An Goetheschule 

Gratiswasser für alle Schüler

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Trinkwasser marsch! Steht in der Schule ein Wasserspender, trinken Kinder mehr Wasser und leben so gesünder, sind Fachleute, Eltern und Lehrer überzeugt. Auch in der Goetheschule wird der neue Spender von den Schülern rege genutzt.

Neu-Isenburg - Die Niederlande machen es im großen Stil vor: Tausende Trinkwasserspender stehen dort an öffentlichen Orten, um die Leute mit kostenlosem Wasser zum Trinken zu animieren. Von Barbara Hoven

Ein Projekt, das im Kleinen nun auch in Neu-Isenburg Schule macht: Seit August gibt’s an der Goetheschule den kostenlosen Durstlöscher für alle, bis heute haben die Schüler bereits 6 800 Liter Wasser verbraucht.

„Schon seit 2001 gab es die Idee, kostenlos Trinkwasser als bessere Alternative zu süßen Getränken anzubieten“, sagt Schulleiter Ralph Hartung. Auch als er vor anderthalb Jahren an das Gymnasium kam, sei dies eins der ersten Anliegen gewesen, mit dem Eltern und Schüler zu ihm kamen. „Als man sich dann endlich auf den Weg machte, ging alles ganz schnell“, sagt Susanne Schmidt. Die Vorsitzende des Fördervereins war es auch, die den Spendenaufruf mitorganisierte, um die Sache zu finanzieren. Der Wasserspender kostete samt Montage, erster Kohlensäureflasche und 500 Trinkflaschen 6 150 Euro. Eltern, Vereine und Unternehmen wurden um Unterstützung gebeten. Sogenannte „Tropfen“ ab fünf Euro konnte man spenden, der Kreis Offenbach steuerte 1000 Euro bei. „Und auch die Stadt hat mit 1500 Euro für eine sehr große Pfütze gesorgt“, freut sich Schmidt. Den Rest, gut 1 600 Euro, hat der Förderverein übernommen. Dieser wird auch die laufenden Kosten von rund 680 Euro pro Schuljahr tragen – für Kohlensäureflaschen und Wartung.

Schnell überzeugt

Gestern gab’s von Stadtwerke-Chef Eberhard Röder (rechts) 900 Gratis-Trinkflaschen.

Nach den Sommerferien haben die mehr als 1000 Goetheschüler den Wasserspender in Betrieb genommen, für die neuen Fünftklässler gab’s als Willkommensgeschenk vom Förderverein passende Trinkflaschen. Hartung und Schmidt sind sich gestern einig: „Das Projekt ist ein voller Erfolg. Mit so viel Durst haben wir gar nicht gerechnet.“ Ihr Dank geht an alle, die zur Umsetzung beigetragen haben, „sei es mit Tropfen oder Pfützen“. Und an Stadtwerke-Chef Eberhard Röder, der gestern noch einen drauf setzt: Bepackt mit 900 Trinkflaschen ist er gekommen, damit alle Schüler das passende Gefäß haben, um sich Wasser zu zapfen. Als er vom Projekt hörte, sei er sofort davon überzeugt gewesen, sagt Röder. Schließlich gehe es dabei um Trinkwasser, „ein Produkt, das in bester Qualität zum Kerngeschäft der Stadtwerke gehört“. Daher sei er immer bemüht, das Isenburger Wasser auch als Trinkwasser in die Köpfe zu bringen. „Schließlich ist es das preiswerteste Getränk, das es in der Stadt gibt“, so Röder.

Auf die Frage, warum es einen speziellen Spender braucht und nicht der Hahn ausreicht, antworten die Macher, zum einen spiele es eine Rolle, dass das Wasser so gesprudelt zur Verfügung steht. Zudem mache das Gerät den Zugriff aufs Getränk durchaus attraktiver für die Jugend. Im öffentlichen Raum spiele außerdem Hygiene eine Rolle – der Zapfhahn ist etwa vor Berührung geschützt.

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