Kempinski-Renovierung in Gravenbruch

Nobelherberge erfindet sich neu

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Vor fast drei Jahren fiel der Startschuss für die Arbeiten, bei denen das Kempinski Hotel grundlegend renoviert und teilweise umgebaut wurde. Nun sind unter anderem die komplett neu gestalteten Bereiche Foyer, Lobby und Bar kaum wiederzuerkennen und erstrahlen in neuem Glanz.

Gravenbruch - Ein Hotel macht sich fein. Fast nebenbei, mitten im laufenden Betrieb, hat sich die Luxusherberge in Gravenbruch, die längst die Bezeichnung „Kempinski Frankfurt“ führt, neu erfunden. Von Barbara Scholze 

In den letzten drei Jahren wurde angebaut, umgebaut, renoviert und aufgehübscht. Nun, mit der Fertigstellung der Lobby, ist das Ergebnis sichtbar. Entstanden ist ein gastliches Zentrum mitten im Rhein-Main-Gebiet, das modernste Tagungstechnik mit den Vorzügen eines Landhotels verbindet.

Wer lange nicht mehr zu Besuch war in dem liebevoll „Kempi“ genannten Fünf-Sterne-Domizil, schaut sich erst einmal verdutzt um. Schon die Einfahrt verbreitet ein neues Willkommensgefühl. Da, wo früher Treppen zu bewältigen waren, ist der Weg nun barrierefrei. Die Stufen sind verschwunden, die gesamte Zufahrt ist höher gelegt und ein schicker Säulenvorbau überdacht die Zufahrt. Die Augen reibt sich der Besucher auch in der Eingangshalle, fehlt doch dort die Treppe, dafür dominiert jetzt ein Naturstein-Brunnen das Entree. Im früheren Wintergarten finden die Gäste die so genannte K-Lounge mit der Bar, dabei leitet sich das „K“ von dem großen, mit Holz bestückten Kamin ab. Auch drumherum ist alles ein bisschen größer ausgefallen. Es gibt riesige Spiegel, Bilder und einen geradezu mächtigen Kronleuchter. Über der Sitzecke gegenüber der Bar blicken in Öl gebannt Mitglieder der Familie von Ysenburg-Büdingen aus dem Rahmen.

Design mit viel Holz und Stein

„Es macht mir viel Freude, dass alles so schön geworden ist“, zeigt sich Hoteldirektor Stefan Schwind sichtlich angetan vom neuen Ambiente. Rund 40 Millionen Euro hat die englische Unternehmerfamilie, der das Hotel unter der Leitung der Kempinski-Gruppe seit Ende 2011 gehört, mittlerweile investiert. „Natürlich sieht der Investor die Wirtschaftlichkeit, aber es muss ihm auch gefallen“, betont Schwind. Im Mittelpunkt der mit viel Holz und Stein ausgeführten Neugestaltung steht die Grundidee, den Charme eines Landhotels zu schaffen. Doch nicht nur Gäste auf Kurzurlaub in Frankfurt sollen die gewünschte Auslastung erbringen. Auch für Arbeitstreffen ist das Kempinski bestens gerüstet mit einer nun auf 2000 Quadratmeter erweiterten Konferenzfläche, die unter anderem acht Sitzungszimmer mit Platz für vier bis 30 Personen bietet.

„Selbstverständlich haben wir auch alle Zimmer renoviert und neu gestaltet“, erzählt Schwind. 225 Räume, darunter 22 Suiten unterschiedlicher Art, stehen den Gästen zur Verfügung, immerhin 58 weniger als vorher. „Die Zimmer waren zum Teil sehr klein, so dass wir einige zusammen gelegt haben.“ Solcher Fünf-Sterne-Luxus hat seinen Preis. Und der will verdient sein. Also gibt es in jedem Zimmer einen angemessen großen Fernseher, Box-Spring-Betten und in den Bädern angenehme Fußbodenwärme. Die Suiten, die immerhin schon Bill Clinton und Arnold Schwarzenegger beherbergt haben, punkten neben den Schlafzimmern mit luxuriösen Wohnzimmern und Nettigkeiten wie einer Regenwalddusche im Bad.

Sterneküche lädt zum Schlemmen

Umgewöhnen müssen sich zumindest die Stammgäste beim gastronomischen Angebot. Das Ex-Forsthausrestaurant heißt jetzt „EssTisch“, auch das mit einem Stern ausgezeichnete „Sra Bua by Juan Amador“ lädt seit einem Jahr zum edlen Schlemmen. Dass trotz allem Luxus gerade auf dem Energiesektor Sparen angesagt ist, ist für das Team selbstverständlich. 70 Prozent weniger Verbrauch heißt das Ziel, entsprechend saniert wurden Küche und die Elektrik, zwei Blockheizkraftwerke und eine Wärmepumpe dienen der Versorgung.

„Die Umbauzeit war für unsere Gäste schwierig, auch wenn alles so dezent wie möglich und nach Plan abgelaufen ist“, sagt Schwind. Mit rund 50 Prozent Auslastung im letzten Jahr zeigt er sich durchaus zufrieden. „Nun müssen wir uns natürlich steigern.“ Etwa 47 000 Hotelplätze biete Frankfurt. Dabei brauche sich das Kempinski nicht zu verstecken. „Wir punkten eben mit Service und Erlebnissen“, so Schwind. Auch für die Zukunft hat der für die Kempinski-Gruppe schon weit gereiste Direktor noch viel vor. So soll in einem nächsten Bauabschnitt bis zum Herbst auch der Spa-Bereich für mehrere Millionen umgebaut werden.

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