Der „kulturelle Leuchtturm“ legt wieder zu

Neu-Isenburg - Hugenottenhalle: Auslastung steigt im Vergleich zu 2007 um zehn Prozent / Neue Toiletten für Musentempel und Restaurant

(es) Hatte die Hugenottenhalle in der Vergangenheit bei der Auslastung und den Mieteinnahmen durch Veranstaltungen etwas geschwächelt, so kommen aus dem Kulturdezernat nun wieder bessere Zahlen zum „kulturellen Leuchtturm“.

Der Musentempel war vergangenes Jahr im Vergleich zu 2007 um zehn Prozent stärker ausgelastet. An 257 Tagen gingen dort Veranstaltungen über die Bühne, dies entspricht einer Belegung von 70 Prozent. Dadurch ergaben sich auch höhere Einnahmen aus der Vermietung der Halle. Diese nahmen von 157 500 Euro im Jahr 2007 um knapp 30 000 Euro auf rund 187 450 Euro zu. Das entspricht einer Steigerung um rund 19 Prozent. Zum Vergleich: 2007 war die Hugenottenhalle an 220 Tagen belegt, was noch einer Auslastung von nur 60 Prozent gleichkam.

Das aktuelle Ergebnis ist für den Musentempel das beste seit zehn Jahren. Die Gründe für den Anstieg nennt Kulturdezernent Theo Wershoven: Das Ende der Umbauarbeiten auf der Frankfurter Straße und auf dem Rosenauplatz. Zudem seien neue Kunden an Land gezogen worden. Allerdings profitierten die Isenburger offenbar nicht vom Wegfall der Langener Stadthalle, die wegen Umbauarbeiten im vergangenen Jahr geschlossen war.

Die Hugenottenhalle wird zum einen als Konzerthalle von Agenturen gemietet. Diese Veranstaltungen verwaltet der Fachbereich Hallenmarketing. Zum anderen finden dort aber auch Eigenveranstaltungen statt wie etwa Konzerte, die das Kulturbüro einkauft. 2008 gingen auf diesem Weg unter anderem das Ballett „Schwanensee“, das Musical „Phantom der Oper“ oder die Comedy-Show des Duos „Mundstuhl“ über die Bühne. Zu den bestbesuchten Veranstaltungen des vergangenen Jahres gehörten mit jeweils rund 2 000 Besuchern das Konzert von Jason Mraz im Oktober sowie das 35. Internationale Garde- und Schautanzturnier im Dezember.

Der Hugenottenhalle stehen in diesem Jahr noch einige Veränderungen organisatorischer und baulicher Art bevor. Auch wegen des hohen Aufwands bei Planung und Abwicklung des Angebotes will die Stadt - wie berichtet - einen Eigenbetrieb für Kultur und Sport schaffen - etwa nach des Muster des Dienstleistungsbetriebes.

Noch in diesem Halbjahr soll die Stelle eines Geschäftsführer als Kultur- und Veranstaltungsmanager ausgeschrieben werden. „Ähnlich wie beim DLB liegt die Personalhoheit bei der Stadt, auch die Gelder müssen von ihr bewilligt werden“, so Wershoven. Die Vorteile eines Eigenbetriebs lägen unter anderem darin, „dass ein Geschäftsführer ein ganz anderes Auftreten hat als jeweils ein einzelner Fachbereichsleiter“. Wershoven rechnet damit, dass der Eigenbetrieb zu Beginn des Haushaltsjahres 2010 anfangen könnte. „Wir werden die strukturelle Umgestaltung des Dezernates Sport und Kultur umsetzen“, so der Dezernent.

Weil sie „schon etwas in die Jahre gekommen und das Aushängeschild der Halle sind“, werden die Toiletten im Sommer erneuert. 180 000 Euro berappt die Stadt insgesamt, um die sanitären Anlagen im Musentempel und im Hugenottenhallen-Restaurant in Schuss zu bringen.

Die Sanierung im Restaurant ist für Juni vorgesehen, die Arbeiten in der Halle sollen in den Sommerferien - der veranstaltungsärmsten Zeit - beginnen und etwa sechs bis acht Wochen dauern.

Dazu Thomas Leber, Leiter des Fachbereichs Hallenmarketing: „Wir wollen keine Veranstaltung ablehnen, weil wir keine Toiletten haben.“

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