Von der Idee weiterhin überzeugt

Neu-Isenburg ‐ Für Diskussionen unter den Parlamentariern haben die Aufschiebung des geplanten Eigenbetriebs Kultur und Sport sowie die Ansiedelung des Streetworker-Projekts beim Sportverein TSG gesorgt. Die Themen standen auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Von Katrin Diel

Lesen Sie dazu außerdem:

Die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) hatte kürzlich in ihrer Mitgliederversammlung mehrheitlich entschieden, das Präventionsprojekt „Mobile Jugendhilfe“ fortzuführen und die Streetworker bis zum 31. Dezember 2010 bei sich zu beheimaten. Nun müssen noch die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch über die Fortsetzung abstimmen.

Die Notwendigkeit des Projekts und die Arbeit der Streetworker standen unter den Ausschussmitgliedern nicht zur Debatte. „Wir sind für das Projekt“, sagte Jörg Müller (FDP). „Die Frage ist: Was ist hier die richtige Trägerschaft?“ Er schlug vor, das Projekt bei der Stadt anzusiedeln, eventuell unter dem Dach einer Stiftung oder gemeinnützigen GmbH.

Irritationen um Rolle des Ersten Stadtrats

Auch die SPD sprach sich gegen die Trägerschaft der TSG aus. Das Thema hatte bereits im Ausschuss für Familie, Jugend und Soziales Diskussionen hervorgerufen. Diese führten zu dem Vorschlag, der Magistrat möge bis Ende Dezember 2010 gemeinsam mit dem Beirat der Mobilen Jugendhilfe eine „nachhaltige Trägerschaft“ entwickeln.

Irritationen gab es auch um die Rolle, die Erster Stadtrat Herbert Hunkel (parteilos) bei dem Projekt spielt. Bürgermeister Oliver Quilling (CDU) stellte klar, dass Hunkel zwar TSG-Mitglied sei, aber keine Position im Vorstand innehabe. Er diene der TSG lediglich als direkter Ansprechpartner der Stadt, als „Relaisstation“.

Quilling monierte, dass bei der aktuellen Diskussion der Erfolg des Projekts etwas untergehe. Seitdem die Streetworker im Einsatz sind, verzeichnet die Polizei einen Rückgang der Jugendkriminalität.

„Die Jugendlichen können im Café Zukunft Stunden ableisten, gemeinnützige Arbeit, die sie früher auf dem Friedhof erledigen mussten, wo sie sich gelangweilt haben“, berichtete Herbert Hunkel. Heute würden diese jungen Leute mithelfen, die Räume der Mobilen Jugendhilfe in Schuss zu halten – eine für sie sinnvolle Tätigkeit.

SPD und FDP gegen Neuorganisation

Uneins waren sich die Fraktionen auch beim Thema Eigenbetrieb Kultur und Sport. SPD und FDP hatten sich von Anfang an gegen eine Neuorganisation der städtischen Kultur- und Sporteinrichtungen ausgesprochen. Die Grünen waren gespalten, aber mehrheitlich dafür. „Wir sind nach wie vor von der Idee überzeugt“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Maria Sator-Marx. „Wir würden uns von der Stadt mehr Risikobereitschaft wünschen, den eingeschlagenen Weg durchzuziehen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, betonte Bürgermeister Quilling. „Der Magistrat steht nach wie vor hinter der Sache.“ Zum 1. Januar 2010 sei der Eigenbetrieb aber in keinem Fall zu verwirklichen. Der Posten eines Geschäftsführers sei ausgeschrieben worden – per Stellenanzeige. Daraufhin hätten sich viele, auch gute Bewerber gemeldet – „aber die Idealbesetzung ist nicht dabei gewesen“.

Außerdem würde diese mit mehr als 100 000 Euro Jahresbrutto dotierte Stelle nicht in die Zeit von Haushaltskürzungen und Sparmaßnahmen passen, sagte Quilling.

Rubriklistenbild: © op-online

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare