Koalition will Hauptwege der Schüler sicherer machen

Gibt es in Neu-Isenburg bald Radstraßen?

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Die Bahnhof- als Fahrradstraße? Wie sich das machen ließe, sollen Fachleute klären. Von der Hugenottenallee kommend, die vorne quert, darf man heute gegen die Richtung in die Einbahnstraße Bahnhofstraße fahren – wie Inge Ammon es gerade tut. Doch wie wird das bei einer Fahrradstraße, wenn Radler die ganze „Fahrstraße“ nutzen dürfen?

Neu-Isenburg – In Dreieich, Langen und Offenbach gibt es bereits Fahrradstraßen; überhaupt sind sie derzeit ein viel diskutiertes Thema.

Auch in Neu-Isenburg steht das Schlagwort seit einiger Zeit im Raum: „Für Neu-Isenburg soll die Einrichtung von Fahrradstraßen geprüft werden“ – so steht es im 2015 beschlossenen Radverkehrskonzept. Den Vorschlag hatte die Hochschule Darmstadt als mittelfristige Maßnahme eingebracht. Der Magistrat hat jedoch stets betont, dass vor der Umsetzung zunächst die Planungen vertieft und die Kosten ermittelt werden müssen. Im Mai 2017 gab es dazu einen Workshop mit Bürgern, Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt und Vertretern der Stadt. Ziel: geeignete Straßenabschnitte identifizieren, Strategien zur Umsetzung diskutieren.

Radwege wiederherstellen in Zeppelinheim: Nach dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle Ludwig-Dürr-Straße fehlen die Markierungen der Radwege.

Mit der Einstufung als Fahrradstraße genießen Pedaleure einige Privilegien gegenüber dem motorisierten Verkehr; sie haben Vorrang und dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren. Kraftfahrer müssen ihre Geschwindigkeit an die des Radverkehrs anpassen; sie dürfen höchstens 30 fahren. Als Möglichkeiten für die Einrichtung einer Radstraße wurden die Bahnhofstraße, Hugenottenallee, Offenbacher- und Stoltzestraße genannt – die Stoltzestraße wurde gar vertieft untersucht. Auch eine gemeinsame Ortsbesichtigung einer Fahrradstraße in Langen gab es.

Kurz: Die Idee der Einrichtung von Fahrradstraßen in Isenburg gibt es schon länger, so richtig konkretisiert wurde sie bislang aber nicht. Nun will die Koalition aus CDU, Grünen und FWG mit einem Antrag zur nächsten Stadtverordnetenversammlung Schwung ins Thema bringen. Die Antragsteller schlagen vor, das Parlament möge in seiner Sitzung am morgigen Mittwoch (19 Uhr, Rathaus) den Magistrat beauftragen, „unter Einbindung der Hochschule Darmstadt und der AG Radverkehr zu prüfen, welche zentrumsnahen Nord/Süd- sowie Ost/West-Verbindungen als Fahrradstraßen in Frage kommen“. Dabei solle berücksichtigt werden, „dass die Ost/West-Strecke den Fahrradschnellweg im Westen und die Nord/Süd- die Ost/West-Strecke kreuzen, weiterhin sollen die weiterführenden Schulen nach Möglichkeit angebunden werden“. Was es kosten würde, Fahrradstraßen einzurichten, soll der Magistrat ebenfalls ermitteln.

Insbesondere, so heißt es im Antrag, „soll geprüft werden, ob, wie und mit welchem finanziellen Aufwand es möglich ist, eine Fahrradstraße in Ost/West-Richtung auf der Bahnhofstraße und in Nord/Süd-Richtung auf der Waldstraße, alternativ vorzugsweise auf der Beethovenstraße, einzurichten“.

Die Umwidmung einer Straße zur Fahrradstraße sei ein „geeignetes, bewährtes und kostengünstiges Mittel, um Radverkehr zu bündeln und die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, schreiben die Fraktionschefs Patrick Föhl (CDU) und Maria Sator-Marx (Grüne) sowie FWG-Vertreter Frank Wöllstein.

Besonders wichtig sei ihr, so erläutert Sator-Marx im Gespräch, der Fokus auf sichere Radwegsverbindungen für Schüler. „Mein Interesse ist vor allem, dass die Schüler zum Beispiel vom Bahnhof sicher mit dem Rad in die Goetheschule kommen.“ Insofern richtet sich ihr Fokus auf die Bahnhofstraße als Fahrradstraße. Zu klären sei diesbezüglich mit Hilfe von Fachleuten beispielsweise, wie sich eine ordentliche, sichere Verbindung von der Frankfurter in die Offenbacher Straße hinkriegen lasse. Und auch für diejenigen, die von Isenburg aus nach Dreieich zur Schule oder zur Arbeit radeln, wünsche sie sich eine sichere Verbindung.

So kommen Radfahrer gut durch den Winter

Aus Zeppelinheim meldet die Politik gestern ebenfalls Handlungsbedarf in Sachen Radverkehr: Die Grünen kritisieren, im Zuge der Umbauarbeiten der Bushaltestellen Ludwig-Dürr-Straße in beide Richtungen seien die Radwege unterbrochen und die Anbindung bisher nicht wiederhergestellt worden. „Aus Richtung Bahnhof, bei Querung der Ludwig-Dürr-Straße, wurde die rote Straßenmarkierung entfernt, des Weiteren ist keine Fortführung des Radwegs sichtbar oder ausgeschildert“, schreibt Torsten Pehns, der für die Grünen im Ortsbeirat sitzt. In der Gegenrichtung fehle die Anbindung vom Radweg auf dem Bürgersteig zum markierten Radweg auf der Straße. „Die frühere Abflachung, die dies ermöglichte, wurde nicht wieder eingerichtet und es ist keine neue Option zur Anbindung ersichtlich.“

Die Grünen bitten daher den Magistrat, „die Radwege an der Flughafenstraße in beide Richtungen wiederherzustellen“. (hov)

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