Evangelische Familienbildung sucht Ehrenamtler

Hilfe in schwierigen Lebenslagen

Neu-Isenburg - Eine alleinerziehende Mutter in einer neuen Stadt, eine Familie mit drei Kindern und einem neuen Baby, ein trotziger Dreijähriger belastet die Nerven und Mama und Papa wissen sich nicht zu helfen: Die Gründe, aus denen eine Familie eine helfende Hand benötigt und Oma und Opa vielleicht weit weg wohnen, sind vielfältig.

Angela Ruland hofft auf ehrenamtliche Mitstreiter aus Neu-Isenburg.

Die Evangelische Familienbildung im Kreis Offenbach hat zur Familienhilfe das Projekt „Hand in Hand“ initiiert – und sucht jetzt in Neu-Isenburg und seinen Stadtteilen Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich bei der Unterstützung und Begleitung von Familien in schwierigen Lebenslagen engagieren wollen. „Wir haben das Projekt "Hand in Hand – Unterstützung für Familie mit Kindern", das in Langen und Dreieich bereits sehr erfolgreich läuft, beim Ehrenamtsforum in der Hugenottenhalle vorgestellt und sind dabei auf großes Interesse gestoßen“, erklärte Angela Ruland von der Familienbildung, die diese Woche das Projekt in Gravenbruch noch einmal präsentierte. Es gebe auch immer wieder Anfragen von hilfesuchenden Familien aus Isenburg und seinen Stadtteilen. Der Bedarf sei also durchaus da. Einige Familien melden sich persönlich bei der Evangelischen Familienbildung, aber auch Kinderärzte, die Kitas und die Familienhebammen vermitteln Hilfe für die Familien. Da sei es gut, wenn es auch Familienhelfer gebe, die sich vor Ort, also etwa in Gravenbruch und Isenburg, gut auskennen.

Dabei ist das Feld möglicher Aufgaben für die künftigen Familienbegleiter weit gefächert. „Wir können ganz individuell auf die Bedürfnisse in den Familien eingehen. Eine neu zugezogene allein erziehende Mutter braucht vielleicht Unterstützung dabei, sich ein soziales Netz aufzubauen. Andere Familien wünschen sich Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder zu Elterngesprächen in der Schule“, erläutert Ruland. Häufig brauche es aber auch einfach nur jemanden, der zuhöre, kleine Tipps zur Strukturierung des Alltags gebe oder Anregungen zum Umgang mit dem Kind.

Rund drei Stunden in der Woche sei der Familienbegleiter in der Familie und helfe dort, wo er gebraucht werde. Derzeit werden 20 Familien im Westkreis Offenbach von Ehrenamtlichen betreut, das seien ebenso alleinerziehende Mütter wie Familien mit Migrationshintergrund oder auch deutsche Familien, die Hilfe in ihrem Alltag mit Kindern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren bräuchten.

Ehrenamtliche Helfer sind mit den Aufgaben nicht alleine

Die ehrenamtlichen Helfer sind mit den Aufgaben in den Familien nicht alleine gelassen, sie bekommen Unterstützung: „Wir bieten den Familienbegleitern eine obligatorische Einführungsschulung, die sie auf ihren Einsatz vorbereitet, sowie später weiterführende Schulungen“, betont Ruland. Alle vier bis sechs Wochen trifft sich das gesamte Team zur Fallbesprechung und bei auftauchenden Schwierigkeiten ist über die Familienbildung schnell eine Ansprechpartnerin erreichbar. Unfall- und Haftpflichtversicherung sowie die Erstattung von Fahrtkosten und notwendigen Auslagen sind selbstverständlich.

Für Interessierte aus dem Westkreis Offenbach gibt es einen Infoabend in Langen, an dem neben der Projektleiterin auch erfahrene Familienbegleiterinnen vor Ort sein werden: Beginn ist am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche in der Langener Bahnstraße 44. Eine Anmeldung (Tel.: 06103/3007825) ist nicht unbedingt erforderlich, erleichtert den Organisatorinnen jedoch die Planung.

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