Mit kleinen Schritten etwas bewirken

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Sozialpädagoge Christian Löffler verstärkt das Team im Quartiersmanagement des Stadtteilzentrums West.

Neu-Isenburg - Das Stadtquartier West ist zwar mit dem Dietzenbacher Spessartviertel nicht vergleichbar. Die Erfahrungen, die Christian Löffler dort gesammelt hat, werden ihm aber sicher auch in der Hugenottenstadt zugute kommen. Von Katrin Diel

Seit Januar dieses Jahres ist der Sozialpädagoge im Quartiersmanagement Östliches Spessartviertel in Dietzenbach tätig. Seit etwa einem Monat verstärkt er außerdem das Team vom Quartiersmanagement im Stadtteilzentrum West in Isenburg.

Bisher hat sich der 31-Jährige in sein neues Tätigkeitsgebiet eingearbeitet und die Strukturen im Stadtquartier West kennengelernt. Diese unterscheiden sich nach seinen ersten Erfahrungen in zwei Punkten vom Spessartviertel. So sei in der Hugenottenstadt ein größerer Rückhalt aus der Politik spürbar. Dafür sei es im Quartier schwerer, die Bewohner für Projekte zu aktivieren.

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„Wünsche und Ideen für Quartier.“

So seien zum Beispiel bei der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche hauptsächlich ältere deutsche Senioren da gewesen, die schon länger im Westend leben – Klientel aus dem früheren Lukaszentrum, die noch aktiv sei. Diese Teilnehmer hätten sich auch schon für eine geplante Bewohnerrunde eingetragen. Dafür noch weitere Interessenten aus verschiedenen Altersgruppen zu gewinnen, ist eines von Löfflers ersten Zielen.

 „Das geht in kleinen Schritten, und man braucht einen langen Atem“, meint der Sozialpädagoge. Das Stadtquartier West sei auch relativ groß im Vergleich zum Spessartviertel. „Aber es ist eine spannende Aufgabe“, meint der zweifache Vater.

Er hat auch festgestellt, dass einige Jugendliche, die er in der Jugendarbeit in Dietzenbach betreut hat, nun in Isenburg wohnen. Die will er natürlich ansprechen und für Projekte aktivieren. Welche Möglichkeiten es da abgesehen von der Bewohnerrunde noch geben wird, soll sich dann zeigen. Erstmal will Löffler mit den Menschen im Stadtteil in Kontakt kommen. Neue Initiativen sollen dann auch gemeinsam entwickelt werden.

Kontakte zu den Bürgern im Viertel aufbauen, das ist auch eine der Aufgaben der Helfer, die im Rahmen der Beschäftigungsförderung im Stadtquartier unterwegs sind. Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ hat das Quartiersmanagement ein Projekt für Langzeitarbeitslose angestoßen. Seit August stellt der neue Partner der NH-Projekt-Stadt, die gemeinnützige GFFB aus Frankfurt, im Auftrag der Pro-Arbeit des Kreises Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose im Westend zur Verfügung. Dabei werden Arbeitsgelegenheiten für bis zu 25 Menschen geschaffen, bisher in den Profilen „Helfer im Quartiersmanagement“ und „Conciergedienst“.

Helfer im Quartiersmanagement

Zu den Aufgaben der Helfer gehören Rundgänge durch das Viertel, bei denen zum Beispiel Spielplätze kontrolliert und durch die Präsenz auch das Sicherheitsgefühl der Bewohner erhöht werden soll. Diese Rundgänge sollen dokumentiert und die Protokolle an zuständige Stellen wie Ordnungsamt oder Dientsleistungsbetrieb weitergeleitet werden. Die Helfer können außerdem Infobroschüren verteilen oder bei Veranstaltungen unterstützend mitwirken.

Auch die Mitarbeiter des Conciergedienstes sollen im Westend unterwegs sein, Kontakte pflegen, neue Mieter begrüßen und zum Beispiel auch die Bewohner für Mülltrennung und Sperrmüll sensibilisieren. In der Erich-Ollenhauer-Straße 2 wurde ein Concierge-Büro eingerichtet, das die Nassauische Heimstätte mietfrei zur Verfügung stellt. Das Büro ist werktags von 10 bis 18 Uhr besetzt. Auf Wunsch nimmt der Conciergedienst zum Beispiel auch Pakete für die Bewohner an.

Die Beschäftigungsförderung

Die Mitarbeiter der Qualifizierungsmaßnahmen werden von der GFFB fachlich und sozialpädagogisch angeleitet. Durch kontinuierliches Bewerbungstraining, Schulungen oder Sprachkurse sowie Feedback-Gespräche sollen Vermittlungshemmnisse abgebaut werden. Ziel ist letztendlich, dass die Teilnehmer dieser Maßnahme wieder einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz finden. Das Beschäftigungsprojekt wird vom Stadtteilbüro aus von Lisa Mayer und Thomas Rebenstock von der GFFB gesteuert.

Die Beschäftigungsförderung ist einer der Kernpunkte des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. Bereits 2008 wurde im Stadtquartier West ein Helferinnenkreis auf den Weg gebracht, für den erwerbslose Frauen auf 400-Euro-Basis angestellt und im Viertel als Haushaltshilfen vermittelt werden. Derzeit sind sieben Helferinnen in 21 Haushalten im Einsatz.

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