Bunt und vielfältig

Künstler öffnen ihre Türen: Herbstsalon im Atelierhaus K39

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Kunstinteressierte: Karin Priebe-Iwes und ihr Mann Karl Iwes im Atelier von Angelika Koch (vorne) und Uwe Gillig (hinten links).

Neu-Isenburg -  Als Hommage an den ersten „Salon d’Automne“ 1903 im Petit Palais in Paris veranstalteten die Künstler im Atelierhaus K39 in der Ludwigstraße am Samstag zum mittlerweile fünften Mal einen Herbstsalon.

Den Besuchern bot sich ein Blick auf Kunst vielfältiger Materialien und Techniken.
Im Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik Gessmann in der Ludwigstraße 39 herrscht seit ein paar Jahren wieder richtiges Leben. Mehrere Kunstschaffende sind dort eingezogen, haben sich ihre Werkstatt oder ihr Atelier eingerichtet – um sowohl „im Stillen“ als auch sich gegenseitig befruchtend ihrem Schaffen nachgehen zu können. Am Samstag hatten viele Künstler im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Herbstsalon“ ihre Türen geöffnet und gewährten interessierten Besuchern Einblicke.

Petra Wenzel hat ihr Atelier im Erdgeschoss. „Derzeit bin ich dabei, meine Mutter zu porträtieren, das ist eine echte Herausforderung, denn das Ergebnis soll ja auch ganz vielen Aspekten gerecht werden“, verweist Wenzel nicht nur auf ein „schönes“ Bild, sondern auch auf charakteristische Besonderheiten, die in einem Porträt einer 82-Jährigen zum Ausdruck gebracht werden können. Ganz stolz ist sie aber auch auf ihre Serie mittels Acryl-Pouring-Technik, bei der die Farben künstlerisch zum „Verfließen“ gebracht werden.

Ganz entspannt erwartet Künstler Gerrit Marsen die Besucher in seinem Atelier. Hinten sind die neuesten Kunstwerke von seiner Reise nach Kuba zu sehen. 

Einen wahren Sonnenplatz haben Angelika Koch und Uwe Gillig mit ihrem Gemeinschaftsatelier im Erdgeschoss erwischt – zumindest wenn sie sich im Hof an den Tisch setzen. „Hier draußen kann man mit den Besuchern schön philosophieren, aber gearbeitet wird drinnen“, meint der Neu-Isenburger Kulturpreisträger Gillig und zeigt auf die scheinbar schwerelos unter der Decke schwebenden 32 kleinen bunten Drachen. Diese hat Gillig mit Blick auf die nur 36 Jahre Lebensjahre des großen Komponisten Mozart hergestellt. „Damit wollte ich ihn noch einmal Kind werden lassen, denn er hatte ja keine Kindheit“, erklärt Gillig. Angelika Koch hat die Drachen dann mit ganz feinen Nylonschnüren an der Decke befestigt. Sie selbst beschäftigt sich derzeit mit einer besonderen Art der Aktmalerei: Die „Körper“ sind meist nur schemenhaft in der farblich intensiven Fläche erkennbar.

Über eine enge Treppe geht es hoch ins Atelier zu Irmgard Gürtler-Piel und ihrem Mann Florian Piel. „Ich finde derzeit in der Seidenmalerei meine künstlerische Erbauung, denn da weiß man am Anfang nicht immer, wie das Ergebnis aussehen wird“, beschreibt Gürtler-Piel ihr Schaffen mit Überraschungen. Die Farben werden auf feuchten Soff aufgetragen und „entwickeln“ sich dann selbstständig. Florian Piel hat sich mehr auf die Bearbeitung von Holz verlegt.

Bunt und vielfältig geht es im Atelier von Waltraud Stettin zu. Die Kunst-Psychotherapeutin malt nicht nur auf Leinwände, sondern gestaltet auch Stoffe, näht nützliche Utensilien und hatte für die Besucher gar ein „Regenbogen-Puzzle“ parat. „Der Regenbogen ist ein Symbol der Hoffnung und man muss sich schon etwas Zeit nehmen, um das Puzzle zusammensetzen zu können“, erklärt Stettin die beruhigende Wirkung in unserer stressigen Zeit.

Mit dabei waren auch Gerrit Marsen sowie Norbert Berghof. (lfp)

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