MODELLEISENBAHNEN Der Neu-Isenburger Wolfgang Schulte-Sasse ist seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Sammler

Großer Bahnhof für kleine Loks

Mit dem Großvater an der Eisenbahn: Emil (vorne) und Moritz mögen es sehr gerne, gemeinsam mit Wolfgang Schulte-Sasse die Züge zu steuern.
+
Mit dem Großvater an der Eisenbahn: Emil (vorne) und Moritz mögen es sehr gerne, gemeinsam mit Wolfgang Schulte-Sasse die Züge zu steuern.

Da schlagen die Herzen von Fans von Modelleisenbahnen höher. Der Neu-Isenburger Wolfgang Schulte-Sasse verfügt über zwei beeindruckende Anlagen, die über die Jahrzehnte entstanden sind.

Wolfgang Schulte-Sasse beobachtet seine Enkelkinder mit einem Lächeln: „Es freut mich natürlich, dass sie Spaß an der Anlage haben“, sagt der leidenschaftliche Sammler. Gehörte früher eine Eisenbahn auf den Gabentisch jedes kleinen Jungen zum Weihnachtsfest, haben den Modellbahnen heute längst andere Spielzeuge den Rang abgelaufen – spannend finden die Jungs die große Eisenbahnlandschaft ihres Opas natürlich trotzdem.

In dem großen Raum im Dachgeschoss des Einfamilienhauses im Buchenbusch sind mehr als hundert Meter Schienen verlegt, auf denen die rund 50 Loks in der Spur N ihre Kreise ziehen. „Alle Lokomotiven sind echten Loks nachempfunden. Diese Größe steht im Maßstab 1 zu 160. Ich habe mich nie auf nur ein System festgelegt, habe Loks und Wagen von Arnold, Fleischmann oder Minitrix“, berichtet der Sammler. Er findet es auch nach vielen Jahrzehnten noch spannend, mit den Loks zu arbeiten: „Sie sind so detailgetreu, jeder Aufdruck ist wie auf dem echten Vorbild“, sagt er, während er eine der Loks in den Händen hält und auf die kleinen Buchstaben deutet.

Wann hat seine Leidenschaft für die Eisenbahn begonnen? „Wie wohl jeder Junge zu dieser Zeit habe ich tatsächlich meine erste Lok zu Weihnachten bekommen. Ich habe dann viele Jahre gesammelt“, berichtet Wolfgang Schulte-Sasse. Als Jugendlicher war der Wunsch nach einem Tonbandgerät dann größer – und er machte die Sammlung zu Geld.

„Als mein eigener Sohn dann 1970 geboren wurde, dachte ich: Der Junge braucht eine Eisenbahn – und ich war wieder von dem Fieber gepackt“, erzählt er augenzwinkernd. Über fünfzig Jahre ist die Sammlung des Isenburgers gewachsen. In den Jahren seines beruflichen Lebens als Prokurist der Neu-Isenburger Stadtwerke stand das Hobby hintenan. Als der Elektroningenieur dann in Rente ging, betrieb er sein Hobby ganz intensiv. Neben den Loks, wie den besonderen alten Dieselloks oder dem begehrten „grünen, deutschen Krokodil“, hat er auch viel Liebe in den Aufbau der Landschaft gesteckt. Mit viel Geduld ist die große Stadt entstanden, die nachts beleuchtet werden kann. Die Straßen, Bahnübergänge, der mit Graffiti besprühte S-Bahnhof: All das ist mit viel Geduld gestaltet. Wolfgang Schulte-Sasse hat viel Elektrik verbaut, so dass die Landschaft lebendig wirkt – damit der Dachstuhlbrand auch raucht und die Fahrzeuge alle blinken. Die Trafostation, von der aus alle Züge betrieben werden, ist analog, eine Digitalisierung plant der Sammler nicht. Die ganze Bahn und deren Aufbau auf den rund 8,5 Quadratmetern ist so gestaltet, dass Schulte-Sasse durch das Anheben einzelner Teile überall leicht dran kommt und bei Ausfällen reparieren kann.

„Im Winter spiele ich schon einmal ganze Nachmittag hier oben herum, bastele oder beschäftige mich mit der Eisenbahn-Literatur, die ich auch in der Sammlung habe. Klar, und wenn die Enkel da sind natürlich ganz besonders gerne“, berichtet der siebenfache Opa.

Im Sommer bleibt es im Dachgeschoss dann auch mal wochenlang ruhig. Dann gilt das Interesse der deutlich größeren Außenbahn. Jetzt ist alles winterfest verpackt, aber sobald es warm wird, sind auch die im Garten 120 Meter verlegten Schienen rund um die Beete und den Gartenteich in Betrieb. Dort laufen dann acht verschiedene Zuggarnituren im Maßstab 1:22,5 auf der sogenannten LGB Spur II m. „Das macht mir auch richtig Spaß, die Züge durch den Garten fahren zu lassen.“ Das System ist dann übrigens auch digitalisiert und vom Laptop aus steuerbar. Der Familie fällt es übrigens selten schwer, ein passendes Geschenk zu finden. Eines neues Sammlerstück zu einer der Eisenbahnen passt ganz wunderbar unter den Weihnachtsbaum bei Schulte-Sasses. (Von Nicole Jost)

Die große Gartenbahn ist der ganze Stolz des leidenschaftlichen Sammlers. In seinen Händen eine der sogenannten Krokodil-Loks, die im Winter in der Vitrine steht.
Die Details in der Eisenbahnlandschaft sind immer einen Blick wert, wie hier der Feuerwehreinsatz.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare