Überprüfung fördert unerwarteten Überschuss zutage

Gebühren für Abwasser sinken

Neu-Isenburg - Das ist doch mal eine gute Nachricht: Für die Isenburger Gebührenzahler dürfte es in Sachen Abwasser ab diesem Jahr günstiger werden. Trotzdem sind Investitionen in Millionenhöhe vorgesehen.

Bisher habe er als neuer Kämmerer ja eher negative Dinge verkünden müssen, sagt Stefan Schmitt gestern; wohl mit Blick auf steigende Gewerbesteuer und Kita-Gebühren. „Deshalb freue ich mich besonders, heute etwas Positives vermelden zu können.“ Schmitts Botschaft: „Die Isenburger Haushalte können sich auf eine Ersparnis einstellen.“ Das sei das Ergebnis einer Neukalkulation von Schmutz- und Regenwassergebühren. Die waren zuletzt im Jahr 2012 angehoben worden. „Seitdem haben sich die Kosten im Abwasserbereich so unterschiedlich entwickelt, dass die gesetzlichen Vorgaben eine Anpassung der Gebühren notwendig machen“, berichtet der Magistrat. Die Neukalkulation liegt nun vor. Im Ausschuss habe es bereits ein einstimmiges Ja zu der Drucksache gegeben, sagt Schmitt. Gestern Abend lag das Thema „Anpassung der Abwassergebühren“ der Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Entscheidung vor.

Der Magistrat erläutert: „Nachdem die gesetzliche Pflicht zur Überprüfung der Hausanschlusskanäle gemäß der Eigenkontrollverordnung und des hessischen Wassergesetzes nicht umgesetzt wurde, entfällt die Gebühr, die in der Abwassergebühr enthalten ist und Grund für die letzte Erhöhung 2012 war.“ Es sei ein Überschuss entstanden, der nun an die Gebührenzahler zurückzugeben sei.

Die Schmutzwasserkanalgebühr sinkt um 27,5 Prozent, von zwei Euro pro Kubikmeter auf 1,45 Euro – zu verbuchen ab 1. Januar 2017. Gestiegen ist hingegen die Regenwasserkanalgebühr um 11,48 Prozent – von 6,88 auf 7,67 Euro pro zehn Quadratmeter. Fazit: Im Ergebnis sinke die Entwässerungsgebühr, sagt Schmitt. Ein Beispiel: Für eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 140 Litern pro Person und Tag, die in einem 100-Quadratmeter-Einfamilienhaus lebe, sei eine Ersparnis von rund 88 Euro pro Jahr drin, rechnet der Magistrat vor.

Trotz sinkender Gebühr seien in Sachen Abwasser Investitionen von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro nötig und geplant, ergänzt der Kämmerer. Unter anderem muss, nachdem nun das Regenwasserklärbecken in Gravenbruch fertig ist, „die dort vorhandene Pumpentechnik einschließlich der umgebenden Bauten“ erneuert werden. Im Schmutzwasserbereich stehen Sanierungen in den Hebewerken an. Die Anlage in der Werner-Heisenberg-Straße beispielsweise ist laut Drucksache komplett zu erneuern. (hov)

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