Als Sportamtsleiter, Schiedsmann und Vereinsmensch viel erreicht

Trauer um Günter Salzmann: „Er war ein Glücksfall für die Stadt“

+
Die Stadt ehrte Günter Salzmann im Jahr 2013 für sein langjähriges Engagement als Schiedsmann mit der Bürgermedaille, das Bild entstand damals bei der Übergabe im Rathaus.

Neu-Isenburg - Trauer um Günter Salzmann: Der langjähriger Sportamtsleiter und ehrenamtliche Schiedsmann ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren verstorben.

„Mit Günter Salzmann verlieren wir eine starke Persönlichkeit, die immer in besonderer Weise mit unserer Stadt verbunden war und viel für die Bürger getan hat“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel. „Als Leiter des städtischen Sportamts legte er wichtige Grundlagen für die heutige hervorragende Infrastruktur für die Isenburger Sportvereine. Als Schiedsmann vermittelte er über viele Jahre zwischen den streitenden Parteien und es gelang ihm, mehr als die Hälfte der Fälle zu schlichten, ohne das Gerichte bemüht werden mussten.“

Salzmann sei es zu verdanken, dass Isenburg heute einen Top-Ruf als Sportstadt genieße. So hat er in seiner Zeit im Sportamt beispielsweise auch große Breitensport-Veranstaltungen wie den Hugenottenlauf etabliert, den Lauftreff, die Radtouristik-Rundfahrten oder die Fußball-Stadtmeisterschaften.

Günter Salzmann, der im Juni 90 geworden wäre, begann 1974 als Verwaltungsangestellter bei der Stadt. 1979 übernahm er die Leitung des damaligen Sport- und Badeamtes. Ein Posten, den er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1993 innehatte. Während dieser Zeit entwickelte die Stadt gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Neu-Isenburger Vereine ein komplexes und gerechtes Richtlinienwerk für die Vereinsförderung. Der groß angelegte Umbau des Waldschwimmbads wurde ebenso aufs Gleis gesetzt wie der Bau neuer Sporthallen und Sportanlagen – etwa im Buchenbusch und an der damals neu erbauten Goetheschule.

Gleichzeitig initiierte und organisierte Salzmann aber eben auch diverse große Sportveranstaltungen wie den Trimm-Trab ins Grüne, die teils bis heute großen Zuspruch finden. Auch die Verbindungen zu den Partnerstädten waren ihm stets ein großes Anliegen. Bei der Organisation von vielen Veranstaltungen in und mit den Partnerstädten war Günter Salzmann federführend dabei.

Seine ausgleichende Art, seine Menschenkenntnis und sein Blick fürs Praktische haben seine Arbeit als Schiedsmann geprägt, die er nach seinem Eintritt in den Ruhestand 17 Jahre lang ausübte. Die Stadtverordnetenversammlung wählte Salzmann 1995 zum Schiedsmann der Stadt, bis Ende 2012 hatte er das Amt inne. Gerade weil Günter Salzmann eben ein Isenburger Urgestein gewesen sei, so Hunkel, und bekannt wie ein bunter Hund, sei er als Schiedsmann so erfolgreich gewesen. „Er war eine Institution.“ Sein Rat war in verfahrenen Nachbarschaftsstreitigkeiten genauso gefragt wie bei Beleidigungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Hausfriedensbruch.

Online trauern auf trauer.op-online.de

Mit seinem profunden Fachwissen und seiner Art habe Salzmann vielen geholfen, betont die Stadt. Ihm sei es immer wichtig gewesen, auch die Hintergründe eines Streitfalls genau zu kennen. Daher hat er sich bei Nachbarschaftsstreitigkeiten die Angelegenheit auch gerne mal vor Ort angeschaut und gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen gesucht.

Zehn Jahre, von 1996 bis 2006, war der Fußballfreund Salzmann außerdem Vorsitzender des Clubs der Altfußballer. In dieser Zeit hat er die Finanzen des Vereins saniert, das Vereinsleben wiederbelebt und die Mitgliederzahl von rund 40 auf über 130 gesteigert. „Günter Salzmann war ein Glücksfall für die Stadt. Als Sportamtsleiter, als Schiedsmann und als Vereinsvorsitzender war er genau der richtige Mann am richtigen Platz. Er hat große Spuren hinterlassen und wir werden ihn sehr vermissen“, sagt der Bürgermeister. Für sein großes ehrenamtliches Engagement als Schiedsmann und als Vorsitzender des Clubs der Altfußballer hat die Stadt Günter Salzmann im Jahr 2013 mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 22. Februar, um 13.30 Uhr auf dem Alten Friedhof statt. (hov)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare