Freilauf für die Fantasie

+
Noch mehr Farbe: Der zehnjährige Can Tanriverdi lässt sich von Comicfiguren inspirieren. Seine Bilder sind derzeit im Rathaus zu sehen.

Neu-Isenburg - Kunst, sagt Can Tanriverdi, Kunst bedeutet, die Fantasie frei laufen zu lassen. Der Zehnjährige macht nicht viele Worte, aber er weiß, wovon er spricht. Und er hat jede Menge Fantasie. VonKatrin Stassig

Mit seinen farbenfrohen Bildern entwirft er ein ganzes Universum an Comicfiguren von Spiderman über den unglaublichen Hulk bis hin zu Spongebob. Can darf seine Acrylgemälde derzeit im Rathausfoyer ausstellen. „Es ist eine doppelte Premiere“, verkündet Bürgermeister Herbert Hunkel zur Eröffnung. Es handelt sich um die erste Ausstellung im Rathaus nach der Sanierung. Und es ist das erste Mal, dass ein so junger Künstler seine Werke zeigt.

Can wurde am 25. Juli 2001 geboren. Sein Talent im Zeichnen fällt bereits im Kindergarten auf. Vor allem Comics haben es ihm angetan. Inspiriert von „Spiderman“ oder „Ben 10“ entwirft er eigene Figuren und Geschichten. Mit neun Jahren gewinnt er beim Wettbewerb „Arthopping“ den ersten Preis in seiner Alterskategorie.

Die Ausstellung mit dem Titel „...noch mehr Farbe“ ist bis 26. Januar zu den Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen.

„Das hat Aufmerksamkeit erzeugt“, berichtet Bürgermeister Hunkel. „Diesen jungen Mann müssen wir fördern“, dachten sich seine Lehrer an der Friedrich-Fröbel-Schule. Dort besucht Can derzeit die dritte Klasse der Sprachheilschule. Seit einem halben Jahr erhält er mit finanzieller Unterstützung des Freundeskreises Mal- und Zeichenunterricht bei Richard Williams. Der diplomierte Maler sowie Graphik- und Schmuckdesigner ist Gründer von „Art People“ in Langen.

Williams ist begeistert vom Talent seines Schützlings und attestiert ihm „viel Potenzial“. Er habe Can als Comiczeichner in seinem Montagsmalkurs kennen gelernt. Es sei beeindruckend, wie Can mit Farbe und Leinwand umgehe, wie er ein bis zwei Stunden am Stück konzentriert an einem Projekt arbeite. „Für einen Zehnjährigen ist das sehr ungewöhnlich.“

Auch die Besucher der Ausstellungseröffnung haben die Möglichkeit, den Jungen beim Malen zu beobachten. Ein kurzer Film zeigt ihn bei den Vorbereitungen für die Schau. „Kunst kann alles sein“, sagt Can. „Zu malen, zu träumen. Zu träumen, dass es ein Bild wird.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare