Kriminalstatistik 2015 für Neu-Isenburg

Weniger Einbrüche, dafür eine Serie von Gartenhüttenaufbrüchen

Neu-Isenburg - 2635 Straftaten hat die Polizei im vergangenen Jahr in Neu-Isenburg gezählt. Das sind mehr als die 2234 im Vorjahreszeitraum. Trotzdem, so die zentrale Botschaft der Polizei nach Analyse der Kriminalstatistik 2015, können sich die Bürger auf den Straßen und Plätzen ihrer Stadt sicher fühlen – deutlich sicherer als noch zu Beginn der Nullerjahre.

Allerdings ist Isenburg die Stadt mit der meisten Kriminalität im Kreis Offenbach. Man könne die Kommunen nicht einfach 1:1 vergleichen, es sei ein differenzierter Blick auf die Statistik nötig, betont Polizeichef Volkmar Meyer: „Man darf die Zahlen nicht lesen wie die Bundesliga-Tabelle.“ Neu-Isenburg sei, so könne er sagen, „eine richtig sichere Stadt im Vergleich zu früheren Jahren“. Trotz der mit Blick auf die letzten zehn Jahre aus Sicht der Polizei positiven Entwicklung zeigt der Blick in die Statistik jedoch, dass Isenburg die Kommune mit der höchsten Kriminalitätsrate im ganzen Kreis ist. Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Südosthessen sah es 2015 allein in Hanau und Offenbach schlimmer aus.

Es gelte aber zu bedenken, dass die Hugenottenstadt schon allein aufgrund der Lage – die Nähe etwa zu gleich drei Autobahnen – mit „ganz anderen Möglichkeiten für Täter“ zu kämpfen habe als die Nachbarkommunen. In Neu-Isenburg sei nachts auf den Straßen eben mehr los als in Obertshausen oder Heusenstamm; auch gebe es sehr viele Firmen und das Isenburg-Zentrum. Das bringe natürlich „Tatgelegenheiten“ mit sich. Ein Feld, das der Polizei in den vergangenen Jahren viel Arbeit bereitet hat, sind die Wohnungseinbrüche – deshalb lag und liegt hier ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit von Stadt und Polizei. Diese zahle sich nun aus, sagt Meyer. Die Fallzahlen gehen zurück – ganz im Gegensatz zum Bundestrend: Denn aufs ganze Land gesehen ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr stark angestiegen. In Isenburg hingegen registrierte die Polizei 114 „Diebstähle in/aus Wohnungen“ im Jahr 2015 – 13 weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag diese Zahl noch bei 232, 2001 sogar bei 289.

Auch im öffentlichen Raum, wo sich die Menschen subjektiv besonders unsicher fühlten, habe es weniger Raub- und Körperverletzungsdelikte gegeben. So kam es in Isenburg 2015 zu einer „Straftat gegen das Leben“ (2014: 0), 21 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2014: 17) und zu 217 „Rohheitsdelikten“, darunter fallen Raub und Körperverletzung. 36 Mal handelte es sich dabei um schwere beziehungsweise gefährliche Körperverletzung (2014: 42). Davon wiederum 20 Fälle ereigneten sich auf öffentlichen Straßen oder Plätzen. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 88,9 Prozent.

Auf alle Straftaten gesehen liegt die Aufklärungsquote in Isenburg bei 51,3 Prozent (2014: 49,9 Prozent). Die 2015er-Bilanz verhagelt hat der Polizei unter anderem eine Serie von Gartenhüttenaufbrüchen. Um die 100 Fälle listet die Statistik auf, die sich in den Kleingartenanlagen Eichenbühl und Engwaad abgespielt haben.

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Der Polizeichef spricht außerdem das Thema Flüchtlinge an. Ein immer wieder mal von Kritikern hineinkonstruierter markanter Anstieg von Straftaten nach der Aufnahme von Flüchtlingen lasse sich nicht belegen – mit einer Ausnahme: Viele seien zur Polizei gekommen, um Asylantrag zu stellen, und so durch illegalen Aufenthalt und illegale Einreise aktenkundig geworden. 152 ausländerrechtliche Verstöße sind in der Statistik geführt – die von den Flüchtlingen quasi schon mit Betreten deutschen Bodens begangen werden. Meyer betont: „Die Flüchtlinge in Isenburg bereiten uns als Polizei sehr wenig Arbeit, sie treten als Straftäter kaum auf.“ Lediglich eine Handvoll Körperverletzungsdelikte wie „Rangeleien aus nichtigem Anlass“ habe es in der Erstaufnahmeeinrichtung gegeben.

Leicht angestiegen sind die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen – von 63 im Vorjahr auf 83 Delikte. Besonders Navigationsgeräte stehen dabei nach wie vor im Fokus. Aber auch in diesem Feld verweist Meyer auf eine positive Gesamtentwicklung: 2005 waren es noch 245 Fälle, im Jahr 2006 gar 266. In der Rubrik „Fahrraddiebstähle“ ist die Fallzahl konstant geblieben, 242 Drahtesel sind 2015 abhanden gekommen (2014: 244). Außerdem wurden 13 Kfz (2014: 18) geklaut – „eine sehr niedrige Fallzahl“, so Meyer. Gestiegen sind hingegen die Ladendiebstähle – von 83 im Jahr 2014 auf 115. Zu schaffen macht den Beamten auch die steigende Zahl der Rauschgiftdelikte. 200 wurden 2015 registriert, gut 15 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir stellen in letzter Zeit verstärkt fest, dass die Leute unter Drogeneinfluss Auto fahren.“

hov

Rubriklistenbild: © dpa

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