Kröten und Frösche bekommen Frühlingsgefühle

Wieder auf gefährlicher Wanderschaft

Neu-Isenburg - Die ersten Tiere sind schon losgelaufen, weitere werden sehr bald folgen: Durch das allmähliche Ansteigen der Temperaturen am Ende des Winters, der bisher keiner war, stehen die Lurche bereits in den Startlöchern.

Sie verlassen ihre Winterquartiere und wandern wie in jedem Jahr zu ihren Laichgewässern – sozusagen zurück zu ihren Wurzeln. Weil diese Wanderschaft jedoch oft unter einem Autoreifen endet, bittet der Magistrat Autofahrer mit Blick auf die Laichwanderungen von Kröten und anderen Amphibien um besondere Vorsicht. Abendliche Temperaturen von acht bis zehn Grad und Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit reichen aus, damit die wechselwarmen Tiere sich auf den Weg zur Brautschau machen. Hat ihr Werben Erfolg, werden sie von den in der Lurchwelt durchweg kräftigeren Damen komfortabel auf dem Rücken zu den Laichplätzen befördert. „Doch der Weg zu den Eiablageplätzen ist nicht ungefährlich, da die Lurche beharrlich auf ihren angestammten Pfaden wandeln“, warnt der Magistrat. „Dazu müssen sie den Gravenbruchring westlich der Kleingartenanlage Eichenbühl oder die L3117 Richtung Heusenstamm in Höhe der Luderbachbrücke überqueren.“ An ersterer dominieren Erdkröten, die aus dem Frankfurter Stadtwald zum Weiher „Am alten Schießstand“ wandern. Im Bereich des Luderbachs suchen hauptsächlich Grasfrösche die im Frühjahr überschwemmte Müllerwiese auf. Dort beobachten Naturschützer auch regelmäßig Berg- und Teichmolche.

„Aber Neu-Isenburg hat vorgesorgt“, betont die Stadt. Um die Wanderung der kleinen Hüpfer abzusichern, befinden sich an besagten Stellen seit Jahren sogenannte Amphibienleiteinrichtungen aus Holzplanken, die bei Bedarf mit mobilen Amphibienzäunen verlängert werden können. Die Auffangeimer werden erst zur Hauptwanderzeit eingegraben, denn sie müssen täglich kontrolliert und geleert werden – eine Aufgabe, die überwiegend von ehrenamtlichen Naturschützern übernommen wird. „Selbstverständlich wandern die Lurche auch in anderen Bereichen der Gemarkung“, warnt der Magistrat. Beliebt seien etwa die Sickerbecken im Frankfurter Stadtwald, in Gravenbruch und im Bereich Fischer-Lucius. Als wichtige Amphibienlaichgebiete gelten auch die Naturschutzgebiete Gehspitz-weiher und Bruch von Gravenbruch. „Generell sollten Auto- und Radfahrer daher an milden, feuchten Abenden mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs sein, um die Lurche nicht unnötig zu gefährden“, heißt"s aus dem Rathaus. (hov)

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Rubriklistenbild: © dpa

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