Großer Gewinner, großer Verlierer

Neu-Isenburg - Die CDU war der große Gewinner in Neu-Isenburg, die FDP der große Verlierer. Das Ergebnis auf Bundesebene spiegelt sich auch in der Hugenottenstadt. Für eine Überraschung sorgte die AfD. Von Holger Klemm

Enttäuschend war die Wahlbeteiligung – zumindest bei der Bundestagswahl, (72,1 statt 73,2 Prozent). Dabei hatten viele den Eindruck am Sonntag, dass in den Wahllokalen mehr los war. Natürlich stieg die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl von 59,6 auf 72,1 Prozent, was aber an der Zusammenlegung der beiden Wahlen lag. Bei der Bundestagswahl freute sich die CDU über kräftige Zuwächse (von 32,6 auf 39,8 Prozent). Da waren die leichten Verluste bei der Landtagswahl (minus 0,3 Prozent) leicht zu verkraften, zumal die Union mit 39,2 über dem Landesergebnis von 38,3 Prozent lag.

Der Neu-Isenburger Dirk Gene Hagelstein, der erstmals als Direktkandidat für die SPD im Wahlkreis 185 antrat, steigerte zwar das Erststimmenergebnis seiner Partei von 26,9 auf 32,1 Prozent, blieb aber deutlich hinter Peter Wichtel (CDU). Dieser kletterte von 42,1 auf 46,9 Prozent. Achtmal gelang dem CDU-Politiker sogar der Sprung über die 50 Prozent – im Wahlbezirk 1 (Erlenbachaue) mit 58,9 Prozent, im Bezirk 8 (Buchenbusch) mit 55, in den Bezirken 25 und 28 (bei Ludwig-Uhland-Schule) mit 54,9 und 53,2, im Bezirk 6 (Albert-Schweitzer-Schule) mit 52,2, im Bezirk 29 (Zeppelinheim) mit 51,3 und in den Bezirken 12 und 18 (Brüder-Grimm-Schule und Berufsbildungszentrum West) mit jeweils 50,8 Prozent.

Alles zur Hessenwahl lesen Sie hier

Wichtel verbuchte auch zwei Prozent mehr als der CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Honka, der bei den Erststimmen auf 44,9 Prozent kam und gegenüber 2009 ein Prozent abgab. Honka kam im Bezirk 1 (Seniorenhaus Erlenbachaue) auf 52,7, im Bezirk 8 (Buchenbusch) auf 50,3 und in den Bezirken 21 und 29 (Ludwig-Uhland-Schule) auf 51,9 beziehungsweise 50,1 Prozent.

Seine Hochburgen hatte SPD-Kandidat Hagelstein im Bezirk 22 (Bildungszentrum West) mit 49,6 Prozent, im Bezirk 14 (Brüder-Grimm-Schule) mit 42,5 und im Bezirk 11 (Alten- und Pflegeheim an den Platanen) mit 39,7 ab. Auffällig ist, dass der Neu-Isenburger besser abschnitt als SPD-Landtagskandidat Corrado di Benedetto (29,2). Sein bestes Ergebnis hatte der SPD-Landtagskandidat im Bezirk 22 (Bildungszentrum West ) mit 46,9 Prozent. Bei den Zweitstimmen legte die SPD zu und steigerte sich von 20,1 auf 25,4 (Bund) und von 18 auf 26,1 Prozent (Land).

Frust und Freude bei Wahlparty

Bemerkenswert ist, dass es kaum Abweichungen zwischen dem Ergebnis der Bundes- und dem der Landtagswahl bei den Zweitstimmen gab. Lediglich die Grünen schnitten mit 12,6 Prozent bei der Landtagswahl wesentlich besser ab als bei der Bundestagswahl (10,5 Prozent).

Desaströs war das Abschneiden der FDP – trotz des Sprungs über die Fünf-Prozent-Hürde (Bund 7,2, Land 6,6 Prozent). Im Vergleich zu den letzten Wahlen gab es ein Minus von jeweils mehr als zehn Prozent. Bei der Bundestagswahl 2009 hatten die Liberalen mit 19,6 Prozent noch knapp hinter der SPD (20,1 Prozent) gelegen.

Auch für die Grünen ging es bergab. Gab es bei den Bundestagswahlen 2009 13,8 und bei den Landtagswahlen 17 Prozent, sind es jetzt nur noch 10,5 und 12,6 Prozent. Auch die Linke musste bei der Bundestagswahl Verluste (6,8 statt 9 Prozent) hinnehmen, bei den Landtagswahlen ging es jedoch leicht aufwärts (5,9 statt 5,4 Prozent).

Freude und Frust: Die Hessenwahl in Bildern

Freude und Frust - Hessenwahl in Bildern

Wenn es nach den Isenburgern gegangen wäre, hätte die Alternative für Deutschland den Einzug in den Bundestag geschafft. 954 Wähler (5,7 Prozent) machten ihr Kreuz bei der eurokritischen Partei. Bei der Landtagswahl lief es nicht so gut. Direktkandidat Arno Groß musste mit 3,6 Prozent vorlieb nehmen, bei den Zweitstimmen blieb es bei 4,5 Prozent.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.