Lösung für Zeppelinheim ist jetzt unter Dach und Fach

Stadt und Kirchengemeinde wollen  gemeinsam Betreuungsplätze schaffen

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In einem Teil des lauschig gelegenen katholischen Gemeindezentrums St. Nikolaus mit den verschiedenen Gemeindesälen zieht bald auch eine Kita-Gruppe ein.

Neu-Isenburg - Die Betreuungssituation für Kinder in Zeppelinheim hatte eine Weile für Wirbel im Stadtteil gesorgt. Es ging um fehlende U3-Plätze, von längeren Wartezeiten war die Rede. Doch die Stadt reagierte damals und machte sich auf die Suche nach einer kurzfristig umsetzbaren Lösung für mehr Plätze. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Stadt ist bei der Kirchengemeinde St. Nikolaus fündig geworden.

Diese Woche hat Bürgermeister Herbert Hunkel den Vertrag mit der katholischen Kirchengemeinde unterschrieben, wie er auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. „Wir haben alles getan, damit für die Kinder zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen“, so Hunkel. Ab dem 1. Januar 2019 solle es nach derzeitigem Planungsstand losgehen.

Von Seiten des Pfarrgemeinderats sei sofort grünes Licht gekommen, berichtet der Rathauschef rückblickend. Auch zahlreiche Ortstermine habe es auch mit Carsten Holtschneider vom städtischen Hochbauamt gegeben, um eine für alle Beteiligten gangbare Lösung zu finden. Und die sieht so aus: Nach den abgestimmten Plänen soll der Gemeindesaal „variabel“ abgetrennt werden, so dass mit den nebenan liegenden Gemeinschaftsräumen ausreichend Platz für eine Kitagruppe vorhanden ist. Heißt: Einige der älteren Kinder werden von der Kita in die Kirchenräume umziehen. „In den dadurch frei werdenden Räumen in der bestehenden Kita entsteht dann ausreichend Raum für zehn U3-Plätze“, erklärt Hunkel.

Die Mittel dafür stünden im Haushalt zur Verfügung durch eine Veränderung der Prioritäten im Baubereich. „Die Schaffung von Kinderbetreuung ist die höchste Priorität“, betont der Bürgermeister. Insgesamt sei er sehr froh, dass nun diese relativ schnell umsetzbare Lösung gefunden sei, die zudem wesentlich kostengünstiger sei als etwa eine bauliche Erweiterung der Kita. Zunächst miete die Stadt die Räume für fünf Jahre. „Dann muss man sehen, wo die Entwicklung der Kinderzahlen hingeht.“ Geburtenzahlen und Familienzuzug vorherzusagen, sei nicht ganz leicht.

Dass die Lösung nun unter Dach und Fach ist, ist auch aus Sicht der SPD-Stadtverordneten Inge Manus aus Zeppelinheim, die sich schon seit Langem für das Thema Kinderbetreuung stark macht, eine gute Nachricht. Zwar handele es sich natürlich irgendwo um einen Kompromiss, ein Neubau wäre sicher noch schöner gewesen, aber so etwas dauere und koste eben auch. „Aber wir brauchen jetzt die Plätze“, betont Manus, die in diesem Kontext auch Sonja Ohr, der neuen Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend im Rathaus, ein großes Lob für ihr Engagement ausspricht.

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Gut findet die SPD-Stadtverordnete auch, dass – so habe sie aus verlässlicher Quelle gehört – die Eltern bei der Gestaltung des Außengeländes mit einbezogen werden sollen. Und rumgesprochen, verrät Manus gestern, habe sich die Neuigkeit bei einigen Eltern auch bereits. „Ich stand gestern am Bahnhof, um für das Apfelfest der SPD am Wochenende zu werben, und da kamen gleich drei Mal Frauen auf mich zu und sagten, sie seien froh, dass es klappe mit den Zusatz-Plätzen.“ (hov)

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