Sicher alleine zur Schule

Gefahren von Elterntaxis eindämmen

Neu-Isenburg - Gut gemeint, aber oft Quelle für gefährliche Situationen vor Schulen: Elterntaxis. An der Grundschule im Buchenbusch will nun eine neu gegründete Arbeitsgruppe die Hol- und Bringfahrten eindämmen und für mehr Sicherheit für die Kleinen auf dem Schulweg sorgen. Erste Ergebnisse werden Mitte Januar vorgestellt.

Zunächst begrenzt auf die Grundschule im Buchenbusch wurde die „AG Schulweg“ mit dem Ziel eingerichtet, zu klären, welche Wege aus verkehrsplanerischer Sicht am sichersten zur Schule sind oder wo Gefahren und Konfliktstellen lauern. Gemeinsam will die Gruppe, in der die Schulleitung und Elternbeiräte, die benachbarte Kita Eschenweg, Anwohner und Stadt vertreten sind, dann erarbeiten, was Schule, Eltern und Stadt dazu beitragen können, dass Kinder sicher und selbständig diese Wege gehen können. Geleitet wird die AG von Katalin Saary, deren Büro auf Verkehrslösungen spezialisiert ist und die bereits in anderen Kommunen der Region solche Projekte begleitet hat.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Beispiel Schule macht und auch für die Verkehrssituation an anderen Einrichtungen, zum Beispiel der Ludwig-Uhland-Schule, zum Tragen kommen könnte“, so Bürgermeister Herbert Hunkel. Zur Zeit werden die Ergebnisse einer Fragebogenaktion von Eltern, Lehrern sowie Schülern ausgewertet. „Wir wollen wissen, welche Wünsche an den Schulweg ausgesprochen werden und welchen Befürchtungen im Raum stehen“, sagt Saary. Erste Ergebnisse werden beim nächsten Treffen der AG im Januar vorgestellt.

Schon bei Ortsterminen mit der Schule, dem Elternbeirat, der Polizei, dem Ordnungsamt sowie dem Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat Stefan Schmitt wurde die Situation erörtert – „leider ohne greifbare Erfolge“. Schließlich wurde, wie berichtet, bereits Anfang 2016 ein Teilstück des Eschenweges als Einbahnstraße eingerichtet. Dadurch sei die Gefährdung der Kinder vermindert worden.

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Saary erläutert, dass alle Maßnahmen nur gelingen können, wenn die Beteiligten mitmachen. „Wir sehen im Schulalltag morgendlich diese Szenen: Um die Kinder möglichst nah an die Schule zu fahren, missachten die Hol- und Bring-Dienste alle Verkehrsregeln. Es wird in zweiter Reihe gehalten, gehupt, über Fußwege gefahren oder in zweiter Reihe geparkt.“ Dieses rücksichtslose Verhalten gefährde dann die Kinder, die selbständig zu Fuß zur Schule kommen. Gleichzeitig müsse dieser Verkehr nicht sein, sagt die Expertin: „Der Schulweg der Grundschüler ist nicht länger als maximal zwei Kilometer, eine Entfernung, die Kinder gut bewältigen können.“ (hov)

Rubriklistenbild: © Archiv: ADAC

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