Der Traum vom Landhotel

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Monika Schwebel (Mitte) mit Tochter Mandy und Restaurantfachkraft Thomas Knoke vor dem Scheunen-Gebäude, in dem die Suiten entstehen sollen.

Neu-Isenburg - Das geschichtsträchtige „Frankfurter Haus“ an der Stadtgrenze liegt zwar auf Frankfurter Grund, doch „gefühlt“ gehört es zur Hugenottenstadt. Betreiberin Monika Schwebel hat schwere Zeiten hinter sich und um ihren Lebenstraum gekämpft. Von Leo F. Postl

Jetzt, so scheint es, hat sich das gelohnt. Mit Kilian Bumiller hat sich ein Geldgeber gefunden, der ihr hilft, den lang ersehnten Wunschtraum zu erfüllen. Im rückwärtigen Bereich des etwa 3000 Quadratmeter großen Areals soll ein kleines Romantik-Hotel entstehen.

„Ich kann aus eigener Kraft nach und nach die vorgesehen Renovierungsarbeiten stemmen, aber für dieses Projekt hätten meine finanziellen Möglichkeiten nicht ausgereicht“, gibt die Gastronomin offen zu. Der Frankfurter Investor Kilian Bumiller, der großen Gefallen am Frankfurter Haus gefunden hat, will nun das Ensemble ergänzen. „Wir stellen da keinen Würfel hin, sondern ein kleines und feines Gebäude, welches sich äußerlich an die bereits bestehenden anpasst“, beschreibt Bumiller den angedachten Anbau mit etwa 25 Zimmern.

Bevor er die Immobilie gekauft hat, galt es für Monika Schwebel eine schwierige Situation zu meistern. Das Haus stand vor der Insolvenz. „Es gab Leute, die wollten mir helfen, aber nur, um günstig an das Objekt zu kommen“, berichtet sie. „Mit dem Insolvenzverwalter und der Bank hatte ich aber auch echte Helfer, die Verständnis für meine Situation hatten“, sagt Schwebel. „Ich habe gekämpft, Tag und Nacht geschuftet, denn das hier war und ist immer noch mein Lebenstraum.“

Mit einem verlässlichen Team gelang es ihr, aus der Talsohle zu kommen, und so verzeichnete sie im vergangen Jahr sogar eine Umsatzsteigerung von rund 30 Prozent. „Die Zeit vor Weihnachten lief hervorragend, wir konnten manchmal gar nicht alle Anfragen erfüllen.“ Wenn es mal ruhiger war, hat sie eigenhändig Sitzbänke und Rückenlehen in der „Stube“ bezogen. „Ich mag ehrliche Arbeit und bin mir auch für solche Sachen nicht zu schade“, betont die Gastronomin.

Auflagen des Denkmalschutzes kein Problem

Mit Hilfe der Bank fand sie schließlich auch Kilian Bumiller. „Ich habe im Frankfurter Haus meinen 50. Geburtstag gefeiert und gedacht, wie schön es doch wäre, könnte man ein paar Schritte weiter ins Bett fallen“, erinnert er sich.

In einer Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt sowie beim Denkmalschutzamt in Frankfurt wurde bereits der Rahmen abgeklärt. „Wir haben erfahren, was wir dürfen – und das reicht uns völlig aus“, verweist Bumiller auf die Auflagen insbesondere des Denkmalschutzes.

Der Gasthof soll um einen Hotelanbau ergänzt werden.

Von der Straße aus wird man das neue Gebäude kaum sehen. „Es wird auch kein einziger Baum gefällt, es ist genug Platz vorhanden“, ergänzt Monika Schwebel. Diese Befürchtung hat die FDP-Fraktion in einer Anfrage an den Magistrat geäußert. Die Liberalen wollten wissen, welche Auswirkungen der Hotelanbau haben werde und ob möglicherweise Waldflächen oder Wege wegfallen könnten. Monika Schwebel sieht eher positive Auswirkungen für die Hugenottenstadt. „Wir werden mehr Personal brauchen, und das könnte wahrscheinlicher aus Neu-Isenburg denn aus Frankfurt kommen – und vielleicht kauft ja so mancher Gast nebenan noch was ein.“ Aktuell sind rund 30 Mitarbeiter im Frankfurter Haus beschäftigt.

Und wenn am Ende auch noch die Sanierung der Scheune gelingt, dann wäre der Traum vom romantischen Ensemble komplett. Dort will Monika Schwebel vier Suiten, darunter auch eine Hochzeits-Suite, einrichten. Mit der Gastronomin und Kilian Bumiller haben sich zwei „gesucht und gefunden“, die dem Frankfurter Haus zu neuem Glanz verhelfen wollen.

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