Ateliers füllen sich mit Leben

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Florian Piel (rechts) bei der Einweihung seines Ateliers im Künstlerhaus.

Neu-Isenburg - Wilhelm Hein Krahn hatte einen Traum. Nach der Realisierung der Stadtgalerie, die auf seine Initiative hin eingerichtet wurde, wollte er Neu-Isenburger Künstlern eine Heimat geben. Von Leo F. Postl

Wohl wissend, dass sie selten mit üppigem finanziellem Hintergrund ausgestattet sind, wollte Krahn ihnen in der alten Gessmann-Möbelfabrik „Unterschlupf“ gewähren. Das Gebäude in der Ludwigstraße stand zuletzt einige Zeit leer. Wilhelm Hein Krahn sah die Möglichkeit, bis zu acht Ateliers dort einzurichten und hatte bereits alle Planungen vorangetrieben. Doch der engagierte Künstler starb am 21. Mai und konnte sein Werk nicht mehr vollenden.

Wilhelm Hein Krahn hinterließ aber nicht nur eine Idee, sondern auch eine starke Frau, die sein Werk in seinem Sinne fortsetzen will. „Das kam zwar alles sehr überraschend, und alleine schaffe ich es nicht, doch es gibt gute Freunde, die mir dabei helfen werden“, sagt seine Witwe Juliane Krahn. Eine gute Seele fand sie in Natascha Hempel, die selbst in einem Architektenbüro arbeitet und mit Verwaltungen vertraut ist. „Ich mache das erst einmal aus Freundschaft zur Familie Krahn, aber es wäre besser, dies auf professionelle Beine zu stellen“, erläutert Hempel. Der Gebäudekomplex in der Ludwigstraße 41 bietet nämlich neben den von Wilhelm Krahn angedachten acht Ateliers weitere Räume für eine gemeinschaftliche Nutzung und auch eine Halle für mögliche Ausstellungen. An einen „Bilderladen“ hatte Krahn ebenfalls gedacht.

Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss mit darüber liegender Galerie sind unterschiedlich groß und einfach ausgestattet. „Es ist im Prinzip alles da, jeder Künstler kann sich seinen Bereich individuell gestalten“, erklärt Natascha Hempel bei einem Rundgang.

Fast alle Ateliers sind vermietet

Sanitäre Einrichtungen sind ebenso vorhanden wie eine Heizung. Manche Räume erfordern eine Renovierung des Fußbodens, andere könnten noch durch Wände abgetrennt werden. „Wir wollen erst einmal das Interesse abwarten, dann kann man in mögliche Detailplanungen gehen“, sagt Hempel.

Die ersten Künstler sind bereits eingezogen. Nach dem Motto „wer zuerst kommt, malt zuerst“ hat Florian Piel den für ihn schönsten Raum ausgewählt. „Die Größe und auch die Lage sind perfekt für mich“, freut sich der Isenburger Künstler, der als IT-Consulter sein Geld verdient. „Ich brauche die künstlerische Betätigung als mentalen Ausgleich. Bisher waren Teile der Wohnung von mir dafür in Beschlag genommen, hier kann ich mich frei entfalten und einfach alles liegen lassen“, beschreibt Piel die Vorteile des Künstlerhauses.

Natascha Hempel zeigt das noch freie Atelier.

Zur Einweihung seines Ateliers fand sich eine große Fangemeinde ein. Florian Piel ist Mitglied im Forum zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) und ein vielseitiger Kunstschaffender. Er widmet sich zum einen der Malerei und ist zum anderen für seine Skulpturen aus dem harten „Springstone“ bekannt. „Der Stein wird so genannt, weil der Meißel beim Bearbeiten immer abspringt“, erläutert Piel. Jetzt fühlt er sich erst einmal „zu Hause“ angekommen und freut sich auf weitere Mitbewohner.

Inzwischen sind nahezu alle Ateliers vermietet, nur ein größerer Raum mit viel Entfaltungsmöglichkeit ist noch frei. „Mein Mann hat so viel Vorarbeit geleistet, ich brauchte mich nur ins gemachte Nest zu setzen“, betont Juliane Krahn. Wer Interesse an dem Atelier hat, kann sich unter der Nummer 06102/89900 melden.

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