Eröffnungstermin nicht genannt

Hallenbad: Umbau wird drei Millionen Euro teurer

+

Neu-Isenburg - Die im Sommer 2012 begonnene Sanierung des Hallenbads wird die Stadt deutlich teurer zu stehen kommen, als bisher bekannt war. Statt der zunächst kalkulierten 8,1 Millionen Euro soll der Radikalumbau nun rund 11,1 Millionen kosten – das sind 37 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt.

Zur Finanzierung der drei zusätzlichen Millionen muss ein neuer Kredit her. Einen Eröffnungstermin fürs Bad gibt es auch weiterhin nicht. Dass dem Ersten Stadtrat und Baudezernent Stefan Schmitt (CDU) und Stadtwerke-Chef Eberhard Röder in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gestern Abend die unangenehme Aufgabe zuteilwurde, über die Kostensteigerung zu berichten und die Gründe dafür darzulegen, war so eigentlich nicht geplant gewesen – das Thema schaffte es erst in der Sitzung per Tischvorlage auf die Tagesordnung. Anfang der Woche war im Magistrat über das Thema gesprochen worden, gestern Abend nun langen die Zahlen auf dem Tisch.

Zu den Kostensteigerungen haben verschiedene Faktoren beigetragen. Knapp die Hälfte der Zusatzkosten, nämlich rund 1,4 Millionen Euro, machen bauliche Mehrkosten aus. Bei den anderen 1,6 benötigten Mehr-Millionen handelt es sich laut Magistratsvorlage um „über die reinen Baukosten hinausgehende, nachfolgende Zusatzaufwendungen für Maßnahmen, die mit der Sanierung des Waldschwimmbads in Zusammenhang stehen“.

„Wir haben keine goldenen Wasserhähne“

Lesen Sie dazu auch:

Besuch auf der Baustelle

Die Rede ist unter anderem von Arbeiten, die der Anbindung der neuen Sporthalle dienen. Auch allerlei Zusatzarbeiten im benachbarten Freibad, das ebenso wie das Hallenbad von den Stadtwerken betrieben wird, wollte man gleich mit erledigen. „Wir haben keine goldenen Wasserhähne verbaut“, darum gehe es hier nicht, stellte der Erste Stadtrat klar, und versprach Transparenz bei allen Kosten. Man habe bei der Sanierung umgesetzt, was 2011 vom Stadtparlament beschlossen wurde. Wie es jedoch dazu kommen konnte, dass die Kostensteigerung nicht bereits in die Haushaltsplan-Beratungen für den Doppelhaushalt 2014/2015 eingeflossen sei, müsse noch geklärt werden, räumte Schmitt ein.

Es sind nämlich auch gar nicht – nur – die Kostensteigerungen, die die Gemüter erregen, sondern vielmehr das Verfahren. „Wir bemängeln einen sorglosen Umgang mit dem Controlling und kritisieren den Mangel an Transparenz im Umgang mit öffentlichen Geldern“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Nick Timm bereits im Vorfeld der Sitzung. In der „Nichteinbeziehung parlamentarischer Gremien bei einer Fehlsteuerung dieses Ausmaßes“ sieht er „einen groben Verstoß gegen demokratische Gepflogenheiten“.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer Freitagsausgabe. 

Hallenbad-Eröffnung nach Sanierung in Heusenstamm (2010)

Hallenbad-Eröffnung nach Sanierung

hov

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare