Freundlicher und heller

Tagesmütterzentrale stellt neue Räume vor

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Im neuen Ambiente präsentiert sich die Tagesmütterzentrale in der Ludwigstraße 75. Dazu gehört auch der Garten mit Spielgeräten. Zum gestrigen Tag der offenen Tür kamen neben der Gründerin Marlis Otto (Mitte) unter anderem auch Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner (Siebte von links) und Erster Stadtrat Stefan Schmitt.

Neu-Isenburg - Bei einem Tag der offenen Tür stellte die Tagesmütterzentrale in der Ludwigstraße 75 ihre renovierten Räume vor. Besucher bekamen einen Eindruck von der Arbeit der wichtigen Einrichtung. Zudem erfuhren sie, dass der Bedarf an Tagesmüttern weiterhin hoch ist.

In der Tagesmütterzentrale läutet das Telefon. Am anderen Ende ein besorgter Vater: „Meine Frau ist erkrankt und ich habe einen wichtigen Termin in der Firma. Wo kann ich für zwei oder drei Tage mein Kind betreuen lassen?“, so seine besorgte Frage. Elvine Eggebrecht verspricht schnelle Hilfe und macht sich auf die Suche nach freien Betreuungskapazitäten unter den 35 in Neu-Isenburg unter Vertrag stehenden Tagesmütter – und ein Vater ist auch darunter. Eine halbe Stunde später hat sie die erhoffte „frohe Botschaft“ für den besorgten Vater. „Solche Probleme sind eigentlich keine für uns, aber es gibt auch größere Herausforderungen“, betont Eggebrecht. So verweist die pädagogische Fachkraft auf die Wünsche von neu in die Hugenottenstadt gezogenen Familien, die keinen U3-Platz mehr erhalten haben – zumindest nicht so schnell. „Aber es kann ja auch mal eine Tagesmutter, die drei oder vier Kinder betreut, selbst krank werden, dann ist ein gutes Netzwerk von Vorteil“, berichtet Eggebrecht über andere Probleme, die eine schnelle Lösung erfordern. „Nicht immer können wir auch wirklich helfen, deshalb gibt es in unserem Vertrag auch keine Garantieklausel“, betont Eggebrecht, die seit vier Jahren in der Tagesmütterzentrale arbeitet. Mit dabei sind noch Kyra Fuest und Astrid Zettler, die sich alle bemühen, die an sie herangetragenen Wünsche zu erfüllen.

Auf der anderen Seite des Netzwerkes steht Liane Enger. Die heute 69-Jährige ist seit zwölf Jahren als „Kinderfrau“ im Einsatz. Sie geht direkt zu den Familien, die ihre Kinder möglichst in der gewohnten Umgebung betreut wissen wollen. „Hier muss man flexibel sein, so wie es die Situation erfordert – und die kann sich schon mal ändern“, beschreibt Enger die Voraussetzungen. Sie ist für die Kinder nicht nur eine „Aufpasserin“, sondern auch Erzieherin und hilft schon mal bei Hausaufgaben. „Das bringt mir auch sehr viel für das tägliche Leben, denn man lernt immer was dazu“, sieht die Kinderfrau nur positive Begleiterscheinungen. „Ich habe mal ein Kind seit dem zehnten Lebenstag bis über den zwölften Geburtstag hinaus betreut, diese Familie ruft mich immer noch an.“ Durch eine besondere Weiterbildung hat sie das Bundeszertifikat für Kinderbetreuung erworben – dies ist in allen Bundesländern gültig.

Schon seit 1991 ist Madeleine Herder eine Tagesmutter: „Ich kam durch meine Tochter zu dieser Berufung.“ Als sie diese betreute, entstand die Idee, sich noch um andere Kinder zu kümmern. Bis heute macht ihr diese Aufgabe so viel Freude, dass sie geeignete Räume im Nollgässchen angemietet hat, um dort bis zu fünf Kinder betreuen zu können. „Meine Hausgemeinschaft hatte gewisse Bedenken“, schildert sie den Grund dafür.

Da die Tätigkeit in der Tagesmütterzentrale auch Freude machen soll, spendierten die Gewobau und die Stadt den Räumen einen neuen „Anstrich“. Diese Neuerungen stellte die Tagesmütterzentrale gestern beim Tag der offenen Tür vor. „Wir haben einen neuen Fußboden bekommen, alle Wände wurden neu gestrichen und einige Möbel ausgetauscht – das sieht jetzt alles viel freundlicher und heller aus“, beschreibt Eggebrecht das neue Ambiente. „Wir haben hier in Neu-Isenburg wirklich tolle Bedingungen“, lobt auch Zettler die Kooperation mit den städtischen Behörden.

Bilder vom Weinfest in Neu-Isenburg

Wenn Eltern kommen, um sich beraten zu lassen, sorgen die „neuen“ Räumlichkeiten schon mal für einen vertrauensvollen Eindruck. „Wir erstellen eine Wunschanalyse und unterbreiten dann entsprechende Vorschläge“, beschreibt Eggebrecht. Die Eltern nehmen dann Kontakt mit der vorgeschlagenen Tagesmutter auf und können sich die Räumlichkeiten ansehen und einen persönlichen Eindruck gewinnen, ob die „Chemie“ stimmt. „Ihre Kinder sind verständlicherweise für Eltern das Wichtigste und so sollte ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zur Tagesmutter bestehen“, weiß auch Eggebrecht um die verantwortungsvolle Aufgabe.

Wegen des großen Bedarfs werden weitere Tagesmütter und -väter gesucht. Nähere Infos gibt es unter der 06102/1335 und unter info@tagesmuetterzentrale.de. (lfp)

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