Neue Kraft schöpfen

Wanderprojekt mit Langzeitarbeitslosen auf dem Jakobsweg

Unmittelbar vor dem Start der Wanderung auf dem Jakobsweg überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger den Scheck der Stiftung „Miteinander Leben“ an Montserrat Mojica, die eine Pilgerurkunde in Händen hält. Mit auf dem Foto sind Felix Albert und Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten. 
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Unmittelbar vor dem Start der Wanderung auf dem Jakobsweg überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger den Scheck der Stiftung „Miteinander Leben“ an Montserrat Mojica, die eine Pilgerurkunde in Händen hält. Mit auf dem Foto sind Felix Albert und Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten.

Mit einem Scheck in Höhe von 4 000 Euro hat die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger die katholische Kirchengemeinde St. Christoph besucht. Die Stiftung „Miteinander Leben“ unterstützt damit ein Wanderprojekt mit Langzeitarbeitslosen auf dem Jakobsweg.

Gravenbruch – Mit dabei waren neben der Initiatorin Montserrat Mojica (Caritasverband Offenbach) auch Felix Albert von St. Christoph, der die Aktion begleitet.

Pilgern liegt weiter im Trend. Allein 2018 begaben sich 327 378 Frauen und Männer auf den berühmten Jakobsweg im Norden Spaniens. Montserrat Mojica, seit 32 Jahren in Diensten des Caritasverbands Offenbach, hat diesen bereits bewältigt und weiß um die Herausforderungen und positiven Auswirkungen. Persomen, die aus ihrer Lebensbahn geworfen werden, können durch das Pilgern wieder zurück auf einen Pfad finden, der ihnen eine Perspektive gibt. „Gerade Mitmenschen im Alter von 50 bis 60 Jahren, die durch verschiedene Schicksalsschläge ihrer Lebensplanung beraubt wurden, leiden sehr unter der meist nicht selbst verschuldeten Situation“, betont Mojica. Diese Erkenntnis hat sie als langjährige Mitarbeiterin des Caritasverbandes zu Genüge machen müssen. „Infolge von längerer Arbeitslosigkeit und einhergehender Armut ziehen sich viele zurück, werden gar krank, depressiv, antriebs- und auch perspektivlos“, weiß sie. Dem will das Projekt „Auf Jakobs Wegen – fit und gesund pilgern“ entgegenwirken.

Gravenbruch: “So gelöst, dass Tränen fließen“

„Wenn man die strapaziöse Wegstrecke gemeistert hat, ist man nicht nur innerlich voller Stolz, sondern auch emotional so gelöst, dass Tränen fließen“, beschreibt sie ihr Erlebnis. Da sie sich mit den vier Männern und zwei Frauen im Alter von 52 bis 62 nicht „blind“ in das Abenteuer der rund 200 Kilometer langen Pilgerstrecke stürzen wollte, gab es eine intensive Vorbereitungsphase. „Wir haben miteinander diskutiert, ob wir das wirklich wollen“, erklärt Mojica. Durch ein gezieltes Training und Treffen, bei denen es um gesunde Ernährung, körperliche Fitness und die Bedeutung einer Pilgerreise ging, wurde die Gruppe mit den Herausforderungen einer 200 Kilometer langen Strecke vertraut gemacht. „Wir haben auch eine zweitägige Wanderung im Taunus unternommen und unterwegs in einer Kirchengemeinde übernachtet“, berichtet Mojica.

Für die Gruppe ist der Startschuss bereits gefallen: Von Ferrol geht es über Santiago de Compostela bis zum Kilometerstein 0,00 in Finisterre. Dort ist die Ankunft am 29. November geplant. Jeden Morgen gibt es eine kleine Andacht, anschließend soll beim Wandern meist geschwiegen werden. „Aber man ist nicht allein, das ist wichtig“, sagt der Gravenbrucher Felix Albert, der als zweiter Caritas-Begleiter mit auf dem Jakobsweg ist.

Gravenbruch: Glauben an sich selbst zurückbekommen

„Die körperlichen und seelischen Herausforderungen sollen den Langzeitarbeitslosen die Erkenntnis vermitteln, dass sich Anstrengung und Einsatz lohnen können. Sie sollen ein Stück Glauben an sich selbst zurückbekommen“, begründet Claudia Jäger, die auch stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Miteinander Leben“ ist, die finanzielle Unterstützung. Jeder Teilnehmer muss 70 Euro beitragen, der Rest übernimmt die Caritas „Wir haben uns riesig über diese Spende gefreut, das hilft allen“, bedankt sich auch Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten.  

lfp

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