Stadtquartier Süd

Keine echte Beteiligung

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Neu-Isenburg - Die Bürgerbeteiligung an der Planung für das neue Stadtquartier Süd sieht die Montagsrunde kritisch. Die Entwurfswerkstatt sei informativ gewesen, die zugestandenen Beteiligungsformen aber eher symbolischer Natur.

Zu wenig Bürger, zu wenig Zeit, kein Klima für spannende Debatten und zu wenige wirkliche Einflussmöglichkeiten – auf diesen Nenner lassen sich die Einwände der Montagsrunde bringen, die in einem ausführlichen Papier zusammengefasst wurden.

Von den gut 150 Personen gehörten demnach gut Dreiviertel der Politik- und Vereinsszene an. Ungebundene Bürger seien nur wenige gekommen. „Da war man unter sich. Die Verständigung über die Entwürfe erfolgte entlang der bekannten Lager“, meint Holger Tanzki für die Montagsrunde. Er bedauert, dass für die Bürgerbeteiligung zu wenig Werbung gemacht wurde. Jedes mittlere Tourneetheater mache mehr Öffentlichkeitsarbeit.

Kritisch wird auch das Vorgehen bei der Veranstaltung gesehen. Ein Pünktchenkleben als Mitwirkungshandlung sei albern. Hinzu komme, dass die Pünktchenskala und die mündlichen Meinungsäußerungen der Bürger nicht objektiv von den Berichterstattern zusammengefasst worden seien. „Eine Auswertung des Bürgerwillens durch den Empfehlungsbeirat war daher gar nicht möglich – und auch offensichtlich nicht gewollt“, so Tanzki.

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Für ihn war nicht erkennbar, ob es dem Beirat überhaupt darauf ankam, den Bürgerwillen in Erfahrung zu bringen. Der „Moderator“ habe das wahrnehmbare Für und Wider jedenfalls unberücksichtigt gelassen.

Auch in der „Podiumsdiskussion“ sei trotz Nachfragen nicht ersichtlich gewesen, wie der Empfehlungsbeirat zu seinem Votum kam, welches den Stadtverordneten vorgelegt werden soll. Die Montagsrunde vermutet, dass der Entwurf des Frankfurter Planungsbüros Albert Speer&Partner von vornherein im Vorteil gewesen sei. Die vorgeschlagene hohe bauliche Ausnutzung komme Investoren entgegen. Die Montagsrunde bezeichnet es aber als offen, ob der Entwurf von Speer&Partner wirklich umgesetzt werde. Dieser könnte auch nur ein Zwischenschritt zu einer am maximalen Renditeziel der Investoren orientierten Bebauung darstellen. „Die Eschbornisierung des Plangebietes ist jedenfalls noch nicht vom Tisch!“, so Tanzki.

Tatsächliche Einflussmöglichkeiten der Bürger habe es nicht gegeben. Die Montagsrunde befürchtet, dass damit vorausschauend der mögliche Protest kalkulierbar gemacht werden soll – mit dem Argument: Sie waren doch beteiligt. 

Rundgang im Stadtquartier Süd

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hok

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