Obst und Gemüse ist weg

Dreister Ernteklau: Kinder der Lagerlöf-Schule traurig

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Ganz traurig schauen die Jungen und Mädchen auf das geplünderte Melonen-Beet. Auch die Betreuerinnen Heike Vural (hinten links) und Sabine Klein sind wütend und enttäuscht über den Diebstahl und die Respektlosigkeit mancher Mitmenschen.

Zeppelinheim - Die Enttäuschung ist bei Schülern und Betreuern gleichermaßen groß über derart dreiste Diebe: An der Selma-Lagerlöf-Schule haben Unbekannte den Schulgarten geplündert, den die Jungen und Mädchen mit viel Engagement und Begeisterung hegen und pflegen. Von Leo F. Postl

„Sabine, Sabine, die Melonen sind weg!“ Ganz aufgeregt rufend kamen die Kinder der „Monsterbude“ aus ihrem Garten zurück. Sabine Klein und Heike Vural, die mit den Kindern der schulischen Nachmittagsbetreuung „Monsterbude“ an der Selma-Lagerlöf-Schule in Zeppelinheim den Schulgarten betreuen, eilten sofort zum Ort des Geschehens – und tatsächlich: Alle schönen Melonen waren weg. Von Unbekannten wohl über das Wochenende aus dem Schulgarten geklaut. Und nicht nur Melonen, sondern auch noch anderes Gemüse und Obst fehlte. Einzig die vorbildlich aufgebaute Kräuterschnecke mit Sauer-ampfer, Thymian, Minze und anderen Kräutern blieb verschont.

Einzig die liebevoll aufgebaute Kräuterschnecke mit Sauerampfer, Thymian, Minze und Co. ist verschont geblieben.

„Die Kinder kümmern sich wirklich vorbildlich um ihren Garten, helfen beim Aussäen, wässern die jungen Pflanzen und schauen jetzt jeden Tag nach, was erntereif ist und gegessen werden kann“, schildert Sabine Klein, die Leiterin der Nachmittagsbetreuung, das gärtnerische Engagement der Schüler. „Wir hatten gerade die Melonen besonders beobachtet und wollten sie richtig reifen lassen, damit wir ein schönes Melonen-Fest feiern können – und jetzt das“, beschreibt auch Heike Vural ihre Enttäuschung, ja Wut. Besonders traurig, enttäuscht und verbittert sind freilich die Schülerinnen und Schüler, die sich buchstäblich persönlich beraubt fühlen. „Wer macht so was und nimmt uns die ganze Freude? Wo wir doch die ganze Zeit alles so schön gepflegt und gegossen haben“, spricht Hafida für alle.

Am Wochenende kümmert sich entweder Sabine Klein oder Heike Vural um die Pflanzen, die Frauen kommen immer zum Gießen in den Schulgarten. „Ich war noch hier, da schien alles in Ordnung, und jetzt haben wir diese unschöne Überraschung“, zeigt Klein auf nur noch leere Ranken im Melonen-Beet. Nur ein paar Reste der Melonen finden sich noch unter den kleinen Apfelbäumchen nebenan – einfach weggeschmissen. Sabine Klein vermutet einen jugendliche Bande, die hier mal „Party“ machen wollte, hinter dieser unsinnigen Aktion.

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„Aber ich habe auch neulich gleich mehrere Erwachsene mit Taschen und Tüten hier erwischt, die haben sich einfach bedient“, zeigt sich auch Heike Vural über die Respektlosigkeit von Mitmenschen enttäuscht. „Man kann doch nicht einfach in einen fremden Garten gehen und dort Obst und Gemüse mitnehmen, was einem gar nicht gehört.“ Jetzt hoffen die Jungen und Mädchen, dass zumindest die noch verbliebene mögliche Ernte von weiteren Beutezügen verschont bleibt.

„Wir wollen und werden auch weiterhin mit den Kindern das schöne Werk im Garten fortführen und setzen auf das Verständnis, die engagierten jungen Gärtnern nicht noch einmal so tief zu enttäuschen“, appelliert Klein an die unbekannten Langfinger.

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