Straftaten hatte der Betrugsbereich mit 52 Fällen, allein an der Tankstelle am Ortseingang gab es 16. Mit 23 Diebstahlsdelikten liegt Gravenbruch ebenfalls auf einem niedrigen Niveau. „Kaum zu glauben, dass hier im ganzen letzten Jahr nur vier Fahrräder entwendet wurden“, verweist Wendt auf einen besonderen Fakt. Auch die fünf Wohnungseinbrüche seien zwar fünf zu viel, aber damit liege Gravenbruch ebenfalls auf einer ganz sicheren Seite. Die zehn Rauschgiftdelikte, allesamt im Bereich des Jugendzentrums, mögen zwar auf den ersten Blick beunruhigend sein, doch ging es immer um geringe Mengen. „Neun davon haben wir erwischt“, so die Polizeichefin.

Anders bei der Sachbeschädigung

Anders sieht es bei den Sachbeschädigungen, meist an Autos, aus. „Hier lassen Leute einfach ihren Frust an einem Fahrzeug aus, indem sie mit dem Schlüssel den Lack zerkratzen – hier konnten wir nur zwei aufklären“, bestätigt Wendt. Unter den 28 gemeldeten Körperverletzungen waren 22 „einfache“ und sechs schwere; zwölf davon im häuslichen Bereich. „Das sind alles Zahlen, die, bezogen auf die rund 6 000 Einwohner, so sind, wie wir sie gerne andernorts auch hätten“, bilanziert Wendt ihre Einschätzung zur Sicherheitslage.

Bürgermeister Herbert Hunkel verweist auch auf die Aktion „Kompass“ des Landes Hessen, in deren Kontext eine Online-Befragung bei zufällig ausgewählten Bürgern gemacht wurde. „Unter den Rückmeldungen gibt es Beschwerden, dass sich Jugendbanden um das Juz aufhielten und Drogen dealten“, berichtet der Rathauschef. Am 24. Oktober soll es eine Begehung „rund ums Juz“ in der Dämmerung geben – dabei geht es auch um die ebenfalls bemängelte Beleuchtung einiger Stellen.  lfp

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