Bürgermeisterwahlkampf nimmt Konturen an

Kandidaten in Neu-Isenburg längst in den Startlöchern

Neu-Isenburg wählt am 26. September auch einen neuen Bürgermeister
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Neu-Isenburg wählt am 26. September auch einen neuen Bürgermeister

Mit dem Ablauf der Bewerbungsfrist am Montagabend geht der Bürgermeisterwahlkampf in seine nächste Runde. Wir haben bei den Kandidaten nachgefragt, was sie in den nächsten Wochen vorhaben.

Neu-Isenburg - Fünf Männer haben, wie berichtet, ihre Unterlagen im Wahlamt abgegeben. Vier Namen waren dabei in Sachen Bürgermeisterwahl schon seit Wochen im Umlauf: Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU), Oliver Gröll für die Grünen, SPD-Mann Gene Hagelstein und FDP-Fraktionschef Thilo Seipel, der als Unabhängiger kandidiert. Doch beim Quartett bleibt es nicht: Mit Michael Louis Adam hat ein Fünfter seine Unterlagen und die nötigen Unterstützer-Unterschriften eingereicht, wie Wahlleiter Thomas Peters auf Anfrage mitteilte. Der Wahlausschuss muss nun noch über die Kandidaturen befinden. Er tagt am 30. Juli. „Nach Vorprüfung sind alle fünf Bewerbungen zulassungsfähig“, sagt Peters.

Die Kandidaten stehen indes längst in den Startlöchern. Erster Stadtrat und CDU-Kandidat Stefan Schmitt hat am vergangenen Wochenende Postkarten in die Briefkästen stecken lassen – unter anderem mit Feriengrüßen und Kontaktmöglichkeiten. Die heiße Wahlkampfphase unter dem Motto „Bürgermeister für alle“ startet er mit einer Zuhörtour im Rahmen seiner Aktion „Isenburger Dialog“ (wir haben berichtet).

„Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen und hören, was sie bewegt“, erzählt der 47-Jährige. Auftakt ist am Samstag, 31. Juli, von 10 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt und von 15 bis 17 Uhr im Bansapark. Mit einem kleinen Zelt will er verschiedene Orte aufsuchen. Die genauen Termine finden sich auf seiner Homepage schmitt2021.de, die gerade freigeschaltet wurde. Dort finden sich auch nähere Informationen zu seiner Person und seinem Programm. Unter isenburger-fragen.de können weiterhin Fragen an den Kandidaten gestellt. Für Sonntag, 15. August, ist ein Online-Frühstück mit Landrat Oliver Quilling geplant. Sollte es die Pandemie zulassen, wird es eine Veranstaltung am Sonntag, 22. August, an der Villa am See auch mit dem Landrat und dem CDU-Bundestagabgeordneten Björn Simon geben. In den nächsten Wochen folgen weitere Termine und Gespräche.

Auch für Grünen-Kandidat Oliver Gröll, beruflich als Vertriebscoach für einen Automobilhersteller tätig und 56 Jahre alt, hat der Wahlkampf längst begonnen. Bekannt als Politiker, der den intensiven Austausch mit seinen Mitbürgern sucht, hat der ehemalige CDU-Mann in der Pandemie-Zeit überlegt, wie er den Kontakt zu den Neu-Isenburgern aufrecht erhalten kann. Herausgekommen ist ein Format, das sich online bequem verfolgen lässt: ein wöchentlicher Podcast unter dem Slogan „Isen-Bürger-Dialog“ zu den wichtigen Themen der Stadt (wir haben berichtet) – zum Beispiel Verkehr oder Wohnraum.

Alle Folgen sind zu finden über gruene-neu-isenburg.de. „Die Resonanz ist schon gut und wird immer besser“, freut sich der Kandidat. Auch auf seinem neuen, auffälligen „Dienstfahrrad“, natürlich grün und mit Sonnenblumen-Deko, will er in den nächsten Wochen häufig in der Stadt unterwegs sein, um mit den Isenburgern ins Gespräch zu kommen. Ob er auch eine eigene Homepage schaltet, ist noch nicht endgültig entschieden. Auf Facebook und Instagram sind Gröll und sein Team aber bereits aktiv, ein Imagefilm ist ebenfalls in Arbeit. Auch weitere Präsenzveranstaltungen sind laut Gröll in Planung.

„Ich habe jetzt alle Fotos für die Broschüren und Plakate im Kasten“, sagt SPD-Kandidat Gene Hagelstein, der auch Vorsitzender seiner Fraktion ist. Auch der Film und die Podcasts sind kurz vor der Fertigstellung, mit denen der 54-Jährige seine Vorstellungen für Neu-Isenburg präsentieren möchte. Letztere werden sich nach einer persönlichen Vorstellung um die Themen Vereine, Wohnen, Jugend und Bildung sowie Kultur und Gesellschaft drehen. Nach den Erfahrungen des Kommunalwahlkampfes wird seiner Ansicht nach auch bei der Bürgermeisterwahl ein Schwerpunkt auf den Online-Angeboten liegen. Daneben gibt es die klassischen Dinge wie Infostände, verbunden mit der Bundestags- und Landratswahl. „Der Ortsverein wird mich dabei unterstützen“, so Hagelstein.

Bis zum Wahltermin bietet er ab dem 1. August ein Frühstück jeden Sonntag um 10 Uhr auf der Rollschuhbahn im Sportpark. Da dies in kleiner Runde stattfinden soll, um sich in Ruhe austauschen zu können, bittet er um Anmeldungen unter info@gene-hagelstein. Hinzu kommen in den nächsten Wochen viele weitere Gespräche und Termine.

Auch Thilo Seipel ist bereits in den Wahlkampf gestartet, über seine Auftaktveranstaltung im Café „Kaffeefahrt“ am Bahnhof haben wir vergangene Woche berichtet. Der 44-Jährige, der als Unabhängiger antritt, will unter anderem nun immer samstags mit einem Tisch losziehen und an möglichst vielen Orten in Neu-Isenburg und vor allem auch in den Stadtteilen präsent sein, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihnen zuzuhören. Auch per Rad und mit einem E-Smart mit auffälliger Beschriftung wird Seipel in den nächsten Wochen in der Stadt unterwegs sein. Geplant sind zudem Veranstaltungen wie eine Malaktion für den Nachwuchs in Gravenbruch.

Auf der neuen Homepage thilo-seipel.de, die sich gerade im Aufbau befindet und bald verfügbar sein soll, waren gestern schon erste Elemente zu sehen – vorneweg der Slogan „Statt nur zu reden: Seipel macht die Stadt stärker.“

Zum fünften Kandidaten Michael Louis Adam war eine Kontaktaufnahme bislang nicht möglich.

Das Wahlamt öffnet laut Wahlleiter Thomas Peters ab 16. August, ebenfalls ab Mitte August sollen die Briefwahlunterlagen verschickt werden. Dies gilt auch für die Bundestagswahl. Die Entscheidung, wer Neu-Isenburg für die kommenden sechs Jahre als Rathauschef führt, muss nicht beim ersten Urnengang fallen. Sofern kein Kandidat am 26. September die absolute Mehrheit erhält, geht es am Sonntag, 10. Oktober, in die Stichwahl.  hok/hov

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