Die ideale Sekunde abwarten

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Der neuer Stadtfotograf Stefan Daub (3. v.r.) mit dem Vorstand des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (v.l.) Werner Geiß, Wolfgang Lamprecht, Constanze Celten, Andreas Thiele, Brigitta Philipps, Ingrid Bickmann und Theo Wershoven.

Neu-Isenburg - (es) Stefan Daub heißt der Isenburger Stadtfotograf 2009. Im Auftrag des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) wird der 31-Jährige, der in Kassel Fotografie und Video studierte, das Jahr in der Hugenottenstadt mit seiner Kamera festhalten. Das haben die FFK-Mitglieder in ihrer Jahreshauptversammlung am Freitagabend einstimmig beschlossen.

Der Profifotograf, der in Darmstadt ein Atelier hat, tritt die Nachfolge von Enrico Sauda an, der das Jahr 2008 in Bildern festhielt. Die Verbindung zu dem „Neuen“ knüpfte der FFK über Kontakte der Stadtbibliothek. Zuvor arbeiteten Reinhard Zimmermann und Leo Postl als Stadtfotografen.

Stefan Daub studierte in Kassel Fotografie und Video, ist als freier Fotograf tätig und hatte bisher nur einen leichten Bezug zur Hugenottenstadt: „Meine Tante lebt hier.“ Daub hat eine Vorliebe für Musik- und Konzertfotografie, war bereits fürs Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unterwegs, lichtet Produkte ab und ist bekennender Fan von Architekturfotografie - da gebe es eine ganz große Ähnlichkeit zur Porträtfotografie. „Ich bin vom Herzen her ein Beobachter, der versucht, die ideale Sekunde abzuwarten“, schildert Daub seine Herangehensweise an das Motiv.

„Ich möchte unvoreingenommen an diese Aufgabe herangehen“, sagte Daub bei seiner Vorstellung vor den Mitgliedern des FFK im Kolleg des Hugenottenhallen-Restaurants. Er sehe sich nicht als „etwas erweiterter Pressefotograf“, der verschiedene Veranstaltungen in der Stadt abklappere. „Eine Stadt hat eine Menge Gesichter, ohne dass man dabei Menschen zeigen muss.“Ein fest umrissenes Thema habe er allerdings noch nicht parat. „Ich will die Stadt auf mich wirken lassen.“

In der Versammlung präsentierte Vorsitzender Theo Wershoven auch das neue FFK-Programm. Dabei sind neben dem „Musik-Stern“ die vierten Isenburger Literaturtage ein Höhepunkt. Sie finden statt am 20. November ab 19 Uhr in der Stadtbibliothek, Motto: „Wende, Umbruch, Neubeginn - vom Scheitern und Hoffen“. Aus den eingesandten Texten des für jedermann offenen Schreibwettbewerbs wählt eine Jury solche aus, die öffentlich präsentiert werden. Am Sonntag, 22. November, folgt um 11 Uhr - ebenfalls in der Stadtbibliothek und im Rahmen der Literaturtage - die „Literarische Matinee“ mit einem prominenten Schriftsteller. Nicht zuletzt wird die Reihe „Kunst und Kultur an ungewöhnlichen Orten“ fortgeführt. Ein heiter-besinnlicher Frühlingsabend mit Texten und Musik steht in der Trauerhalle des Waldfriedhofs am 15. Mai ab 18.30 Uhr an. Schauspielerin Carmen Renate Köper liest, für die musikalische Umrahmung sorgt das Bläserensemble „Euterpe“ unter Leitung von Ulrike Fröhling und Benjamin Lenz (Violine), Kulturförderpreisträger des Kreises Offenbach.

Am 10. Oktober eröffnet Frank Freytag in seiner Praxis im Ärztezentrum (Robert-Koch-Straße 7) eine Ausstellung über sein künstlerisches Schaffen. Ob es wieder einen Künstlermarkt gibt, machte Wershoven - nach zuletzt geringer Beteiligung - von einem stärkeren Engagement der Künstler abhängig.

In der Versammlung wählten die Mitglieder einstimmig Constance Celten, die Ex-Leiterin des Dienstleistungsbetriebes (DLB), zur Schatzmeisterin. Sie tritt die Nachfolge Gerhard Gräbers an, der dieses Amt von 2000 bis 2007 inne hatte. Die 47-Jährige heutige Geschäftsführerin der Rhein-Main-Abfall GmbH schmunzelnd: „Wir haben einen Umsatz von 88 Millionen Euro. Deshalb glaube ich, dass ich vielleicht auch mit dem FFK-Haushalt zurecht komme.“Wershoven bedankte sich bei Gräber, „der sehr mitgeholfen hat, die finanzielle Basis des Vereins zu sichern“.

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