Notizbuch: Gute PR sieht anders aus

Neu-Isenburg - Eine gute PR-Arbeit sieht anders aus. Rätselraten herrscht weiter über die Baustelle Shop West im Isenburg-Zentrum und die Brache auf dem Güterbahnhofgelände - auch bei der Stadt. Von Ullrich Luggen-Hölscher

Die Gerüchteküche brodelt, Handwerker würden nur schleppend bezahlt, das Wort von der Insolvenz macht die Runde. Dass zumindest letzteres nicht stimmt, hat ein Anruf beim Amtsgericht in Offenbach geklärt. Doch von der zuständigen Romano Real Estate GmbH, die die Bauprojekte des holländischen Investors Leo Geeris in der Hugenottenstadt betreut, hört man praktisch nichts. Vom Büro wird man vertröstet, selbst wenn man Geschäftsführer Rob Lange mal über Handy erwischt, kommt auch nur wenig an Infos rüber. Hieß es aus der Romano-Ecke noch letztes Jahr, dass praktisch alle Läden im Shop West bereits vermietet seien, muss Lange nun einräumen, dass es nur 50 Prozent sind. Nicht gerade vertrauensbildend. Klar, dass die Krise auch am Shop-West-Projekt nicht vorübergeht, wer will in diesen Zeiten schon ins kalte Wasser springen und sich für 2010 binden - wenn der Umbau bis dahin fertig ist. Dies gilt auch für die Geeris-Brache auf dem Güterbahnhof-Gelände, für die ein neuer Interessent gesucht wird. „Tegut“ hatte wohl mal angefragt, auch eine Autofirma. Aber daraus geworden ist offenbar nichts. Da wäre dem Investor die Idee sicher nicht ungelegen gekommen, dort eventuell das Rathaus neu zu erbauen. Doch das dürfte sich ja wohl zerschlagen haben.

Da hat doch die „Montagsrunde“ aus nicht-parlamentarischen Grünen den Rücktritt des Bürgermeisters gefordert, weil der die Bürger beim Kreuzungsausbau Rathenaustraße „über den Tisch gezogen“ habe - der Ausbau sollte die Stadt erstmal nichts kosten, dann aber doch eine halbe Million. Dabei hat die Runde Summen und deren Ursachen wissentlich vermischt - abgesehen davon, dass das Stadtparlament und nicht der Bürgermeister den Ausbau beschlossen haben. Wer ernst genommen werden will, sollte sauber argumentieren.

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