Wahlkampfveranstaltung mit AfD-Prominenz

Großes Polizeiaufgebot und friedlicher Protest gegen Petry

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Rund 250 demonstrierende Bürger brachten ihren Protest gegen die politische Ideologie der AfD optisch und auch akustisch zum Ausdruck, viele hatten ihre T-Shirts „Neu-Isenburg: Refugees welcome“ wieder rausgeholt. In der Mitte steht Demo-Organisatorin Alice Blume.

Neu-Isenburg - Diesmal war sie wirklich da, und rund um die Hugenottenhalle herrschte vom frühen Abend an Ausnahmezustand: Lautstark und friedlich haben gestern zeitweise weit mehr als 200 Menschen gegen die Wahlkampfveranstaltung mit AfD-Bundessprecherin Frauke Petry in Neu-Isenburg, aber auch gegen die Partei und ihre Politik demonstriert.

Schon mehr als eine Stunde, bevor die AfD-Frontfrau auf Einladung des Kreisverbands Offenbach-Land in der Huha sprach, waren Sprüche wie „Bunt statt braun“ und T-Shirts mit der Aufschrift „Neu-Isenburg – Refugees welcome, ich bin dabei“ an der Frankfurter Straße zu sehen. Und viele Polizeiautos und Beamte. Und es gab auch ein Wiedersehen mit dem „Goldenen Gartenzwerg für Deutschtümelei“. Zur Erinnerung: Diesen hatte die Isenburgerin Alice Blum, die diesmal eine der Organisatorinnen der Gegendemo war, vor drei Jahren in der Huha dem damaligen AfD-Parteivorsitzenden Bernd Lucke zu überreichen versucht. Gestern hatte der Isenburger AfD-Stadtverordnete und Bundestags-Direktkandidat Arno Groß diesen Zwerg wieder mitgebracht – und wollte ihn Blum zurückgeben.

Die AfD-Politiker Christin Thüne, Robert Rankl, Frauke Petry und Arno Groß in der Huha.

Deren Aufruf und dem ihrer Mitstreiter, unter dem Motto „Kein Platz für Rassismus!“ vor der Halle zu demonstrieren, waren deutlich mehr Menschen gefolgt als die erwarteten 50. „Schön, dass auch das Wetter gegen die AfD protestiert“, kommentierte einer der Gegendemo-Organisatoren, als gegen halb sieben der Regen los prasselte. „Schade nur, dass wir hier im Nassen stehen.“ Aber die Polizei hatte Verständnis und ließ die Demonstranten unter das Vordach der Stadtbücherei.

Protest gegen Wahlkampfveranstaltung der AfD: Bilder

Eigentlich waren der Zugangsbereich zur Hugenottenhalle und der für die Demo genehmigte Platz gegenüber der Stadtbibliothek abgeriegelt: Ein großes Polizeiaufgebot vor der Halle verwies die Demonstranten auf den mit Drängelgitter abgegrenzten Boule-Platz, was zu Diskussionen führte. „Hier vor der Stadtbibliothek ist ein öffentlicher Platz, da kann sich jeder aufhalten“, reklamierte etwa Inge Manus. Es ist die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs, und wenn Angela Merkel oder Martin Schulz nach Frankfurt kommen, dann ist es der AfD der Region nur Recht, dass sie ihre prominente Bundessprecherin Frauke Petry zur Wahlkampfveranstaltung nach Neu-Isenburg hat holen können. In der Halle hieß der AfD-Kreissprecher Dr. Robert Rankl die mehr als 300 Besucher willkommen.

Arno Groß kritisierte unter anderem Sicherheitsmängel im öffentlichen Leben: „Dieser Staat hat doch mittlerweile fast völlig die Kontrolle verloren“, betonte der AfD-Stadtverordnete unter Beifall. Frauke Petry stellte die Themen Zuwanderung und auch illegale Migration an die Spitze ihrer Rede. Und sie forderte das Recht aller Bürger ein, sich frei äußern zu dürfen, ohne gleich als Rassisten hingestellt zu werden. (lfp /hov)

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