Besonderer Unterrichtstag

Huha statt Klassenzimmer

650 Schüler in der Huha: Bei dem besonderen Schultag wurde auch ein Scheck an die Kinderkrebshilfe überreicht. - Fotos (2): Postl
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650 Schüler in der Huha: Bei dem besonderen Schultag wurde auch ein Scheck an die Kinderkrebshilfe überreicht.

Neu-Isenburg - Die Abiturklassen an der Goetheschule haben mündliche Prüfungen, da darf ruhig mal Ruhe im Schulhaus herrschen. Also verlegte man den Unterricht für die restlichen Schuljahrgänge gestern einen Tag lang in die Hugenottenhalle.

Doch rund 650 Schüler in einem riesigen Raum zu unterrichten ist ein nahezu unmögliches Unterfangen; also war ein besonderes Konzept gefordert. Es fand sich – und der Stundenplan für den Tag war rasch gefüllt. Die Schüler der Klassen fünf bis neun hörten drei interaktive Vorträge zu Themen wie „Tatort Internet“ oder „Mit Mnemotechnik zum Spitzengedächtnis“. Zudem wurden besonders erfolgreiche Schüler geehrt.

Pause mal anders: Schüler suchen Abkühlung auf dem Rosenauplatz.

Doch der Reihe nach. Zunächst galt es, die logistische Herausforderung zu bewältigen, alle 650 Schüler in geordneten Bahnen in den Hugenottensaal zu bringen. Schulleiter Ralph Hartung übernahm dafür den „Dirigentenstab“, die jeweiligen Klassenlehrer ihre Schüler. „Das hat schon mal wunderbar geklappt“, bedankte sich Hartung bei allen Beteiligten und kündigte gleich eine Überraschung an. „Wir wollen heute die Hälfte des Erlöses aus dem Sponsorenlauf an unserer Schule einer Institution übergeben, die sich um Kinder kümmert, denen es leider nicht so gut geht wie Euch“, hieß der Direktor die Vertreter vom Verein Hilfe für krebskranke Kinder aus Frankfurt willkommen. „Ihr habt sagenhafte 17.000 Euro erlaufen, die Hälfte wollen wir für die Ausgestaltung unseres Schulgeländes verwenden, die andere Hälfte spenden“, so Hartung. Unter großem Beifall nahm Helga von Haselberg, die Vorsitzende des Vereins, den Scheck über 8500 Euro in Empfang: „Ihr seid einfach klasse, ich möchte mich bei Euch herzlich im Namen der Kinder bedanken“, sagte sie.

Lebendiger Unterricht

Dann ging’s zum schulischen Teil über. Eine recht lebendige Unterrichtsstunde gab es mit Gedächtnistrainerin Laila Matejka, die die Schüler begeisterte. Ein Beispiel: „Wer kann mir die letzten elf US-Präsidenten nennen?“, fragte sie in den Raum. Stille. „In zehn Minuten könnt ihr das“, behauptete sie und legte eine „Körperliste“ an. So wurde Truman zum Symbol für das Knie, George W. Bush für den Ellenbogen oder John F. Kennedy für die Stirn. Mit der Assoziationsmethode überraschten sich die Schüler bald selbst. „Ja, ich kann das auch!“, war denn auch das Erfolgserlebnis des Schultags in der Huha.

Über das Thema Sicherheit im Internet und die Gefahren, die dort lauern, klärten gleich drei Spezialisten auf. Christian Schülke, Hajo Giegerich sowie der Fachberater Cybercrime beim Polizeipräsidium Südosthessen, Markus Wortmann, stellten sich vor den dicht gefüllten Saal. „Wer hat ein Handy oder Smartphone?“, fragte Giegerich. Klar, da gingen alle Hände hoch. Dann wurde die „Smart-Familie“ in jene von Apple mit dem Betriebssystem IOS und in den Rest der Welt mit dem Betriebssystem Android gespalten. „Rund 80 Prozent der Hacker-Angriffe betreffen Android, doch auch bei den iPhones gibt es inzwischen recht kluge Trojaner“, wollte Wortmann niemanden in Sicherheit wiegen. Wie schnell sich jemand in ein Gespräch zwischen zwei Smartphones aufschalten kann, das zeigte Christian Schülke mit seiner Live-Hacking-Demonstration.

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„Diese Gefahr besteht aber auch bei der Kommunikation per Computer, wenn eine WLAN-Verbindung genutzt wird“, verwies Hajo Giegerich auf weitere Gefahren. Ist ein Password erst einmal geknackt, dann sind dem ungebetenen Gast buchstäblich Tür und Tor geöffnet. „Wie hast du das gemacht?“, wollte ein erstaunter Schüler wissen und Schülke erklärte die Installation eines Trojaner-Programms. „Das sind meistens Anhänge an ganz vertraulich wirkende Mails, doch wenn man sie öffnet geht alles automatisch und blitzschnell“, so Schülke. Er riet zu ständigen Updates der genutzten Programme, denn auch die Betreiber hätten ein Interesse an einer möglichst hohen Sicherheit für ihre Nutzer.

Wortmann empfahl, Passwörter mit mehr als vier Zeichen – und schon gar nicht viermal die Null. Vor allem bei kostenlosen Apps solle man auf deren Nützlichkeit achten. „Wer braucht eine Taschenlampen-App?“, nannte er ein Beispiel. Aber auch Lehrer und Eltern sollten mit der gebotenen Vorsicht das Internet nutzen und nicht Infos hinterlassen, die möglicherweise „die ganze Welt“ lesen könnten. J lfp

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