Tennisclub Rot-Weiß feiert Geburtstag

90 Jahre Spiel, Satz und Sieg

+
Die Anlage des Tennisclubs Rot-Weiß besteht inzwischen unter anderem aus elf Plätzen und dem erweiterten Clubhaus.

Neu-Isenburg - Wenn ein Verein fünf, vielleicht zehn Jahre lang erfolgreich ist, kann es Glück sein. Bei 20 Jahren ebenso. Wenn aber ein Verein 90 Jahre lang besteht und sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, dann steckt sicher viel Arbeit und Herzblut dahinter.

Grund genug also für den Tennisclub Rot-Weiß (TCRW), den runden Geburtstag am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür zu feiern.
Jetzt fliegen wieder die gelben Filzbälle auf der schönen Anlage des TCRW an der Alicestraße. Mit dem Frühling kommt Leben auf das Außengelände, den langen Winter über bot die nebenan liegende Tennishalle Schutz vor Wind und Wetter. In diesem Jahr steht dem Verein ein größeres Jubiläum ins Haus, der TCRW wird 90. „Es wird keine Riesenparty geben, aber so ganz ohne zu Feiern geht es freilich auch nicht“, meint Präsident Harald Keydel.

Aus der Taufe gehoben wurde der Verein in einer Zeit politischer und wirtschaftlicher Wirren im Jahr 1928. Los ging es zunächst auf einer Anlage mit drei Plätzen. Die lagen dort, wo sich heute der Parkplatz für das Waldschwimmbad befindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg beanspruchten zunächst die amerikanischen Besatzungstruppen das Schwimmbad und die Tennisanlage für sich. Erst 1952 wurden die beiden Sportanlagen für die Isenburger wieder freigegeben. Es war insbesondere Walter Gutmann zu verdanken, der sich als erster Nachkriegsvorstand bemühte, die Tradition des TCRW fortzusetzen. Gutmann ließ Anfang 1954 ein kleines Clubhaus errichten, das 1957 unter seinem Nachfolger als Clubvorsitzenden, Dr. Georg Staub, mit Duschkabinen erweitert wurde. Staub war es auch, der mit viel persönlichem Einsatz erreichte, dass die Stadt 1962 einen Teil des heutigen Clubgeländes für den Bau von acht Plätzen und einem Clubhaus im Rahmen eines Pachtvertrages zur Verfügung stellte. Dieses konnte 1965 eröffnet werden.

1972 entstand die Zwei-Platz-Tennishalle. Clubmitglieder hatten dafür eigens den Tennishallenverein gegründet und die Baukosten von 630.000 D-Mark aufgebracht. 1997 ging die Halle in den Besitz des TCRW über.

„Auch sportliche Erfolge gab es in diesen vielen Jahren reichlich“, berichtet Petra Herzig, die sich um die Pressearbeit kümmert. „Besonders zu erwähnen ist hier die Bundesligazeit der Damenmannschaft.“ Unbestrittener sportlicher Höhepunkt des Vereins waren die 1993 auf der Anlage ausgetragenen Aufstiegsspiele zur Damen-Bundesliga, an denen die 1. Damen-Mannschaft des TCRW als Sieger der Endrunde der Regionalliga Südwest teilnehmen durfte. Was damals niemand erwartete: Meike Babel, Stefanie Meyer, Sandra Groschwitz, Stefanie Keim, Caroline Christian und Jeanine Christian setzten sich gegen die namhaften Spielerinnen von LTTC Berlin, RC Hamm und TC Riemerling bravourös durch. Am Ende des Turniers hatten sie ihr großes Ziel erreicht und waren in die Bundesliga aufgestiegen.

Bemerkenswert auch der Erfolg der 1. Herrenmannschaft im Jahre 1975: Sie gewann erstmals die hessische Mannschaftsmeisterschaft, was den Aufstieg in die Regionalliga Südwest bedeutete.

Inzwischen besteht die Anlage aus elf Plätzen, dem erweiterten Clubhaus und der, wie manch einer im Städtchen sagt, schönsten Terrasse Neu-Isenburgs, auf der man im Sommer die Sonne lange genießen kann.

Federer gewinnt Australian Open - "Das Märchen geht weiter"

Zur Eröffnung des Jubiläumsjahres lädt der Vorstand des TCRW für kommenden Sonntag, 29. April, ab 11 Uhr alle Mitglieder und Freunde zu einem Tag der offenen Tür ein. Angekündigt ist ein buntes Programm mit Spaß und Beschäftigung für Jedermann. Cheftrainer Julius Jorns bietet mit seinem Team ein Schnuppertraining für Anfänger und Fortgeschrittene an und Interessierte können die Geschwindigkeit ihres Aufschlags messen lassen. Auch die Jungen und Mädchen vom „Kindergartentennis“ zeigen, was sie bereits gelernt haben. Die U18-Mannschaft beteiligt sich mit einer Trainings-Vorführung und Show-Matches der Jugend bieten spannende Ballwechsel. Damit auch die Jüngsten auf ihre Kosten kommen, dreht ab 14 Uhr die Dino-Bahn ihre Runden durch den Sportpark. Auch der Spielplatz und das Spielzimmer im Clubhaus stehen den Kleinen offen.

Ums leibliche Wohl kümmern sich die neuen Pächterinnen der Clubgaststätte, Canan Ünal und Sevda Ugurlu, die den Grill anheizen. „Wir freuen uns auf alle, die hoffentlich zahlreich kommen – wir sind ein echter Iseborjer Verein“, sagt Keydel. (lfp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare