Mehr urbanes Grün und neue Verkehrslösungen

Grüne mit großen Zielen: "Weichenstellungen für Jahrzehnte"

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Im Zuge des Stadtumbaus sollen aus Sicht der Grünen kleine Flächen wie dieser Parkplatz an der Frankfurter Straße zu „Grünoasen“ mit verbesserter Aufenthaltsqualität umgewandelt werden.

Neu-Isenburg - Nach FDP und CDU haben sich nun auch die Grünen zu Wort gemeldet und ihre Prioritäten fürs neue Jahr skizziert. Stadtrat und Dezernent Dirk Wölfing will eine baldige Weichenstellung für Klimaschutz und Energiewende, sieht die Stadt aber auch noch vor großen Herausforderungen.

Neu-Isenburg wächst, im Birkengewann wird eifrig gebaut – und weitere Großprojekte in der Stadtentwicklung stehen bevor, allen voran im Quartier Süd. Dies alles wird einen weiteren Bevölkerungszuwachs mit sich bringen. Heißt auch: Nicht nur (hoffentlich) sprudelnde Steuereinnahmen, sondern auch noch mehr Individualverkehr. Mehr Verbrennungsmotoren bedeuten aber auch eine Verschlechterung der Luft und damit der Lebensqualität – doch gerade diese wollen die Grünen verbessert sehen. Stadtrat Dirk Wölfing, Dezernent für Klimaschutz und Energiewende, hat nun in einem Pressegespräch die aus seiner Sicht notwendigen Zielsetzungen vorgestellt. „Wir müssen noch in dieser Legislaturperiode ganz wichtige Weichenstellungen festlegen, die ihre Auswirkungen noch in 20 oder 30 Jahren haben werden“, schiebt der Grünen-Stadtrat vorweg. Um seine Ziele zu erreichen, muss man diese erst einmal definieren. „Neu-Isenburg soll eine grüne, aber auch urbane Stadt sein, in der man sich gut bewegen, aber auch gut heraus und hereinfahren kann – möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, beschreibt Wölfing die Vision grüner Politik, die Realität werden soll.

Vorrangiges Ziel sei es, den CO2-Ausstoß zu verringern. „Wir dürfen nicht nur auf den Autoverkehr zeigen, sondern auch auf alle, die fossile Energieträger nutzen – die ohnehin endlich sind“, betont Wölfing. Die Elektromobilität hält er ebenso für eine Übergangslösung wie die dezentrale Versorgung der Haushalte durch Kraftwärmekopplungsanlagen. „Wir brauchen einen Mix aus vielen alternativen Antrieben, aber auch unterschiedlichen Beförderungsmitteln“, kommt Wölfing auf die Regionaltangente West zu sprechen. Aber auch auf die Vision einer Seilbahn – die er selbst als alternative Verkehrslösung beim Symposium „Quo vadis“ eingebracht habe. So wichtig es sei, bei der Verlängerung der RTW nicht nur über Lärm und Erschütterungen zu reden, so müsse auch ergebnisoffen über eine mögliche Weiterführung der Straßenbahn durch die Frankfurter Straße bis Sprendlingen oder gar bis Langen und Darmstadt geredet werden. „Die Seilbahn, die in Koblenz das Konrad-Adenauer-Ufer am Rhein mit der Festung Ehrenbreitstein verbindet und nur für die Zeit der für die Bundesgartenschau 2011 gedacht war, fährt heute noch“, nennt er ein Beispiel, wie eine Vision die Zeit überdauert habe.

Den Stadtumbau, für den Isenburg beträchtliche Fördermittel zugesagt bekam, wollen die Grünen auch für eine verbesserte Aufenthaltsqualität der Innenstadt nutzen. „Eine Belebung der Fußgängerzone kann man nur erreichen, wenn es die Menschen – aus welchen Gründen auch immer – dorthin zieht. Also müssen wir solche Voraussetzungen schaffen“, findet Wölfing. Aber auch kleinere, unproblematisch umsetzbare Maßnahmen können nach seinen Vorstellungen die City grüner und damit schöner machen. Hier nennt er den kleinen Parkplatz neben dem Sparkassen-Gebäude in der Frankfurter Straße. „Ein paar Bänke, vielleicht noch ein kleiner Brunnen – und fertig ist eine einladende Oase“, schildert Wölfing seine Vorstellung.

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Weitere aktuelle Arbeitsfelder sind aus seiner Sicht ein Gebäudemanagement und der Radverkehr – für beides sieht Wölfing großen Handlungsbedarf. Oben auf der grünen Agenda steht neben dem Entwurf des Quartiers Süd aber auch die Renovierung und Umgestaltung der Hugenottenhalle samt Stadtbibliothek. „Wir müssen festlegen, was wir im Quartier alles haben wollen, auch per Ideenwettbewerb“, betont der Grüne. Dies gelte auch für Huha und Stadtbibliothek, für die er zunächst eine Raumbedarfsanalyse fordert, um dann auch energetisch den Gebäudekomplex „zukunftsfähig“ zu machen. „Es gibt bestimmt viele Synergien mit der Vhs, von der man Teile hier eingliedern kann und andere Teile in einem weiteren Bildungsstandort im bisherigen Branntweinmonopol-Gebäude“, blickt Wölfing schon mal in die Zukunft. (lfp)

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