Leuchtturm legt zu

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Das Stadtmuseum Haus zum Löwen ist vor knapp einem Jahr eröffnet worden und könnte noch mehr Besucher vertragen. Neben Führungen, Workshops und Ausstellungen gehen dort auch Konzerte über die Bühne.

Neu-Isenburg - Thomas Leber ist zufrieden. „Es war ein sehr gutes und erfolgreiches Jahr“, sagt der Leiter der Hugenottenhalle. 216 Veranstaltungen gab es 2011 im Isenburger Musentempel. Das entspricht einer Auslastung von 86 Prozent – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Von Katrin Stassig

Diese Steigerung werde sich sicher nicht weiter so fortsetzen, aber „wenn wir diesen Stand halten können, sind wir zufrieden“, betont Leber. Die Auslastung wird nach einem bundesweit einheitlichen Schlüssel berechnet. Dabei wird berücksichtigt, dass manche Veranstaltungen über mehr als einen Tag gehen – und dass die Halle nicht die vollen 365 Tage im Jahr zur Verfügung steht. Bis zu 40 werden abgezogen – für Feiertage, Wartungsarbeiten oder Reparaturen.

Der Fachbereich Kultur und Sport hat gestern vor Pressevertretern Bilanz gezogen und einen Ausblick auf 2012 gegeben. „Es gibt den einen oder anderen Monat, in dem die Halle stärker frequentiert sein könnte“, meint Thomas Leber. Im Gegensatz zum Herbst oder Winter stehen zum Beispiel im späten Frühjahr nicht so viele Veranstaltungen im Terminplan. Aber die Hugenottenhalle kann sich gegen die Konkurrenz behaupten. „Wir haben unsere Leuchtturm-Funktion im Kreis Offenbach behalten“, freut sich Kulturdezernent Theo Wershoven. „Die Hugenottenhalle hat nach wie vor einen guten Ruf in der Region und darüber hinaus.“

Leuchtturm lässt sich die Stadt einiges kosten

Ihren Leuchtturm lässt sich die Stadt aber auch einiges kosten. 881.227 Euro sind im Nachtragshaushalt für 2011 vermerkt. 120.600 Euro entfallen davon allein auf den Strom. In der Summe enthalten sind die Personalkosten, nicht aber der Zuschuss für Kulturveranstaltungen – dafür fallen weitere 200.000 Euro an.

„Kunst ist immer etwas, das nur wenige interessiert“, stellt Wershoven fest. „Man geht lieber zum Fußball.“ Deshalb ist er froh, dass die Stadt sich die Kultur trotz der Haushaltslage noch einiges kosten lässt. Das ermöglicht es dem Kulturbüro, die Preise stabil zu halten und bei seinen Abo-Reihen „auf Qualität zu achten“, wie die Leiterin Dr. Bettina Stuckard betont.

Fünf Termine in der Theater-, Komödien- und Musikreihe

In der Saison 2012/13 stehen wieder je fünf Termine in der Theater-, Komödien- und Musikreihe im Programm. Hinzu kommen die Serenadenkonzerte im Haus zum Löwen sowie zehn Theaterstücke für Kinder.

„Klassische Theaterliteratur kommt sehr gut an“, stellt Dr. Stuckard fest. In der Hugenottenhalle werden unter anderem der „Urfaust“, „Jenseits von Eden“, „Der zerbrochene Krug“ und „Der alte Mann und das Meer“ gezeigt.

Auch im Bereich Stadtbelebung ist einiges geplant. Neben dem Altstadtfest, dem Weinfest, den Stadtteilfesten und dem Open-Doors-Festival sind im Rahmen der „Isenburger Sommerzeit“ etliche Programmpunkte für Daheimgebliebene geplant. Am 8. Juli geben die Dreieicher Firedancer eine Open-Air-Vorstellung auf dem Rosenauplatz. Am 28. und 29. Juli verwandelt sich der Platz in einen „Lese-Garten“ mit Sitzsäcken, Bücherregalen und Musik. Am 26. August heißt das Motto „Hessen spielt“: In der Hugenottenhalle, auf dem Rosenauplatz und in der Sporthalle Buchenbusch können Kinder und Erwachsene Gesellschaftsspiele und Konsolen ausprobieren.

In den Museen ist der Terminkalender gut gefüllt

Auch in den Museen ist der Terminkalender gut gefüllt. Die Veranstaltungen dort sollen dazu beitragen, mehr Besucher in die Kultureinrichtungen zu ziehen. „Da sind wir noch nicht zufrieden“, räumt Kulturdezernent Wershoven ein. Besonders das Stadtmuseum Haus zum Löwen, vor knapp einem Jahr neu eröffnet, ist ein Sorgenkind. 1616 Besucher kamen 2011. Das Zeppelin-Museum (5143 Besucher) erfreut sich auch überregionalen Interesses, das Stadtmuseum mit seinem Fokus auf lokaler Geschichte tut sich da schwerer.

„Veranstaltungen im Museum werden gut angenommen“, berichtet die Leiterin Jessica Siebeneich. Mit speziellen Führungen, Ausstellungen oder Workshops für Kinder wollen die Verantwortlichen deshalb noch mehr Publikum locken. Außerdem gibt es – ganz neu – einen Hörführer zu zwölf Stationen, den die Besucher kostenlos nutzen können.

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