25 Jahre Sponholz-Stiftung

„Ein großer Segen für Isenburg“

Die Überraschung ist geglückt: Bürgermeister Herbert Hunkel (rechts) verriet Erwin Nöske gestern, dass nach ihm ein Weg benannt wird. Das nagelneue Straßenschild durfte der so Geehrte auch gleich selbst anbringen.
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Die Überraschung ist geglückt: Bürgermeister Herbert Hunkel (rechts) verriet Erwin Nöske gestern, dass nach ihm ein Weg benannt wird. Das nagelneue Straßenschild durfte der so Geehrte auch gleich selbst anbringen.

Neu-Isenburg - 2013 ist sowohl für die Dr. Bodo Sponholz-Stiftung, die vor allem in Neu-Isenburg als wohltätige Spenderin auftritt, als auch für Erwin Nöske ein besonderes Jahr: Die Stiftung wurde vor genau 25 Jahren – noch zu Lebzeiten des gleichnamigen Verlegers – gegründet. Von Barbara Hoven

Und Nöske, von Beginn an alleiniger Vorstand und Geschäftsführer der Stiftung, feierte am 10. April seinen 75. Geburtstag. Das Zusammentreffen dieser beiden runden Ereignisse hat die Stadt nun zum Anlass genommen, Nöske mit einem besonderen Geschenk zu ehren: Nach ihm wird ein Weg benannt. Bescheiden hatte Erwin Nöske die Vorschläge abgelehnt, sein Wirken anlässlich des Jubiläums groß zu feiern. Nur zu einem kleinen Umtrunk zu seinen Ehren als Teil der wöchentlichen Magistratspressekonferenz hatte Bürgermeister Herbert Hunkel ihn dann doch ins Feuerwehrhaus holen können – mehr Trubel um seine Person, etwa ein großes Fest, habe der bodenständige Mann nicht gewollt, erzählt der Rathauschef. Der es sich dann aber doch nicht hat nehmen lassen, Nöske zwei Geschenke zu machen. Das Erste ist ein Buch, das den Titel „25 Jahre Dr. Bodo Sponholz-Stiftung“ trägt und „ein einmaliges Exemplar ist, genau, wie Sie es sind“, sagt Hunkel und überreicht die kleine Chronik im Namen der Stadt, in der Nöske und seine Frau Brigitte leben. Für das zweite Geschenk muss Nöske dann gar auf eine Leiter steigen: Der Weg im Rücken des Feuerwehrhauses, der künftig seinen Namen tragen wird, soll schließlich gleich das dazugehörige Straßenschild erhalten.

Unzählige Menschen haben von diesem Spender mit dem großen Vermächtnis, um den es gestern geht, profitiert – es würde den Rahmen dieser Seite sprengen, all die Menschen, Institutionen, Vereine aufzuzählen, die Erwin Nöske als Verwalter des Stifterwillens unterstützt hat. Um nur ein Beispiel dafür zu nennen, wie sein unermüdliches Wirken das Leben junger Menschen leichter gemacht hat: 71 Stipendiaten haben Mittel aus der Stiftung erhalten, um ihre Ausbildung oder ihr Studium finanzieren zu können. Schon zu Lebzeiten hatte Dr. Bodo Sponholz verfügt, dass Erwin Nöske sein Lebenswerk vollenden soll. Er schätzte das Talent und die Loyalität des Menschen, der Ende der 1960er Jahre als Chauffeur bei ihm angefangen hatte. Im Laufe der vielen gemeinsamen Jahre wurde er zu seinem Vertrauten – bis zuletzt blieb Nöske an der Seite des erfolgreichen Unternehmers. „Wer sich anschaut, was die Dr. Bodo Sponholz-Stiftung seit ihrem Bestehen geleistet hat, sieht als Aufgabe genau das: die Nöte und Bedürfnisse der Menschen zu lindern. Die Stiftung ist ein Segen für unsere Stadt Neu-Isenburg und darüber hinaus“, sagt Hunkel. „Wir freuen uns von Herzen, wenn wir heute sehen, wie viel Großes und Hilfreiches unterstützt oder zum Leben erweckt worden ist. Könnte der Stiftungsgründer Dr. Sponholz heute dabei sein, er wäre sehr zufrieden mit dem, was aus seinem letzten Willen geworden ist – und stolz auf seine Entscheidung, Erwin Nöske einzusetzen“, so Hunkel weiter.

Nöske springe immer genau da mit Spenden ein, wo Hilfe besonders notwendig ist. „Er ist ein verlässlicher Förderer vieler Projekte und wurde schon oft zum Retter manches Vereins“, erinnert sich der Rathauschef. Und betont, dass Nöske die Stiftung stets „mit Sachverstand, unternehmerischem Geschick, aber auch Herzensgüte“ leite. Ihre Aufgaben erfüllt die Stiftung allein aus den Erträgen des Stiftungskapitals. Dabei ist das Spenden an sich natürlich die einfachere Übung – die Herausforderung ist es vor allem in den letzten Jahren, noch gute Zinsen zu erwirtschaften. Trotz der Turbulenzen des Kapitalmarkts gelingt es Erwin Nöske, rund 400.000 Euro jährlich für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Mehr als drei Millionen Euro waren es allein in Neu-Isenburg im Laufe der letzten 25 Jahre.

Weit über 100 Projekte wurden unterstützt, beispielsweise der Neubau des Eltern-Kind-Hauses der Frankfurter Kinderkrebshilfe oder die Renovierung des Holzhausen-Schlösschens in Frankfurt. Zu den Spenden-Empfängern in der Hugenottenstadt gehörten unter anderem die Freiwillige Feuerwehr, der VdK, der Sanitätsverein oder die Musikschule. In Neu-Isenburgs Partnerstadt Bad Vöslau hat Nöske ein Neubauprojekt der Lebenshilfe für behinderte Menschen unterstützt.

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Am 1. Dezember 1987 im Handelsregister eingetragen, hatte die Stiftung 1988 ihre Arbeit aufgenommen. Dr. Bodo Sponholz starb am 29. November 1987, seine letzten Jahre waren von Krankheit überschattet. Eine Haushälterin und Erwin Nöske wurden zu seinen wichtigsten Vertrauten. Und Nöske wird die schwere Verantwortung übertragen, das Lebenswerk des Verlegers zu vollenden und seinen Wunsch zu erfüllen, eine Stiftung zu gründen; er wird als Testamentsvollstrecker eingesetzt und als Geschäftsführer der Firma Sponholz GmbH & Co. Über den Tod hinaus wird er als Generalbevollmächtigter und alleiniger Stiftungsvorstand eingesetzt. Außerdem ist in der Stiftungsverfassung festgehalten, dass nach dem Ausscheiden des Vaters dessen Sohn, Ralf Nöske, als alleiniger Stiftungsvorstand die Stiftungsgeschäfte fortführen soll. Ralf Nöske ist heute bei der Firma Sponholz als Geschäftsführer angestellt.

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