Kreis investiert 3,6 Millionen Euro

Goetheschule aus der Raumnot holen

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Immer mehr Schüler, aber trotzdem nicht mehr Platz: In der Goetheschule ist es zu eng geworden. Dank der Zuschüsse aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP kann nun endlich Geld in die Erweiterung fließen. Es entsteht ein Neubau – der Bagger ist schon da und trägt den großen Erdhügel ab als Vorbereitung für die Bodenplatte.

Neu-Isenburg - Die Goetheschule platzt bereits jetzt aus allen Nähten – und die Schülerzahlen steigen weiter.

Spatenstich ohne Spaten: Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Stefan Hambach vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Kreises zeigen gestern anhand eines Plans, wie das neue, L-förmige Gebäude, das neben dem Parkhaus entlang der Offenbacher Straße entsteht, aussehen soll.

Doch für die Raumnot rückt nun die Lösung in Sichtweite: Der Kreis als Schulträger spendiert Isenburgs Gymnasium einen Erweiterungsbau mit zehn Unterrichtsräumen – die Bagger an der Offenbacher Straße künden davon, dass die vorbereitenden Arbeiten begonnen haben. Die Schule hofft, das neue Gebäude nach den Sommerferien 2019 nutzen zu können.
Ausgeguckt ist für den Neubau das Karree zwischen bestehendem Schulgebäude und Offenbacher Straße, das gestern beim Ortstermin mit den Offiziellen bereits aus reichlich Erde, zu Haufen verschiedener Höhe zusammengeschoben und aufgetürmt, besteht. Denn auf dem Gelände der Schule entlang der Offenbacher Straße, also neben dem Parkhaus, wird derzeit ein großer Erdhügel abgetragen. Bereits zuvor wurden Bäume gefällt und Wurzeln ausgegraben. „Damit machen wir den Weg für den Erweiterungsbau frei“, freut sich Landrat Oliver Quilling, für den der Vor-Ort-Termin quasi ein Heimspiel ist, hat er doch vor mehr als 30 Jahren selbst hier das Abi gemacht.

Es ist gestern also quasi ein erster Spatenstich ohne Spaten für das neue, freistehende Gebäude mit rund 980 Quadratmetern Nettogeschossfläche. Es bekommt, so erläutert Stefan Hambach vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Kreises, zwei Vollgeschosse – und wird in konventioneller Massivbauweise errichtet. Geplant sind insgesamt zehn Unterrichtsräume, davon acht Klassenzimmer. Zwei Räume dienen als Fachräume, einer für Musik im Erdgeschoss und einer für Kunst im ersten Stock.

Der Eingangsbereich mit dem Haupttreppenhaus wird als zweigeschossige Halle angelegt, in der auch kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Und: Über eine Faltwand kann diese um den Musikraum erweitert werden, „sodass dieser Raum dann wie eine Aula als Bühne für Aufführungen genutzt werden kann“, ergänzt Quilling. Es habe ja früher eine Aula gegeben an der Schule, die dann aber quasi geopfert wurde, um Platz zu schaffen für die Mittagstischverpflegung – sprich: für die Kantine. Daher werde nun Aula-Ersatz geschaffen. Ansonsten: „Alle Räume werden mit Activboards ausgestattet“, ergänzt Schulleiter Ralph Hartung. Ein Aufzug erschließt das komplette Gebäude barrierefrei.

„Durch den Neubau rückt das Gymnasium näher an die Offenbacher Straße und wird so im Stadtbild präsenter sein“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Warum es unter anderem notwendig geworden ist, einen Erweiterungsbau hochzuziehen, kann jeder sofort sehen, der an der Offenbacher Straße steht. Denn direkt gegenüber vom Schulgelände wächst derzeit das große neue Wohngebiet Birkengewann samt Kita und Einkaufsmarkt. In nicht mehr all zu ferner Zukunft werden dort mehr als 1000 Menschen ein Zuhause finden. Insgesamt, nimmt man also das Birkengewann und dazu die weiteren geplanten Neubaugebiete Kalbskopf und Stadtquartier Süd, sollen 3400 Leute diese bewohnen.

Bilder zum Abiball der Goetheschule in Neu-Isenburg

Große Sprünge hatte Isenburgs Gymnasium in seiner Raumnot schon lange nicht mehr machen können – „mit knapp 1000 Schülern sind wir an der Kapazitätsgrenze“, sagt Ralph Hartung. Und die Schülerzahlen steigen durch den Bevölkerungszuwachs weiter, wie Landrat Quilling und der Schulleiter unisono betonen. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Goetheschule bereits aufstocken und sechszügig arbeiten. Perspektivisch rechnet Hartung gar mit einer Zielgröße von „eher mal so bis zu 1450 Schülern“.

Zusätzlich, so ergänzt der Landrat, schaffe der Erweiterungsbau die Möglichkeit, „in den 2020-er Jahren zu G9 zurückzukehren“.

Auf dem Bauplan, den die Kreis-Offiziellen gestern zeigen, ist zu sehen, dass das neue Gebäude L-förmig neben dem Parkhaus entsteht. Und es bestehe auch die Möglichkeit, das Haus später Richtung Friedrich-Fröbel-Schule hin noch weiter wachsen zu lassen, falls auch die Schülerzahlen noch weiter wachsen. „Das haben die Architekten gleich mit gedacht“, sagt Quilling.

Bilder: Abiball der Goetheschule

Rund 3,6 Millionen Euro sind für den Erweiterungsbau an der Goetheschule kalkuliert. Fließen kann das Geld für den Neubau endlich dank der Zuschüsse aus dem Kommunalen Sonderinvestitionsprogramms des Landes und des Bundes (KIP). Auch die Erweiterung des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Mühlheim will der Kreis damit dieser Tage auf den Weg bringen.

Das neue Gebäude für die Goetheschule soll zum Beginn des Schuljahrs 2019/20 genutzt werden können. „Dann brauchen wir es auch, sonst müssten wir mit dem Kreis über Container verhandeln“, merkt Ralph Hartung an. Die Pläne des Schulträgers fürs neue Gebäude bezeichnet der Schulleiter gestern als „sehr gelungen“.

Sie hoffe sehr, betont Erste Kreisbeigeordnete Jäger, „dass wir im Zeit- und Kostenrahmen bleiben“. Denn dies sei derzeit ja durchaus manchmal schwierig, da viele Handwerker komplett ausgelastet sind angesichts der ungebrochen starken Nachfrage nach Immobilien. Auch gebe es bei Angeboten derzeit teils Preissteigerungen von 20 und mehr Prozent. (hov)

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