Kulturangebot beleben

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Der neue Stadtfotograf Marcus Stroh.

Neu-Isenburg ‐ Im Kellertheater des Hauses zum Löwen soll es verstärkt Kleinkunst geben. Die Mitgliederversammlung des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) sprach sich für die Trägerschaft einer solchen Initiative aus. Zugleich wurde der Frankfurter Marcus Stroh als neuer Stadtfotograf vorgestellt. Von Leo F. Postl

So gut besucht wie selten war die Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Kolleg des Restaurant Tonini. Als Grund für die große Beteiligung nannte Vorsitzender Theo Wershoven ein „erfreuliches Jahr 2009“ mit steigenden Mitgliederzahlen, derzeit sind es 77. Doch auch der Antrag der Kleinkunst-Initiative mag eine Rolle gespielt haben.

Die Empfehlung des Vorsitzenden, den in Frankfurt-Bornheim lebenden Marcus Stroh zum neuen Stadtfotografen zu wählen, fand keinen Widerspruch. Der 40-jährige IT-Spezialist sah in der Straßenbahnlinie 14, die vor seinem Haus abfährt und bis an den Rand von Neu-Isenburg führt, schon mal eine Verbindung zu seinem künftigen Betätigungsfeld. „Ich habe schon früh mit dem Fotografieren angefangen, sogar selbst eine Kamera aus Pappkarton gebaut“, erklärte der Photodesigner. Zwischenzeitlich schlief die Vorliebe zwar etwas ein, doch seit 2003 hat ihn das Fotofieber wieder „gepackt“, und er stieg in die digitale Fotografie ein. Mit anspruchsvollen Nikon- und Lumix-Kameras geht es auf „Foto-Pirsch“. Schwerpunkte sind Architektur- aber auch die so genannte Street-Photography. Stroh: „Ich denke, in Neu-Isenburg wird es genügend Motive geben.“

Initiative für eine Kleinkunstbühne

Den Schwerpunkt der Versammlung bildete aber die Präsentation der Initiative von Wolfgang Lamprecht, Edith Reitz, Oliver Gröll und Nick Timm, unter dem Dach des FFK eine „Kleinkunstbühne“ zu gründen. Sie wollen im Löwenkeller durch Kabarett für eine Belebung des Kulturangebots sorgen.

Die Diskussion darüber stellte sich als ziemlich lebhaft heraus. Selbst nach der Vorstellung des durchaus als „realistisch“ einzuschätzenden Wirtschaftsplanes durch Gröll, der für die Finanzen verantwortlich zeichnet, sowie Timm (Sponsoringkonzept) wurde es manchem FFK-Mitglied „schwummerig“. Während der eigene Hauhaltsplan mit rund 12.000 Euro veranschlagt ist, belaufen sich die geschätzten Aufwendungen für die vorerst vier in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen der Kleinkunstbühne auf nahezu 30.000 Euro.

Finanzierung in Frage gestellt

Zuversichtlich sind die Initiatoren der Kleinkunstinitiative (von rechts) Wolfgang Lamprecht, Edith Reitz, Oliver Gröll und Nick Timm.

Wie soll das funktionieren? Welches finanzielle Risiko gehen wir ein?“ Das waren einige der Fragen. Aus den Einnahmen der Veranstaltungen mit maximal 70 Personen könne die Finanzierung niemals gesichert werden. „Unser Konzept steht auf verschiedenen Säulen des Sponsorings und da habe ich bereits sehr positive Signale“, betonte Gröll, der auf Erfahrungen aus „seiner“ NiM-Kartenaktion zurückgreifen kann. Neben bereits „festen Zusagen“ gebe es weitere zuverlässige Interessenten.

Wie der für das Programm zuständige Wolfgang Lamprecht erläuterte, will man den spielfreien Samstag des Spottlicht-Theaters im Löwenkeller nutzen, um eine andere Art der Unterhaltungskunst zu präsentieren. „Wir wollen im September gleich mit einem Kracher beginnen“, verwies Lamprecht auf Michael Quast, der bereits fest zugesagt haben soll. Mit dem Ensemble „Schwarze Grütze“ aus Potsdam im Oktober, Frank Wolff vom Stalburg Theater in Frankfurt (November) und dem Duo Ingrid Elsinger/Markus Neumeier soll im Dezember der erste Zyklus abgeschlossen werden. „Ich werde dafür Sorge tragen, dass unser wirtschaftliches Risiko weitestgehend abgesichert wird“, versicherte Theo Wershoven. Bei einer Nein-Stimme und sechs Enthaltungen wurde der Antrag angenommen.

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