Entspannen am Brunnen

Liberale sammeln Ideen für Neugestaltung des Marktplatzes

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Um das Thema „Neugestaltung Marktplatz“ ging es bei einer Veranstaltung der Liberalen in der TV-Gaststätte.

Neu-Isenburg - In Neu-Isenburg lässt es sich leben, der Meinung sind auch die Liberalen. Trotzdem, so haben sie beobachtet, seien die meisten Neu-Isenburger sich darüber einig, dass der ein oder andere Platz noch ein wenig aufgewertet werden könnte.

Am FDP-Stammtisch standen deshalb nun Ideen und Vorschläge zur Neugestaltung des Marktplatzes im Alten Ort auf der Agenda. Mit der Beteiligung Isenburgs am Stadtumbauprogramm „Vom Alten Ort zur neuen Welt“ kommen vermehrt Gedankenspiele aus der Bürgerschaft zu diesem Thema ins Spiel. Eine Initiativgruppe unter dem Dach der Freien Demokraten befasst sich insbesondere mit der Neugestaltung des Marktplatzes. Um Ideen zu sammeln, hatte die FDP am Donnerstagabend zu einer Diskussionsrunde ins Kolleg des TV eingeladen. Im Mittelpunkt sollte eine Ideenpräsentation des bekannten Malers und Fotografen Joachim Raab stehen. Der gebürtige Isenburger hat die Idee, mit Silhouetten-Symbolen den Marktplatz künstlerisch zu gestalten. Leider traf Raab jedoch nicht bei der Versammlung ein und war auch nicht zu erreichen, sodass man gar fürchtete, dem bekannten Radler könnte etwas zugestoßen sein.

„Dass die Situation, so wie sie derzeit ist, nicht bleiben sollte, ist der Wunsch vieler Isenburger. Doch wie dieser schöne Platz im Herzen des Alten Orts zukünftig aussehen soll, darüber gibt es selbst bei uns recht unterschiedliche Meinungen“, erklärte der FDP-Vorsitzende Dirk Stender. In der rege geführten Diskussion kam schnell zutage, dass auch auf den ersten Blick als „verrückt“ anzusehende Vorschläge eine Diskussionsbasis sein könnten. Am Ende kristallisierten sich jedoch drei Schwerpunkte im Gespräch heraus.

Es sollte eine weitere Belebung durch eine „erweiterte“ gastronomische Bewirtschaftung geben. Darin waren sich nahezu alle einig. Die dort ansässigen Gastwirte sollten die Möglichkeit bekommen, mehr Tische und Stühle im verfügbaren Freiraum aufstellen zu dürfen. Doch was ist bei unbeständigen Wetter? Dann könnten kleine Zeltpavillons den Gästen Schutz bieten. „Diese Variante hätte den Vorteil, dass bei den beiden Traditionsveranstaltungen, Altstadtfest und Weihnachtsmarkt, alles wieder flexibel zurückgenommen werden könnte“, meinte Torsten von Juterzenka. Bedenken kamen in der Runde auf bezüglich der Frage, ob dies die Anwohner wegen möglicher Lärmentwicklung mittragen würden.

Ein Brunnen in der Mitte, dazu noch mehr und schönere Sitzgelegenheiten als bisher, wären nicht nur ein schöner Blickfang, sondern auch in ansprechendes Element, sich dort länger aufzuhalten. Dieser Vorschlag, eingebracht von Gerhard H. Gräber, fand ebenfalls viel Zustimmung. „Man kann dies in anderen Städten sehr gut beobachten, wie ein solcher Brunnen alle Generationen anzieht“, so Gräber. Allerdings erfordert dieser auch mehr Pflegeaufwand als bisher der leere Platz mit der Gussplatte in der Mitte, die das einst dort stehende Rathaus zeigt.

Bilder vom Weinfest in Neu-Isenburg

Gesprochen wurde auch über den jüngst von einer Gruppe vorgebrachten Vorschlag zum Wiederaufbau des alten Rathauses – in welcher Form auch immer. Hierfür machte sich Torsten von Juterzenka stark. „Es gibt dafür ja keine Vorgaben des Denkmalschutzes, man könnte dieses alte Rathaus nach außen entsprechend historisch aufbauen, aber innen zeitgemäß nutzen – ich denke da auch an ein Standesamt“, schlug der Künstler vor. Er sieht des weiteren die Möglichkeit, im Erdgeschoss eine kleine Gastronomie oder eine städtische Tourist-Info einzurichten. Was den Wiederaufbau betritt, zeigte sich der größere Teil der Anwesenden jedoch skeptisch; viele sind eigentlich gegen jede Bebauung und allenfalls für einen Brunnen. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Baukosten, die über Sponsoren aufgebracht werden sollen. Torsten von Juterzenka will nun Illustrationen erstellen, um die Größenverhältnisse zu verdeutlichen.

Es gibt nun die Idee, im Rahmen eines Bürgerfestes im Alten Ort all die Ideen den Isenburgern so zu präsentieren, dass sie diese auch nachvollziehen können. Ferner wurde kritisiert, dass die Stadt zur Veranstaltung Open Doors jährlich einen beträchtlichen Betrag zuschieße, aber die Standgebühren für Weihnachtsmarkt und Altstadtfest stetig erhöhe. „Wenn ich bei Open Doors über die Frankfurter Straße gehe, sehe ich viel mehr Auswärtige als Isenburger, also müsste man dort auch Eintritt verlangen“, merkte Gräber an und forderte mehr für die Isenburger.

So oder so: Ziel aller Bemühungen sei am Ende, dass die Menschen nach Isenburg kommen und sagen können: diese Altstadt ist toll. (lfp)

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