Schüler nehmen Haus 6 in Beschlag

Im Bewegungsraum haben sich’s diese Jungs gemütlich gemacht. An das neue KIZ-Domizil haben sie sich längst gewöhnt.
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Im Bewegungsraum haben sich’s diese Jungs gemütlich gemacht. An das neue KIZ-Domizil haben sie sich längst gewöhnt.

Gravenbruch - „Erwachsene ohne Begleitung von Kindern haben keinen Zutritt!“, so steht’s auf einem Schild im Haus 6 der Ludwig-Uhland-Schule. Von Cora Werwitzke

Ganz so streng sind die Grundschüler dann aber doch nicht: Gegen Betreuer, die während der Schulzeit im Bauraum der neuen Gravenbrucher Betreuungshochburg schon mal Spiele und Aktionen vorbereiten, haben sie jedenfalls nichts.

Seit Anfang des Schuljahrs ist in der Grundschule am Dreiherrnsteinplatz auch der Hort „KIZ“ untergebracht. Das ehemalige Kinderzentrum (KIZ) an der Schwalbenstraße war für die knapp 50 Kinder zu klein geworden. Deswegen bezog der Hort nach den Sommerferien das Gebäude 6. Damit wurden die Betreuung der Uhland-Schule und die Hortbetreuung zusammengeführt, sodass jetzt insgesamt 102 Schulkinder bis 14 oder 17 Uhr betreut werden. Das Herrichten des Gebäudes ließ sich die Stadt 80 000 Euro kosten.

Hintergrund ist, dass die Ganztagsbetreuung an der Grundschule ausgebaut werden soll. Ursprünglich war dieser Schritt erst nach dem für 2013/14 vorgesehenen Umbau der Ludwig-Uhland-Schule geplant. Die Stadt will mit 2,5 Millionen Euro einen Neubau für Ganztagsbetreuung und Stadtteilbibliothek finanzieren. Weil aber der Bedarf schon jetzt vorhanden ist, stellt der Kreis für einen Zeitraum von zwei Jahren als Übergangslösung das Gebäude 6 zur Verfügung.

Das pädagogische Konzept überarbeitet

„Menü des Tages: Gemüsesuppe mit Brot und Kräuterfrischkäse“, steht auf einer Tafel, von der aus sich auch in die Küche des umgezogenen Kinderzentrums lunsen lässt. Der alte und neue KIZ-Leiter Dirk Schloßhauer schildert, dass das Mittagessen im „Kinderrestaurant“ im Zweischichtsystem abläuft. „So haben alle Platz, das funktioniert gut.“ Er betont, dass sich das Team des Kinderzentrums („Dieser Name passt jetzt noch viel besser zu uns.“) noch in der Erprobungsphase befindet. „Wir haben nicht nur den Ort gewechselt“, erläutert der KIZ-Leiter, „sondern das ganze pädagogische Konzept überarbeitet.“

So sind die Kinder nicht mehr wie am alten Standort in Gruppen eingeteilt, sondern können sich jeden Tag aufs Neue für einen von sechs Bereichen entscheiden: Heute Lust auf Töpfern? Auf Spiele? Verkleiden? Lesen? Wer sich gerade im Ober- oder Untergeschoss, in der Töpferwerkstatt oder draußen aufhält, zeigt eine große Magnettafel am Eingang. Jedes Kind schiebt seinen Namen in den jeweiligen Bereich. „Das haben alle sofort verstanden – auch die Erstklässler“, sagt Dirk Schloßhauer, der davon ausgeht, dass der Bedarf an Nachmittagsbetreuung noch steigen wird. „Mit den Erstklässlern ist der erste Jahrgang dreizügig. In Zukunft wird das für die ganze Schule gelten.“ Nach dieser Rechnung könnten in wenigen Jahren 240 Kinder in Gravenbruch zur Schule gehen. Das KIZ hätte Kapazitäten für Zweidrittel dieser Grundschüler. „Das wären 160, wir haben also noch Luft“, so Schloßhauer.

In den ehemaligen KIZ-Standort an der Schwalbenstraße steckt die Stadt derweil 100.000 Euro. Dort entstehen eine Kita für 50 Kinder sowie zwölf U3-Plätze. Die Trägerschaft übernimmt der Verein Kaleidoskop.

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