Notizbuch der Woche

Kommentar: Hindernisse überwinden

Es ist einfach nicht zu verstehen. Da gibt es in Neu-Isenburg rührige und ehrenamtliche Helfer, die unermüdlich versuchen, die Situation der verarmten Bevölkerung - vor allem die der Kinder und Senioren - in Beregovo in der westlichen Ukraine zu verbessern. Von Holger Klemm

Doch Bürokraten in der Hauptstadt Kiew werfen dem bislang sehr erfolgreichen ökumenischen Projekt „Täglich Brot für Beregovo“ der evangelisch-reformierten Marktplatzgemeinde Knüppel zwischen die Beine. Dabei müssten gerade sie ein Interesse daran haben, dass von auswärts Hilfe kommt, wenn schon das eigene Land und die dortigen Politiker nicht in der Lage sind, die Lebensbedingungen in der Ukraine dauerhaft zu verbessern.

Doch glücklicherweise gibt es weiterhin Menschen wie Jutta Loesch, die sich durch solche Hindernisse nicht beirren lassen. Nachdem die Neu-Isenburgerin mit Briefen und Mails nicht weiterkam, reiste sie auf eigene Kosten kurzerhand in das osteuropäische Land, um die Ursache für die verzögerte Abwicklung des Transports aus der Hugenottenstadt durch den Zoll zu erkunden. Sie konnte mit der halbwegs beruhigen Erkenntnis zurückfahren, dass die durch einen Personalwechsel in der Verwaltung in Kiew entstandenen Probleme nur vorübergehend und die aufgelaufenen Hilfsgüter, die auf dem Zollhof in Beregovo lagern, mittlerweile zum Teil frei gegeben seien. Der Rest soll in Kürze folgen. Man kann nun nur hoffen, dass die Neu-Isenburger sich nicht entmutigen lassen und „Täglich Brot für Beregevo“ weiterhin so intensiv unterstützen wie bisher. Denn die Konzentration auf ein konkretes Hilfsprojekt vor Ort zeigt, dass sich eine scheinbar aussichtslose Lage durchaus zum Besseren wenden lässt.

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