Wie Musik helfen kann

Interton Trio: Benefizkonzert zugunsten der Speisekammer

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Neu-Isenburg - Sie musizieren aus Leidenschaft – und immer wieder im Dienst der guten Sache: Das Interton Trio aus Dreieich hat mit den bisherigen vier Benefizkonzerten zugunsten der Speisekammer St. Josef insgesamt 38.000 Euro erlöst.

Um der Einrichtung, die jede Woche rund 150 Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, erneut zu helfen, bringt das Trio nun Musiker und Akteure in der Huha zusammen. Wer einmal am Freitagmorgen dort bei der Lebensmittelausgabe war, sich in die Schlange gestellt und zugehört hat, der wird nicht so schnell vergessen, was er dort über Armut, Scham und Schicksale gehört hat. Um die 150 Menschen kommen jede Woche, weil sie Brot, Butter, Wurst und Käse brauchen. Denn das Geld ist jeden Monat knapp. Manchmal fehlt es an Grundnahrungsmitteln.

Jeden Freitag stehen Menschen, die Hilfe brauchen, schon morgens vor der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. Arbeitslose, Alleinerziehende, Geringverdiener, Rentner, derzeit sind die große Mehrheit der Kunden Familien. Wenn die Türen der Tafel in den Kellerräumen der Gemeinde um 8.30 Uhr öffnen, werden Losnummern gezogen und es gibt zunächst Kaffee, belegte Brötchen und Stückchen. Ab 10 Uhr werden dann die Lebensmittel verteilt – gegen einen symbolischen Betrag von einem Euro für den gesamten Einkauf.

Ein ganzes Werbefenster samt Gitarre hat das Interton Trio am Kiosk auf dem Dreieichplatz in Dreieichenhain gestaltet, um auch Gäste aus der Nachbarstadt aufs Konzert hinzuweisen.

Seit zwölf Jahren versorgt die Speisekammer allwöchentlich Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln. Auch eine logistische Herausforderung; und für viele der fast 50 ehrenamtlichen Helfer ein immer schwerer zu stemmender Kraftakt. Gespendete Waren müssen zum Beispiel bei Supermärkten abgeholt werden, reingeschleppt, eingeräumt, ausgegeben. Da ist dem Team um Maria Sator-Marx, Leiterin der Speisekammer, jede Hilfe natürlich willkommen. Eine ganz große finanzielle Hilfe ist seit Jahren das Benefizkonzert des Interton Trios. Für dessen fünften Auflage am Sonntag, 11. März, um 17 Uhr bereiten die rührigen Musiker wieder eine „musikalische Zeitreise durch die Wirtschaftswunderjahre mit unvergesslichen Melodien und Schlagern“ vor. Das Trio um Bandleader Helmut Sauer tritt mit weiteren Gastkünstlern und Tanzgruppen auf. Außerdem, so verrät Mitinitiator Karl-Heinz Müller, wird das Foyer der Hugenottenhalle passend zum Motto mit einigen Oldtimern bestückt.

Schirmherr ist wie in den vergangenen Jahren Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU). Er macht klar, warum ihm dieses Engagement so wichtig ist: „Kurz vor und nach Weihnachten geben die Supermärkte viel Ware an die Speisekammer ab und die Spendenbereitschaft der Isenburger ist groß. Doch auch zwischen Februar und November kommen jede Woche bis zu 150 Hilfsbedürftige zur Lebensmittelausgabe.“

Neben den Sachspenden benötigen die Ehrenamtler auch Geldspenden. Damit können Sator-Marx und ihr Team neben dem Unterhalt des Kühlautos unter anderem Lebensmittel zukaufen, von denen immer zu wenig da ist – wie Kartoffeln, Karotten, Salat sowie Thunfischdosen, Reis und Nudeln. Auch an Dingen des täglichen Bedarfs wie Duschgel oder Zahnpasta fehlt es nicht selten. Durch die vier Benefizkonzert hat das Interton Trio bisher 38.000 Euro für die Speisekammer eingespielt. „Das ist schon eine besondere Leistung“, hebt Schmitt hervor. Der Erste Stadtrat hat eine große Hoffnung: „Es wäre toll, wenn wir mit der diesjährigen Veranstaltung an die 50.000 Euro herankämen.“

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Den Initiatoren und Mitstreitern des Benefizkonzerts geht es aber nicht nur ums Geldsammeln, sondern auch um Werbung für die Speisekammer. Sauer und Sator-Marx hoffen, dass so auch noch ein paar Ehrenamtliche den Weg zu der Institution finden. Dringend gesucht werden derzeit kräftige Männer und Frauen – gerne mit Auto – für die Abholung der Lebensmittel am Donnerstag-nachmittag oder Freitagmorgen und für die Ausgabe. Schließlich sei das Schleppen der Kisten „eine sportliche Übung“ – und einige der Helfer schon recht betagt. Für ältere Isenburger, die nicht mehr zur Speisekammer kommen können, packt das Team wöchentlich bis zu 16 Körbe. Mitarbeiter der Stadt holen diese ab und bringen sie den Menschen heim.

Und wenn von dem gespendeten Brot und den Brötchen etwas übrig bleibt, wirft das Team das nicht weg. Sondern sie bringen es dem Kinderzirkus Wannabe für die Tiere, „das ist immer unsere letzte Tätigkeit am Freitag“, erzählt Sator-Marx. (hov)

  • Karten für das Benefizkonzert des Interton Trios am Sonntag, 11. März, sind für zehn Euro erhältlich im Ticketshop der Hugenottenhalle.

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