Sein Tor bescherte dem Isenburger Fußball seinen größten Tag

Große Trauer um „King“ Helmut Stamer

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„King“ Stamer zeigt bei einer Veranstaltung 2013 sein Jubelbild von damals, als ihm in Berlin der Siegtreffer gelang.

Neu-Isenburg - Die Isenburger Fußball-Legende Helmut Stamer, der von allen nur „King“ genannt wurde, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren.

Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt sind tief betroffen: „Der ‘King’ war für viele Generationen ein Idol. Sein Tod macht uns sehr traurig. Wir werden ihn vermissen und nie vergessen.“ Mit seinem entscheidenden Fußballtor im Olympiastadion in Berlin schrieb er Stadtgeschichte. Das „Wunder von Neu-Isenburg“ geschah am 24. Juni 1956, als die Spielvereinigung 03 die Fußball-Amateurmeisterschaft mit 3:2 gegen den VfB Speldorf gewann. Vor 40.000 Zuschauern landete „King“ Stamer in der 75. Minute den entscheidenden Siegestreffer. Der damals gerade 21-Jährige schoss damit seinen Club zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte – der bis heute ungebrochen ist.

Die erfolgreiche Elf um Stamer bescherte Isenburg auch den ersten Autokorso. Bei ihrer Rückkehr säumten mehr als 15.000 Menschen die Straßen und jubelten. Darunter der damals elfjährige Hunkel: „Ich kann mich noch gut an diese einmalige Atmosphäre erinnern. Er hat uns allen bewiesen, dass es möglich ist, seine Träume zu verwirklichen, wenn man dafür kämpft.“ Der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur hat den Sportler 1999 in besonderer Weise gewürdigt und seine Geschichte für die Nachwelt gesichert – im Bildband „Neu-Isenburg: Die ganz besondere Stadt“ ist die Geschichte seines legendären Tors im Olympiastadion festgehalten.

Seinen Spitznamen „King“ erhielt Stamer, weil ihn sein Trainer Erwin Schädler einmal wegen seines Spiels mit den Worten „Sie bewegen sich wie ein König“ kritisierte. Der „King“ wurde von Spielern und Gegnern respektiert. Er war bekannt für seine Pfiffigkeit auf dem Platz und seine „schlitzohrigen“ Tore. Trotz seiner 1,61 Meter nahm er es mit den größten Gegnern auf. Nachdem er an dem Zwei-Meter-Verteidiger vom ABV Cham nicht vorbei kam, schlüpfte er ihm kurzerhand zwischen den Beinen hindurch.

Bis zuletzt blieb Stamer den Nulldreiern treu. Er war immer dabei, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Seine Meinung war im Vorstand gefragt, er half tatkräftig bei Veranstaltungen und war oft als Zuschauer bei den Spielen. Er war Mitglied im Club der Altfußballer sowie ein Freund und Gönner der Schützengesellschaft. Die Trauerfeier findet am heutigen Donnerstag um 13.30 Uhr auf dem Waldfriedhof statt.

hov

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