Moderne Technologien besser nutzen

Plädoyer für eine smarte Stadt

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Isenburg als Stadt der Zukunft: „Smarte“ Technologien sollten beim Stadtumbau mit in den Fokus rücken, findet die Koalition.

Neu-Isenburg - Die Zukunft soll in der Stadt Einzug halten: „Neu-Isenburg wird zur Smart City“ – so ist ein Antrag der Koalition aus CDU, Grünen und FWG zur nächsten Stadtverordnetenversammlung überschrieben.

Dahinter steckt die Idee, mit moderner Technologie Bürgern neue Angebote im Alltag machen zu können und mehr Service zu bieten.
Smart City kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie kluge oder schlaue Stadt. Was zunächst nach einem schwer zu umreißenden Ideen-Gebilde klingt, könnte gerade für eine Stadt wie Neu-Isenburg, in der 6000 Unternehmen, darunter 175 Hightech-Firmen, ansässig sind, interessante Perspektiven für Kooperationen bieten, meinen die Antragsteller von CDU und Grünen und der FWG-Vertreter.

Sie schlagen daher vor, das Parlament möge in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am Mittwoch (29. August, 19 Uhr, Rathaus) den Magistrat beauftragen, „das Thema Smart City als eigenes Arbeitspaket in das Programm Stadtumbau mit aufzunehmen“. Ziel ist es, so erklären die Koalitionäre, konkrete Maßnahmen zu definieren, wie auf Basis der Digitalisierung und neuer Technologien Potenziale für die Entwicklung der Stadt genutzt werden können.

Das Maßnahmenpaket soll dabei die Themenbereiche „Digitale Verwaltung, Information & Kommunikation“, „Stadtentwicklung“, „Mobilität und Verkehr“, „Energie, Gebäude und Klimaschutz“ sowie „Wirtschaftliche Entwicklung“ umfassen.

Erarbeitet werden soll es, so heißt es im Antrag weiter, „auf einer breiten Basis“ – Bürger, ortansässige Wirtschaft sowie die Stadt-Unternehmen Gewobau, Stadtwerke und DLB sollen dabei mitreden. Auch soll die Stadtspitze sich erkundigen, welche Erfahrungen andere Kommunen in der Entwicklung zur Smart City gemacht haben und welche Projekte als besonders erfolgreich bewertet wurden. Und schließlich soll der Magistrat prüfen, welche Fördermittel zum Thema Smart City angezapft werden können.

Die Zukunft von Städten und Regionen werde immer ausgeprägter unter dem Leitthema Smart City diskutiert, schreiben die Fraktionschefs Patrick Föhl (CDU), Maria Sator-Marx (Grüne) und der FWG-Vertreter Bernd Totzauer. „Ziel ist es dabei unter anderem, unter Nutzung der Digitalisierung und neuer Technologien die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen, effizientere Abläufe zu gestalten, Ressourcen zu schonen und Kommunikation und Partizipation stärken.“

Die Idee dahinter, so erläutert Föhl im persönlichen Gespräch, sei, zu gucken, wo man beispielsweise grundsätzliche Vorteile in Sachen Parken und Verkehr nutzen könne. So könnten etwa Sensoren, angebracht an Straßenlaternen, darüber informieren, wo und wie viele Parkplätze in der Stadt frei sind. Und diese Infos – zum Beispiel per App oder über das Navi – direkt an Autofahrer weitergeben.

Tag der offenen Tür im Dienstleistungsbetrieb (DLB): Fotos

Auch wünscht sich die Koalition, ein signifikantes Projekt sollte im Bereich Wirtschaft und Handel, allen voran des Einzelhandels in Neu-Isenburg, umgesetzt werden. „Hier wäre es denkbar, dass der ansässige Einzelhandel Tagesangebote, Dienstleistungen und Informationen direkt über OR-Codes, beim Passieren seines Ladengeschäftes, den vorübergehenden Bürgern zur Verfügung stellt und somit zum Besuch des Ladengeschäftes einlädt.“ Denkbar seien aber auch Kooperationen mit der Vereinskultur in der Hugenottenstadt: Bonussysteme, abgestimmt auf Kunden und Vereine, könnten einfach und effizient umgesetzt werden.

„Gerade in Neu-Isenburg mit seinem exzellenten Standort für Hightech- und IT-Unternehmen sollte es möglich sein, Partner für die Planung, Umsetzung und der Einrichtung von Referenzprojekten zu gewinnen“, meinen die Koalitionäre.

Darüber hinaus sollten „alle Bereiche, die zur Verbesserung der Qualität des Lebensumfeldes beitragen mit integriert werden“ – Kultur, Sport und Lernen werden hier als Beispiel genannt.

Wichtig sei jedoch, „dass Smart City bei allen Bürgern ankommt. Elementares Kennzeichen von Smart City ist die Integration und Vernetzung dieser Bereiche“.

Primärziel sei die Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlgefühls des Einzelnen. Dazu sei der breite öffentliche Dialog unerlässlich, um relevante Handlungsfelder zu identifizieren. (hov)

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