Frühjahrsputz in Neu-Isenburg

Den Müll in die Zange nehmen

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Die Gruppe der Geocacher um Nicole Frölich (rechts) war recht groß. Statt nach geografischen Koordinaten suchten sie am Samstagmorgen nach Müll in der Nähe des Pappelwegs.

Neu-Isenburg - Rund 150 Isenburger haben sich am Samstagmorgen den Wecker gestellt und machen sich motiviert an die Arbeit: Der Dienstleistungsbetrieb (DLB) hat wieder zum großen Frühjahrsputz gerufen und ein Großteil der 170 Angemeldeten packt eifrig mit an, um Unrat aufzusammeln, den hirn- oder gedankenlose Zeitgenossen in der Natur entsorgt haben.

Zigarettenstummel, Papierschnipsel und leere Flaschen, aber auch größere Entsorgungen und gar eine alte Schreckschusspistole – so lautet am Ende die reichliche Ausbeute. Grünflächen, Parks, Waldränder: Die verschiedenen Bereiche hat der DLB im Vorfeld aufgeteilt. Einige Helfer, wie die Jugend der Spielvereinigung 03 oder eine große Gruppe von Geocachern, haben sich selbst ihre „Reviere“ ausgesucht. Vom DLB mit Handschuhen, Greifzangen und Sammelsäcken ausgerüstet, ziehen etwa die Geocacher um Nicole Frölich vom Ende des Pappelwegs aus los, um den Waldrand gen Sprendlingen nach Müll abzusuchen.

„Wir haben sogar eine Pistole gefunden“, erzählt ein junger Helfer der F3-Jugend der Nulldreier. Tatsächlich haben die Fußballer im Gebüsch nahe der Kleingartenanlage Fischer-Lucius eine schon angerostete Handfeuerwaffe aufgespürt. Es dürfte wohl eine entsorgte Gas- oder Schreckschusspistole sein. Sie wird dem Fahrer eines DLB-Müllsammelfahrzeugs übergeben. Wie der Vorsitzende der Spielvereinigung 03, Günther Marx, berichtet, packen 26 Freiwillige vom Verein mit an.

Gar mit noch mehr Leuten ist die Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks an der Aktion beteiligt. „Wir sind heute mit 28 Teilnehmern hier, neben den fünf Betreuern sind es Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren“, erläutert Dietmar Scherf. Sie zeigen entlang der Friedensallee einen perfekt abgesicherten Müllsammel-Einsatz. „Man kann noch so eine gute Absicherung machen und Hinweisschilder aufstellen, viele Autofahrer rasen dennoch unverantwortlich schnell hier vorbei“, kritisiert Scherf. Die jungen Helfer finden dann auch schnell so einiges, was aus Autofenstern geflogen sein dürfte.

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„Was uns völlig unverständlich ist, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners zwar mit Beuteln aufheben, aber diese dann einfach ins Gebüsch werfen“, berichtet ein anderer Helfer. Mit von der Partie sind beim Frühjahrsputz auch weitere „übliche Verdächtige“, die von Jahr zu Jahr helfen – wie die Naturschutzjugend um Heinz Kapp, GHK-Mitglieder und Brüder-Grimm-Schüler.

Eifrig beim Frühjahrsputz mit dabei: Jugendliche Fußballer der Nulldreier mit ihrem Betreuer sammeln entlang der Carl-Ulrich-Straße.

Auch eine Gruppe von Flüchtlingen packt in Gravenbruch ordentlich mit an. „Mit großem Engagement haben sich die Neubürger mit Mitgliedern des Freundeskreises der Flüchtlinge Gravenbruchs beteiligt“, sagt Hannelore Kaus-Schwoerer. Mehrere Säcke Müll voll habe man gemeinsam gesammelt. Wegen des schönen Wetters habe es allen sogar richtig Spaß gemacht „und für die jungen afghanischen Männer war es eine Selbstverständlichkeit, hier mit anzupacken“, so Kaus-Schwoerer. Nach mehreren Stunden Arbeit treffen sich schließlich alle Helfer beim DLB, um sich dort zu stärken. (lfp)

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