Ein Umzug in Etappen

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Bodhi Elliot versorgt die Pferde, Ziegen, Schafe und das Lama auf dem neuen Gelände an der Offenbacher Straße.

Neu-Isenburg - Obwohl es „nur“ ein Umzug vom benachbarten Sprendlingen in die Hugenottenstadt war, scheint es für Elfi Schwebel und Bodhi Elliot eine Odyssee zu sein. Von Enrico Sauda

Schließlich galt es, das Lama, zehn Pferde, drei Ziegen, sieben Schafe, die Zelte und Bauwagen und was sonst noch so zum Kinderzirkus Wannabe gehört, von Dreieich zum neuen Areal an der Offenbacher Straße zu transportieren.

Nun residiert der Zirkus bereits seit Sommer zwischen Orplid und den Kaninchenzüchtern auf einem Gelände, das etwas größer ist als ein halber Hektar. Aber die Reise, die im Frühjahr begann, ist noch nicht zu Ende. Noch lange nicht. „Wir sind noch nicht ganz betriebsbereit“, sagt Elfie Schwebel, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Es fehlt ein wasserundurchlässiger Boden für die Lama-, Schaf- und Ziegenställe“, beginnt die engagierte Frau mit ihrer Aufzählung. Außerdem ist eine Überdachung für den Mistcontainer nötig. „Ach ja, der fehlt auch noch.“ Elfi Schwebel muss lachen, als sie das sagt, weil die Liste noch ein wenig länger ist.

„Wir brauchen auch noch eine Feuerwehrzufahrt aus Schotter.“ Doch in diesem Fall ist sie sehr optimistisch, denn die soll gespendet werden. „Es ist zwar lange her, dass wir die Zusage dafür erhalten haben, aber es wird schon klappen.“ Geht alles gut, dann hoffen Elliot und Schwebel die Abnahme im März zu erhalten. „Wir sind am Bauen“, sagt sie.

Wir, das sind nicht allzu viele Hände, die da zupacken. Ein starker Mann ist mit von der Partie, ein guter Freund und zwei weitere Helfer. „Die Kinder helfen natürlich, wo sie können“, fügt Elfi Schwebel hinzu. Dienstags und freitags kommen bis zu 20 Mädchen und Jungen, um zu spielen und zu toben.

Nette und hilfsbereite Stadtvertreter

Dass der Umzug mit Sack und Pack von Sprendlingen nach Neu-Isenburg seit gut einem Jahr andauert, hat seine Gründe. „Wissen Sie, wir versuchen, so viel wie möglich so günstig wie möglich zu schaffen, und das nimmt nun mal viel Zeit in Anspruch. Aber wir haben auf diese Weise auch viel gespart.“ So ist es gelungen, die Kosten unter 50.000 Euro zu halten.

Denn das Geld sitzt nicht locker, obwohl der Verein 45 Mitglieder hat. „Der Abriss in Sprendlingen kostet auch etwas“, gibt Schwebel zu bedenken. Insgesamt braucht der Kinderzirkus noch 10.000 Euro. Das nötige Geld zusammen zu bekommen, war auch ein Stück harte Arbeit. So gab es im vergangenen Jahr wohl nahezu keine Veranstaltung, bei der die Mitglieder des Kinderzirkus nicht vertreten gewesen wären. In diesem Jahr wollen Eliot und Schwebel es mit den Aktionen vorerst ein wenig langsamer angehen lassen, sich voll auf das neue Areal konzentrieren.

Trotz all der Strapazen, die hinter ihnen liegen, und all der Dinge, die sie noch vor sich haben, ist sich Elfi Schwebel sicher: „Nach Neu-Isenburg zu kommen, das war genau der richtige Schritt.“ Noch nie seien Vertreter einer Stadt so nett und hilfsbereit gewesen.

Einen Wermutstropfen gibt es. „Ich wünsche mir so sehr eine Bleibe auf Dauer.“ Denn auch der Aufenthalt auf dem neuen Gelände ist zunächst auf fünf Jahre beschränkt. Weitere Wünsche für die Zukunft: mehr Trainer für regelmäßige Übungsstunden. Und schließlich, auf lange Sicht, „Nachfolger für Bodhi Elliot und mich“.

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