Im Cineplace in der Beethovenstraße wird eine Lüftungs- und Klimaanlage installiert

Frische Luft im Neu-Isenburger Kino-Saal

Das Team der Kulturinitiative „Iseborjer Kinno“ hofft, in der zweiten Jahreshälfte das Cineplace in der Beethovenstraße wieder nutzen zu können – dann gut durchlüftet und bei Hitze sogar klimatisiert.
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Das Team der Kulturinitiative „Iseborjer Kinno“ hofft, in der zweiten Jahreshälfte das Cineplace in der Beethovenstraße wieder nutzen zu können – dann gut durchlüftet und bei Hitze sogar klimatisiert.

Ob in diesem Sommer im kommunalen Kino Cineplace in Neu-Isenburg in der Beethovenstraße 91 die US-amerikanische Literaturverfilmung „Vom Winde verweht“ oder der Krimi „In der Hitze der Nacht“ mit dem am vergangenen Donnerstag im Alter von 94 Jahren verstorbenen Ermittler Sidney Poitier laufen werden, steht noch nicht fest. Doch eines ist sicher: Die Mitglieder der Kulturinitiative „Iseborjer Kinno“ und ihr Publikum können aufatmen, denn im Kinosaal wird eine zentrale Lüftungs- und Klimaanlage installiert.

Neu-Isenburg - „Der Einbau einer professionellen Belüftungs- und Klimaanlage wird für uns ein ganz wichtiger Fortschritt sein. Wir können dann in der zweiten Jahreshälfte das Cineplace wieder nutzen – gut durchlüftet und bei Hitze sogar klimatisiert“, sagt Günther Rothenberg, Sprecher des Kino-Teams, das seit 2008 in Ermangelung eines echten kommerziellen Kinos in Neu-Isenburg regelmäßig Filme auf die Leinwand bringt.

Für die engagierten ehrenamtlichen Kräfte der Kinogruppe war seit langem Antichambrieren angesagt. In Gesprächen mit der Stadt und konkret den Fachleuten des Bauamtes sowie des Kulturbüros wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass es im Saal des Cineplaces im Sommer wegen der hohen Temperaturen dicke Luft gibt und die Situation für die Kino-Besuchenden fast unerträglich werde. Die Klagen stießen auf Verständnis und es hat viel Lob für die Arbeit der Gruppe gegeben, die auch Matinees, Lange Filmnächte, Film-Veranstaltungen zu besonderen Anlässen wie etwa Gedenktagen oder Open-Air-Veranstaltungen organisiert.

„Wir haben eine große Wertschätzung und wohlwollende Unterstützung erlebt“, lobt Günther Rothenberg das Feedback der Verantwortlichen im Rathaus. Allen Beteiligten sei bewusst, „wie wichtig das ,Iseborjer Kinno´ für das Kulturangebot und damit für die Lebensqualität ist“.

„Die städtischen Räume des Cineplace werden mit einer zentralen Lüftungs- und einer Klimaanlage nachgerüstet“, teilt der Magistrat auf Anfrage mit. Der Saal werde klimatisiert, damit das „Iseborjer Kinno“ auch im Sommer Filme zeigen könne. Nach Auskunft der Stadt wird die neue Anlage Frischluft zuführen und die Luft im Raum filtern. Ein Neu-Isenburger Lüftungsbau-Unternehmen sei bereits mit den Arbeiten beauftragt. Die Kosten liegen nach Darstellung der Stadt bei 35 000 Euro. Die Anlage soll noch vor dem Sommer in Betrieb genommen werden. Die Perspektive, bald wieder unter verbesserten Bedingungen ins Cineplace zurückzukehren, „erfüllt uns mit Vorfreude“. Günther Rothenberg kündigt an, dass die Kulturinitiative das Film-Angebot ausbauen möchte.

Bis zum Ende der regulären Winter-Spielzeit Ende März 2022 wird die Kino-Gruppe weiterhin montags im Bürgerhaus Zeppelinheim ausgesuchte Filme zeigen. In den großen Saal des kleinen Stadtteils war die Kulturinitiative wegen der fehlenden Belüftungsmöglichkeit und wegen der pandemiebedingten Schließung des Raumes in der Beethovenstraße ausgewichen. „Licht aus, Film ab“ hieß es dann in Zeppelinheim von Oktober 2020 an.

Der sehr große und gut belüftete Saal im Saal im Bürgerhaus bietet nach Darstellung von Günther Rothenberg „in diesen Zeiten den entscheidenden Vorteil: Kinovergnügen praktisch ohne Corona-Risiko“. Auch wenn manche Cineasten ironisch vom „Iseborjer Kinno im Exil“ gesprochen hätten, so sei damit das Ziel erreicht worden, „trotz erschwerter Bedingungen auch weiterhin verlässlich und mit Kontinuität ein gutes und attraktives Kino-Angebot zu machen“, sagt der Sprecher der Kulturinitiative. Auch viele Zeppelinheimer hätten sich über das Kino-Angebot in ihrem Stadtteil gefreut.

Die Zahl der Kino-Freunde hat sich seit der Eröffnung des Cineplaces kontinuierlich erhöht, obwohl das Team unter erschwerten Bedingungen arbeitet, denn das „Iseborjer Kinno“ darf als nicht gewerbliche Initiative keine öffentliche Werbung für die ausgewählten Filme machen. Bis 2017 seien durchschnittlich rund 50 Filme pro Jahr gezeigt worden.

Die Zahl der Besucher, denen im Cineplace 50 Plätze zur Verfügung stehen, erhöhte sich von 678 im ersten Jahr auf knapp 1800 in 2017. Seit Oktober 2017 wurden pro Spieltag jeweils zwei Filmveranstaltungen angeboten. Vor der Pandemie kamen 2019 rund 2400 Menschen ins kommunale Kino.

Aus der Statistik geht weiter hervor, dass bis zum Ausbruch von Corona genau 458 Filme gezeigt wurden, die insgesamt etwas mehr als 17 000 Besucher sahen.  air

Drei Vorstellungen im Januar

Auch im Januar präsentiert das „Iseborjer Kinno“ im Bürgerhaus Zeppelinheim wieder ein abwechslungsreiches Programm. Los geht es am Montag, 17. Januar, mit „The Good German – In den Ruinen von Berlin“ von Regisseur Steven Soderbergh (USA 2006, mit Cate Blanchett, George Clooney, Toby Maguire). Die Tragikomödie „Die Überglücklichen“ (F 2016) steht am Montag, 24. Januar, auf dem Programm. Die Buchverfilmung „Ein Sack voll Murmeln“ (F 2017) von Regisseur Christian Duguay folgt am 31. Januar. Filmstart ist immer um 19.30 Uhr. Ein Besuch ist nach namentlicher Anmeldung über iseborjerkinno@web.de möglich. hov

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