Jugendliche sollen mitgestalten

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Fahren auf der endlosen Welle: Trotz des Herbstwetters wird der Pumptrack von Jugendlichen und Junggebliebenen sehr gut angenommen, seit er Ende Oktober im Tannenwald aufgestellt wurde.

Neu-Isenburg - „Je stärker wir Kinder und Jugendliche in die Planungsprozesse unserer Stadt einbinden, umso größer ist die Chance, dass sie sich auch später bürgerschaftlich engagieren“, so die Meinung von Bürgermeister Herbert Hunkel.

Man müsse der Jugend die Möglichkeit geben, ihr Lebensumfeld mit zu gestalten. Deshalb gibt es in der Stadt seit dem Jahr 2000 das Jugendforum, das Jugendlichen die Möglichkeit gibt, ihre Ideen einzubringen und aktiv an Themen mitzuarbeiten, die sie interessieren. Manches Projekt wurde auf Initiative des Forums umgesetzt, etwa das Cineplace ins Leben gerufen oder jüngst das erste „N´OISEN-BURG“-Festival“. Allerdings habe sich die Art und Weise der Partizipation von Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark gewandelt, berichtet das Team vom Infocafé. Lud man in der Anfangszeit noch zu „Vollversammlungen“ in die Hugenottenhalle ein, um mit der Jugend ins Gespräch zu kommen, läuft der Austausch heute vor allem übers Internet. Als medienpädagogische Jugendeinrichtung der Stadt betreut das Infocafé auch die Facebook-Seite des Jugendforums, die stark frequentiert wird.

Derzeit das wichtigste Gesprächsthema dort: der Pumptrack im Tannenwald. Wie berichtet, dürfen sich darauf seit Ende Oktober – mit Helm geschützt – Mountainbiker, Longboarder, Skateboarder oder Inlineskater austoben. Die Anlage steht zur freien Benutzung, der Betreiber, ein in Neu-Isenburg ansässiges Unternehmen, erlebte Interesse aus ganz Deutschland. Ursprünglich war geplant, die Bahn Ende Januar – also in diesen Tagen – wieder abzubauen.

Allein: Das Riesending, das wie eine Art Perpetuum Mobile funktioniert, erfreut sich bei Jung und Alt so großer Beliebtheit, dass es nun nach dem Willen vieler Isenburger bleiben soll. Auf Facebook und im Jugendforum haben viele Jugendliche diesen Wunsch geäußert, die Grünen haben das Stadtparlament gebeten, den Magistrat mit der Prüfung zu beauftragen, „ob die Stadt eine Pumptrack-Anlage, wie sie seit Oktober im Tannwald aufgebaut wurde, anschaffen kann, um diese an verschiedenen Standorten aufzustellen“. Denn die Anlage werde sehr gut angenommen, schreibt Grünen-Fraktionschefin Maria Sator-Marx. Pumptracks eigneten sich zudem perfekt, „um Balance, Kraft und Routine auf den verschiedenen Fortbewegungsmitteln zu trainieren“.

„Eigenart“-Messe in Neu-Isenburg

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Der Wunsch, den Pumptrack zu behalten, stößt auch im Rathaus auf offene Ohren. Man sei bereits im Gespräch mit dem Betreiber und der Stadt Frankfurt, auf deren Gemarkung das Areal im Waldpark liegt, über Wege, eine solche Anlage dauerhaft zu behalten und sich die Kosten zu teilen, berichtet der Bürgermeister. Auch im Sozialausschuss wurde der Track diese Woche bereits kurz angesprochen. „Wir haben das Signal aufgefangen und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, dass eine Anlage ähnlicher Art dauerhaft nach Isenburg kommt“, betont Hunkel.

Die Möglichkeit, die derzeit aufgebaute Anlage zu kaufen und dort zu belassen, scheidet aber wohl aus, da es sich um einen Prototypen handelt. Doch kurz zurück zum Jugendforum: Im Internet gibt’s eine Übersicht zu Projekten, an denen Jugendliche teilnehmen können.

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