Fünf statt drei Bahnhaltestellen

Grünes Licht für Verlängerung der Regionaltangente West

Der längere blaue Waagerecht-Strich rechts erfreut die Verantwortlichen im Isenburger Rathaus: Die geplante Trasse der RTW verlängert sich nun um zwei Haltestellen; hinter dem ursprünglich letzten Halt „Neu-Isenburg Zentrum“ gibt es nun auch noch „Am Trieb“ und „Birkengewann“.
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Der längere blaue Waagerecht-Strich rechts erfreut die Verantwortlichen im Isenburger Rathaus: Die geplante Trasse der RTW verlängert sich nun um zwei Haltestellen; hinter dem ursprünglich letzten Halt „Neu-Isenburg Zentrum“ gibt es nun auch noch „Am Trieb“ und „Birkengewann“.

Neu-Isenburg - Von einem „Quantensprung in Sachen Mobilität“ für die Stadt ist gestern im Rathaus die Rede – verbunden mit der großen Hoffnung auf Verkehrsentlastung: Isenburg bekommt seine Anbindung der Regionaltangente West (RTW) ans Birkengewann, der Aufsichtsrat der Planungsgesellschaft hat die Verlängerung in die Planungen aufgenommen.

Seit Jahrzehnten ist das Infrastrukturprojekt im Gespräch, nun nimmt es immer deutlichere Formen an. Über 44 Kilometer soll die neue Schienentrasse von Bad Homburg über Praunheim und den Flughafen bis nach Neu-Isenburg und Dreieich führen. Bei der bisherigen Planung endete die RTW am Isenburg-Zentrum. Nun aber hat der Aufsichtsrat der RTW GmbH grünes Licht gegeben für die im Isenburger Rathaus ersehnte Verlängerung der Trasse bis ins bestehende Gewerbegebiet Ost und bis zum Neubaugebiet Birkengewann. „Auf Anregung der Stadt Neu-Isenburg wurde von der RTW-Planungsgesellschaft geprüft und auch nachgewiesen, dass eine Verlängerung technisch machbar und auch wirtschaftlich lohnenswert ist“, freut sich Bürgermeister Herbert Hunkel gestern Nachmittag, die Botschaft verkünden zu können. Damit erhält die Hugenottenstadt zwei weitere und damit insgesamt fünf Haltestellen der RTW (siehe Grafik). Nach dem Halt am Bahnhof soll es weitere Haltestellen an der Wilhelm-Leuschner-Straße, am „Stadttor“ und schließlich die beiden neuen „Am Trieb“ und die Endhaltestelle „Birkengewann“ geben.

„Das ist für unsere prosperierende Stadt eine für die Zukunft ganz wegweisende Entscheidung“, verweist Hunkel noch einmal auf diese wichtige Infrastrukturmaßnahme. Das Stadtoberhaupt dankt dem Aufsichtsratsvorsitzenden der RTW Planungsgesellschaft, dem Frankfurter Stadtrat Klaus Oesterling, und RTW-Geschäftsführer Rolf Valussi, die er eigens ins Rathaus eingeladen hatte, um gemeinsam über den aktuellen Stand der Planungen zu berichten.

Den Grundstein für diese Entscheidung habe die Bauwirtschaftsingenieurin Loraine Bergmann gelegt. Sie hatte sich das Projekt „Verlängerung der RTW in Neu-Isenburg“ Anfang 2015 als Machbarkeitsstudie für ihre Masterarbeit vorgenommen und diese der Stadt vorgestellt. „Diese Arbeit hat uns sehr bei der Argumentation gegenüber der Planungsgesellschaft und dem RP geholfen“, betont Hunkel. Mittlerweile seien alle verkehrstechnischen Untersuchungen positiv beschieden worden. „Nach der Waldbahn von 1889 ist dies die bedeutendste Infrastrukturmaßnahme in unserer Stadt“, so Hunkel.

„Auch für mich als Frankfurter Verkehrsdezernent und Vorsitzender der RTW Planungsgesellschaft ist diese Entscheidung, die RTW in Neu-Isenburg zu verlängern, ein positives Signal für die Zukunft – nicht nur von Neu-Isenburg“, so Oesterling. Er verweist darauf, dass der Individualverkehr in der Frankfurter Innenstadt in den vergangenen 20 Jahren um nahezu 20 Prozent zurückgegangen sei, aber im „Ring“ um die Mainmetropole dafür um 20 Prozent zugenommen habe. „Wir müssen weiträumiger denken und nicht vor unserer eigenen Haustür aufhören zu planen“, betont Oesterling.

Zusatzfahrzeuge sollen Autofahrern helfen

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Gassi-Gang? Nein, die Transporthilfe Carr-E kann nicht nur Gepäck hinterherfahren, man kann auch selbst darauf elektrisch durch die Stadt rollen. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Zusatz-Kick: Peugeot bietet für einige Märkte zusammen mit der Schweizer Firma in den SUVs 3008 und 5008 den Akku-Scooter e-Kick an. Foto: Peugeot/dpa-tmn
Faltballett: In Deutschland könnte bei Peugeot ein elektrisches Klapprad als zusätzliches Transportmittel an Bord gehen. Foto: Peugeot/dpa-tmn
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„Nicht nur die Anbindung an den Flughafen, auch die Anbindung an Frankfurt ist wichtig, weil viele Isenburger in Frankfurt arbeiten“, sagt Hunkel. „Für die Mobilität und die demografische Entwicklung in Neu-Isenburg ist eine Steigerung des ÖPNV-Angebotes von existenzieller Bedeutung. Die Prosperität der Stadt, die nicht mehr im Individualverkehr erstickt, wird dadurch sichergestellt.“

Als nächste Schritte sind vertiefende Planungen erforderlich, unter anderem werden Schall- und Bodengutachten erstellt. Der Aufsichtsrat strebt an, die Planfeststellungsunterlagen noch in diesem Jahr bei der Genehmigungsbehörde, dem RP in Darmstadt, einzureichen. Zuvor will aber die Planungsgesellschaft die frühe Öffent-lichkeitsbeteiligung in Isenburg für den gesamten Streckenabschnitt durchführen; die Veranstaltung soll im Herbst in der Hugenottenhalle stattfinden. Bürger sollen dabei die Möglichkeit erhalten, sich über das Projekt zu informieren und Anregungen abzugeben. Für Rolf Valussi ist Isenburg im Zusammenspiel mit der RTW ein besonderes Beispiel. „Dadurch bekommt Neu-Isenburg praktisch gesehen eine Stadtbahn“, sagt er. Die zusätzliche Strecke wäre übrigens 1,3 Kilometer lang und soll etwa 17 Millionen Euro kosten. Die Gesamtstreckenlänge in Isenburg wird rund 2,3 Kilometer betragen. (lfp)

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