Der 55-jährige Oliver Gröll will auf den Chefsessel im Rathaus

Grüner Bewerber für die Neu-Isenburger Bürgermeisterwahl

Oliver Gröll will Bürgermeister in Neu-Isenburg werden. Er tritt als Kandidat der Grünen an.
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Oliver Gröll will Bürgermeister in Neu-Isenburg werden. Er tritt als Kandidat der Grünen an.

Der Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Neu-Isenburg im Herbst ist eröffnet: Oliver Gröll hat für die Grünen als erster Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen, um im kommenden Frühjahr Nachfolger von Herbert Hunkel (parteilos) zu werden.

Neu-Isenburg - Die Grünen haben ihn am Montagabend bei einer online abgehaltenen Ortsverbandssitzung einstimmig – bei drei Enthaltungen – nominiert. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

„Die große Einigkeit ist eine gute Basis, besser hätte es kaum laufen können“, sagt Oliver Gröll, der sich als „Neu-Isenburger durch und durch“ bezeichnet, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Kandidat hat einen Großteil seines Lebens in der Hugenottenstadt verbracht und bringt reichlich Erfahrungen in der Kommunalpolitik mit: Viele Jahre lang war Oliver Gröll einer der CDU-Frontmänner der Hugenottenstadt, bevor er im April 2020 zu den Grünen wechselte. In fast drei Legislaturperioden war Gröll zuvor für die CDU Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und vor seinem Wechsel zuletzt Bauausschussvorsitzender sowie Mitglied im Verwaltungsrat des DLB und im Vorstand der Musikschule. Zudem war er Vorsitzender des Vorstands des Friedhofszweckverbandes. Vor allem durch die Geburt seiner Enkel habe sich sein Fokus verändert, begründete Gröll damals seinen Wechsel von schwarz zu grün, der ohne Groll vonstatten ging.

Der Vater von vier Kindern, drei Töchter und ein Sohn, ist beruflich als Vertriebscoach für einen Automobilhersteller im Land unterwegs. Der 55-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Dackeln in der Taunusstraße und ist vielerorts in Neu-Isenburg verwurzelt. Zum Beispiel im Schwimmclub Neu-Isenburg (SCN), dessen Vorsitzender sein Vater viele Jahre lang war. „Ich habe einen großen Teil meiner Kindheit im Schwimmbad erlebt“, erzählt Gröll.

Und was steht inhaltlich ganz weit oben auf seiner Agenda? „Die Themen des Stadtumbaus, die Verkehrsplanungen sowie gerade auch Bau und sozialer Bau sind meine Themen“, sagt Gröll. Vor allem das Thema Verkehr sei ihm eine Herzensangelegenheit, schon lange habe er für die Regionaltangente West (RTW) gekämpft. Es gehe ihm keineswegs darum, den Menschen das Auto wegzunehmen, auch er selbst fahre Auto. Aber da, wo es möglich sei, müsse man noch mehr und bessere Alternativen bieten. „Denn ich habe wirklich Angst davor, was passiert, wenn wir nichts tun“, sagt der 55-Jährige mit Blick auf die Verkehrssituation in der stark wachsenden Stadt. „Wir ersticken ja heute schon in Autos.“

Auch wäre es Gröll wichtig, ein Bürgermeister für alle zu sein und die Menschen mitzunehmen und noch direkter als bisher anzusprechen und ins Boot zu holen. Da komme ihm auch seine Erfahrung aus dem Vertrieb zugute. „Menschen vieler Nationen leben hier, gemeinsam können wir Neu-Isenburg noch besser machen.“ Wann und wie der Wahlkampfauftakt laufen soll, darüber wollen die Grünen in den nächsten Tagen entscheiden.

Mit Wertschätzung spricht Gröll über den amtierenden Bürgermeister Herbert Hunkel (76), der bekanntlich nach langem Überlegen bei der konstituierenden Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung Mitte April bekanntgegeben hatte, nicht noch einmal zu kandidieren. Er hoffe, im Falle eines Wahlsiegs auf die Unterstützung und Ratschläge des langjährigen Rathauschefs zählen zu können. Dessen Amtszeit läuft bis 10. April 2022. Derzeit ist vorgesehen, die Bürgermeisterwahl mit der Bundestagswahl am 26. September zusammenzulegen. Der Magistrat will der Stadtverordnetenversammlung diesbezüglich eine Drucksache für die nächste Sitzung im Mai vorlegen.

Maria Sator-Marx, die gemeinsam mit Gröll das Sprecher-Team im neuen Grünen-Fraktionsvorstand bildet, berichtet gestern zudem von einem weiteren Tagesordnungspunkt, der am Montagabend bei der Ortsverbandssitzung anstand. Stichwort: Koalitionsgespräche. Denn neben der bislang regierenden Koalition aus CDU, Grünen und FWG wären noch weitere Konstellationen denkbar. Dazu zählt eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP.

Nachdem man bislang diese beiden möglichen Stränge im Blick gehabt und verschiedene Gespräche geführt habe, habe der Grünen-Ortsverband nun mit deutlicher Mehrheit pro CDU-Grünen-FWG-Variante entschieden.

Vertiefende Gespräche sollen nun zügig laufen. Maria Sator-Marx rechnet mit einer endgültigen Koalitionsentscheidung in der kommenden Woche.

Von Barbara Hoven

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