Spendenaktion der Goetheschüler

Gorillas mit dem Handy helfen

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Die Schüler um Lehrerin Alexandra Morón Zirfas haben in der Projektwoche zum Thema „Umweltschutz und Klimawandel” an der Goetheschule ein Projekt zum Thema „Handys sammeln für Gorillas” gestartet. Die Jungen und Mädchen entwarfen eigens Plakate und gaben erste Handys ab. Seit gestern steht auch eine Handysammelkiste im Foyer des Rathauses.

Neu-Isenburg - Ein Handy, das ist für viele Leute nur ein Apparat, mit dem man seine Freunde anruft. Dass Gorillas durch die Produktion und den Verkauf von Handys bedroht sind, wissen viele nicht.

Anders ist das bei den Goetheschülern, die sich anlässlich der Projektwoche zum Thema „Umweltschutz und Klimawandel” in einem Projekt zum Thema „Handys sammeln für Gorillas” engagieren. Zum einen beschäftigen sich die Schüler theoretisch mit dem Abbau von seltenen Erden und der damit verbundenen Zerstörung des Lebensraums von Gorillas.

Und zum anderen werden sie mit Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) selbst aktiv: Die Klasse 5b sammelt nun alte Handys, um diese der Zoogesellschaft zu übergeben. Die bekommt für jedes zu recycelnde Handy einen Geldbetrag und kann somit gestärkt ihre Arbeit für die Arterhaltung und Pflege der Gorillas weiterführen.

Die Motivation der Kinder war die von ihnen selbst so formulierte Gleichung: „Wir telefonieren hier in Neu-Isenburg mit den neusten Handys, während gleichzeitig eine Gorillafamilie ihr Zuhause verliert. Gorillas sind doch mit uns verwandt und eine bedrohte Tierart. Da muss man was tun und anderen Menschen erklären, dass Handyakkus nicht in den Müll gehören.“

Immer wieder treffen Meldungen aus dem Kongo, Zaire und anderen zentralafrikanischen Ländern ein, dass Wilderer Gorillas getötet hätten. Nicht irgendwo im Dschungel, sondern in den Bergwäldern der Nationalparks. In der Not frisst bekanntlich der Teufel auch Fliegen – und Milizen gönnen sich, auch ohne Not, schon mal Gorilla-Fleisch. Manchmal werden aber auch gezielt Muttertiere getötet um an die Jungtiere zu kommen, die dann „legal“ an Tierparks verkauft werden. In seinem sehr interessanten Vortrag schilderte Michael Kauer von der ZGF den Schülern den Tod bringenden Kreislauf für die Berggorillas. „Es ist unmöglich, alle Lebensräume der Berggorillas zu schützen, aber selbst in die Nationalparks dringen immer wieder bewaffnete Milizen ein, die sich mit den Rangern Gefechte liefern“, verwies Kauer auf allein sieben getötete Ranger im vergangenen Jahr im Virunga Nationalpark. „Es ist nicht die unbedingte Notwendigkeit, an das Fleisch von Gorillas zu kommen. Es sind die Jungtiere, die viel Geld bringen, aber es ist oft auch einfach die reine Lust am Töten wehrloser Tiere“, betont Kauer. Die größte Gefahr gehe von den illegalen Minen aus, aber auch der Bevölkerungsdruck werde auf die noch unbewohnten Regionen immer größer. „Um den Nationalpark Virunga leben mittlerweile rund eine Million Menschen und es werden immer mehr“, blickt Kauer in eine düstere Zukunft der Gorillas. Denn die Menschen brauchen Holz zum Kochen und Heizen.

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In den Minen werden vor allem die wertvollen Rohstoffe Kupfer, Gold, Silber aber auch Palladium und das für Handys und Smartphones so wichtige Tantalerz Coltan gefördert.

Die Goetheschüler wollen nun den Gorillas helfen. Was sie dafür tun können? Seit ein paar Jahren arbeitet die ZGF mit lizenzierten Recyclern zusammen, die wertvolle Edelmetalle aus den Akkus von Handys, Smartphones und anderen elektronischen Bauteilen herauslösen. Für solche Unternehmen wollen die Isenburger nun alte Handys sammeln und haben dafür nicht nur entsprechende „offizielle“ Boxen erhalten – sondern, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, auch Plakate gestaltet.

„Die Schüler meiner Klasse waren sofort begeistert und haben sich mit dem Thema sehr intensiv befasst“, beschreibt Klassenlehrerin Alexandra Morón Zirfas das Engagement der 5b. In Abstimmung mit der Schulleitung und der Stadt wurde nun erreicht, dass sowohl in der Schule als auch im Rathausfoyer eine Sammelbox steht. Nach den Sommerferien werden diese wieder eingesammelt. Die Handys, die – so hoffen die Schüler – dann zahlreich darin gelandet sind, gehen an die ZGF.

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Im vergangenen Jahr konnte die Gesellschaft rund 30.000 Smartphones und Handys sammeln und erhielt dafür 11.000 Euro. (lfp)

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